Parteiausschlussverfahren: AfD-Spitze will Höcke jetzt doch rauswerfen lassen – Blauschwarze Koalition möglich?

Photo by Metropolico.org

Der Bundesvorstand der AfD hat heute über ein Parteiausschlussverfahren des Landesvorsitzenden der AfD in Thüringen, Björn Höcke, abgestimmt. Frauke Petry konnte ihre Linie mit 9:4 Stimmen durchsetzen. Die Gegenstimmen kamen von Andre Poggenburg, Alexander Gauland, Jörg Meuthen und Armin-Paul Hampel.

Bei einer ersten Konferenz direkt nach der umstrittenen Rede von Höcke bei der Jungen Alternativen in Dresden, hatte es noch keine Mehrheit für ein Ausschlussverfahren gegeben. Nun wird der neuerliche Entschluss der Umfaller damit begründet, man sei nach eingehender juristischer Bewertung zu dem Ergebnis gekommen.

Damit ist Höcke aber noch nicht raus aus der Partei, das zuständige Landesschiedsgericht des AfD-Landesverbandes Thüringen muss in erster Instanz über den Antrag befinden und das ist erst der Anfang. Bis zu den Bundestagswahlen im Herbst muss das Verfahren noch lange nicht abgeschlossen sein. Wird das „Höcke-Lager“ einen Gegenangriff starten und damit die Wahlen in NRW gefährden, wo Pretzell den Landesvorsitz inne hat? Wie reagiert die Basis in Sachsen, wo Petry der Partei vorsteht?

Blau-schwarze Koalition im Bund?

Was ist mit den Gerüchten über angebliche Koalitionsbestrebungen der AfD mit der Union, falls es gelingt, Merkel zu stürzen und Blau-Schwarz eine Mehrheit hätte? Mit Höcke an Bord wäre das Geschrei der Medien zu groß, dass eine entmerkelte Union nun doch mit den Blauen die Regierung bildet – einer bereinigten AfD würde man aber eventuell eine kleine Chance geben. Dazu muss Petry den Landesparteitag in Sachsen überstehen, auf dem es sicher heiß her gehen wird. Ein Konsenz der Anhänger beider Lager lautet an der Basis noch immer, dass die Partei vor jeglicher Spaltung zu schützen sei.

Spitzenkandidatur noch nicht endgültig entschieden

Die AfD hat noch keinen Spitzenkandidaten für den Wahlkampf bestimmt. Ein vorläufiger Entschluss sieht ein Spitzenteam mehrerer Kandidaten vor. Endgültig ist dieser Entschluss aber nicht, denn an dritter Stelle in der Mitgliederbefragung hieß es:

Soll vor der Bestimmung des oder der Spitzenkandidaten durch den Bundesparteitag im April 2017 eine weitere Mitgliederbefragung zur Person des oder der Spitzenkandidaten durchgeführt werden?
Teilnehmer: 7.186
Davon JA: 5.705 Stimmen (79,39 Prozent)
Davon NEIN: 1.481 Stimmen (20,61 Prozent)

Der Machtkampf in der AfD ist also weiterhin offen. In einem entscheidenden Wahljahr aber kann das tödlich sein für die gesamte Partei.

Anzeige

für eine Banküberweisung finden Sie die Kontonummer im Impressum

Opposition 24 unterstuetzen
Ihre Email Adresse:

Hinweis zu den Kommentaren

Kommentare geben nicht die Meinung der Redaktion wieder!
Redaktion
Über Redaktion 5619 Artikel
Frisch aus der Redaktion

9 Kommentare

  1. Das war es dann wohl mit der Wahl 2017 und erfolgreich.
    Wenn der Petry-Pretzell-Clan sich damit selbst demontiert ist die AfD tot.

  2. Stimme Luff Pui völlig zu. Ich denke im Bundesvorstand der AfD ist einer egomanischer als der andere. Ich las vor Wochen in einem Anfall von Verzweiflung das Parteiprogramm der npd – das fand ich zu meiner Überraschung ganz vernünftig. Ich weiß, daß viele mich nun zerreißen möchten, aber selber denken und handeln ist Pflicht. Ich kann die großen Parteien einfach nicht mehr wählen. Ich will kein „weiter so“ (CDU), kein „mehr davon“ (SPD), kein „was immer“ (FDP), kein „alles Hetze“ (LINKE), kein „Deutschland abschaffen“ (Grüne) und auch kein „wir nehmen uns so wichtig, deswegen scheiß‘ auf Deutschland“ (AfD).

    Eines ist jedenfalls nun glasklar: Die AfD erklärt, daß sie einen Höcke nicht aushält, weil er rechts sein soll – ergo ist die Partei links. Für Linkswähler muß die nächste Wahl ein Traum sein…. Willkommen im „Linksstaat“! Ich fühl‘ mich regelrecht verloren.
    Gott sei Dank gibt Viktor Orban den verlorenen Menschen in Ungarn Asyl.

    • Ein Häuschen am Plattensee ist bestimmt nicht das schlechteste ? !
      Aber mir wird die Sache mit Höcke langsam zu bunt.
      Höcke hat nichts falsches gesagt und wird nun von seiner eigenen Partei
      denunziert. Daran merkt man, wie Petry & Pretzell schon auf die Verräterparteien
      eingegangen sind. Um ehrlich zu sein, hat mich Petry noch nie überzeugt.
      In Talkshow`s macht Sie immer den Eindruck der Weichheit und Rücksichtsname
      gegenüber der gesamten Schweinebande und jetzt mit einer CDU koalieren
      ohne die alte Hexe, ist in meinen Augen eine bodenlose Feigheit.
      Als ob die Abgeordneten dieser Schweine-Partei nichts mit der Verbrecher –
      Politik Merkels zu tun hätten.
      Zum Glück, gibt es drei Schwergewichte, die Höcke verteidigen, da ist noch lange
      nicht das letzte Wort gesprochen. Sollte Höcke ausgeschlossen werden, ist
      mindestens die Hälfte der Partei auf Höckes Seite, dass wäre für die AFD
      zumindest bei diesen Wahlen der Genickbruch.
      Die Verantwortung dafür trägt Petry !
      Dann ist diese Frau als Vorsitzende der AFD nie mehr tragbar.

  3. Auch die AfD (Außer für Deutschland) ist nur eine Farce. Sie wurde von der CDU gegeründet um eine Auffangpartei für alle „Unzufriedenen“ und „Abweichler“ vom Kurs zu haben. Damit es eine Partei gibt, welche die Leute für Wählbar halten, damit die „Partei“ der Nichtwähler nicht zu groß wird!

  4. Spätestens diese Entscheidung des Bundesvorstandes macht deutlich,dass die AfD keine Alternative,sondern nur ein weiterer Teil des Deutschlandzerstörenden Establishments ist. Wer sich zudem die Landesverbände In SH und NRW anschaut,kann sich nur noch angewidert abwenden. Nun ist der Weg für Licht-aus-Martin und R2G endgültig frei.

Kommentare sind deaktiviert.