Ordo ab Chao: Das Schreien der Angstbürger und die schockierende Wahrheit über Werther

Hinter dem „Bürgerbündnis für mehr Videoaufklärung und mehr Datenschutz“ stecken ganz normale Bürger, wie der ehemalige Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) und der allseits bekannte Neuköllner Ex-Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD). Sie wollen die dauerhafte Überwachung an 50 gefährlichen Orten durchsetzen. Hätte Genosse Buschkowsky nicht während seiner Amtszeit mehr als genügend Mittel gehabt, die von ihm stets beklagte und zu Bestsellern verarbeitete Kriminalität zu bekämpfen?

1984 photo
Foto by David Blackwell.

Nichts hat funktioniert und seit Merkels illegaler Grenzöffnung explodiert die Gewalt auf öffentlichen Straßen und Plätzen noch weiter. Die jüngsten Fahndungserfolge durch Bilder mit Überwachungskameras haben Wirkung gezeigt. Der verängstigte staatsgläubige Bürger schreit nach noch mehr davon. Dass es sich um ein böses Spielchen handeln und er selbst bald Opfer dieser Massenüberwachung sein könnte, daran denkt er nicht. Bloß nicht selbst die Finger schmutzig machen, der Versorgerstaat soll richten, was er selbst angerichtet hat.

2013 bereits führte uns Edward Snowden zurück ins Jahr 1984, das für Merkel „Neuland“ bedeutete. Ein bißchen Protest quer durch die ganze Republik gegen den Big Brother Staat war die Folge der NSA-Affäre. Mal ein Spaziergang am NSA-Gehege, dem Daggercomplex bei Darmstadt, hier und da ein paar Kundgebungen und Talkshows und das war’s dann auch.

NSA Presse TV Kamerateam am Dagger Complex photo
Foto by opposition24.de

Merkel blieb im Amt und hält bis jetzt Obama die Treue, als glaubte sie an die Auferstehung des schwarzen Messias. All das hat ihr nicht geschadet. „Überwachung ist gut“, schreien die Fußvtruppen des Bürger-meister-begehrens, was sich für mich ähnlich anhört wie: „Zwei Beine schlecht – vier Beine gut“ aus Orwells Farm der Tiere, nur handelt es sich eben um eine Menschenfarm.

Mit Buschkowsky hat die Überwachungstruppe ein medienwirksames Zugpferd im Stall. Seine Bemühungen um „Aufklärung“ habe ich ihm nie abgekauft – bis auf ein einziges Mal – als ich sein erstes Buch lesen musste. Er vertritt darin ausschließlich staatliche und täterorientierte Konzepte als Lösung aus der Misere, obwohl er selbst den laschen Sozialstaat als eine der Hauptursachen neben „soziokulturellen“ Hintergründen benennt. Mehr Überwachung ist die Fortsetzung dieser Fokussierung auf die Täter. Sozialdemokratie, auch wenn sie gut gemeint ist, mündet über den Sozialismus eben immer in einen totalitären Staat, der seine Bürger vollkommen entmündigt, dass sie sich nicht einmal bei Verbrechen angemessen zur Wehr setzen dürfen. Die Waffengesetze wurden diesen Monat nochmals verschärft und was das Recht auf Notwehr anbelangt, war es immer schon so, dass so mancher mutige Helfer vor Gericht eine böse Überraschung erleben konnte – vor allem wenn linksgespülte Volksvertreter einen Rassismusskandal wittern und glauben, der nette Antänzer von der Straße hätte doch vielleicht nur nach etwas menschlicher Wärme gesucht …

Aber der Irrsinn ist nicht aufzuhalten. In Anlehnung an ein konfuzianisches Sprichwort fällt mir nur ein: Man sollte das Schlechte nicht bekämpfen, wenn man das Gute stärken kann. Kriminellen weist man die Tür und schränkt nicht stattdessen die Rechte der Opfer ein, die nur deshalb so leicht Opfer werden können, weil sie nicht wehrhaft sind.

Aber jedes „hätte“, „sollte“ und „könnte“ bedeutet halt nur, dass es sich genau anders herum verhält. So wie es keine freien Bürger gibt, sondern eben nur freie Menschen, weil sie nicht für irgendetwas bürgen müssen, gibt es in diesem Land keine frei zugänglichen Waffen für jene, die sich von einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung beschützt wissen wollen. In Wahrheit werden sie vor jedem freiheitlichen Gedanken geschützt. Denn es ist „ein einförmig Ding um das Menschengeschlecht“ wie Goethe schon sagte, „die meisten verarbeiten den größten Teil ihrer Zeit, um zu leben, und das bißchen, das ihnen von Freiheit bleibt, ängstigt sie so, daß sie alle Mittel aufsuchen, es loszuwerden.“ Heute glaube ich, dieser junge Werther hat sich gar nicht aus Liebeskummer erschossen …

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Wolfgang van de Rydt
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