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Seit 2010 ist Michael Kaufmann Professor für Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, hat also schon etwas Ahnung, wie Prüfungen ablaufen sollten. Über Nacht hat Rot-Rot-Grün in Thüringen in der vergangenen Woche die Forderung der FDP nach Online-Prüfungen an Universitäten und Hochschulen ins Mantelgesetz geschrieben. Die dadurch angestrebte Änderung des Thüringer Hochschulgesetzes befürwortet die Durchführung von universitären Online-Prüfungen, die auch von zu Hause aus durchgeführt werden können. Dies könnte Konflikte mit Bundesrecht hervorrufen und Rechtsunsicherheit schaffen.

Als Sprecher für Wissenschaft und Hochschule der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag gab Kaufmann folgende Stellungnahme ab:

„Als AfD-Fraktion müssen wir diesem unüberlegten Vorstoß eine klare Absage erteilen. Bei unregulierten Online-Prüfungen ist nicht feststellbar, ob Verstöße gegen die Prüfungsordnung begangen werden. Dadurch werden die Prüfungen anfechtbar und dem Missbrauch wird Tür und Tor geöffnet. Online-Prüfungen dürfen ausschließlich in geprüften Hochschulräumen mit entsprechender Software abgenommen werden, um Betrugsversuche auszuschließen. Darüber hinaus stehen praktische Probleme im Raum, wie die Prüfung gestaltet, befristet und bewertet werden soll, wenn technische Probleme auftauchen.

Es gilt zu vermeiden, daß Thüringer Studienabschlüsse als geringwertiger eingestuft werden, weil die Gleichwertigkeit und Gleichbehandlung mit anderen Bundesländern oder vorherigen Studentengenerationen nicht mehr gegeben sind. Bereits jetzt kommt es bei der Anerkennung von Bildungsabschlüssen in anderen Bundesländern regelmäßig zu erheblichen Problemen.“

Ein Bekannter hat vor einigen Tagen eine Online-Prüfung an der Medizinischen Fakultät an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg bestanden. Die Prüfer hatten die Zeitdauer der Prüfung stark eingeschränkt, um zu verhindern, daß an einem Zweiten Computer Recherchen zu den Fragen stattfinden können. Keiner der Prüflinge hat es geschafft, alle Fragen zu beantworten, eben weil stark aufs Tempo gedrückt wurde. Ich erinnere mich, daß manche meiner Mitstudenten schon bei normaler Zeitdauer rote Köpfe bekamen. Für Leute, die nicht mit Streß umgehen können, ist das nichts. Und wie will man überwachen, ob jemand neben dem Prüfling sitzt und „hilft“? Oder ist es wie in der Affäre Kahrs möglich, daß der Verdacht aufkommt, ein guter Bundesbruder habe die Prüfung anstelle des Prüflings geschrieben?

Viele Fragen, keine Antworten.

Grüße an den V-Schutz. Sofort Meldung an die Reichskanzlei das Bundeskanzleramt. Ein thüringer AfD-ler hat gemeckert. Wie kann man das rückgängig machen?


Quelle und Erstveröffentlichung: Prabelsblog

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