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Peggychoucair / Pixabay

Ich liebe meinen alten, weißen Mann
Wenngleich er manche Dinge
Nicht so richtig kann.

Er sorgt für mich
Und denkt beständig an mein Wohl.
Er sagt, er liebt mich ewiglich
Und kocht mir Blumenkohl.

Ich liebe meinen alten, weißen Mann,
auch wenn er einen Reifen
nicht montieren kann.

Doch dafür trägt er mich auf Händen,
Und hilft den armen Menschen
Mit seinen edlen Spenden.

Ich liebe meinen alten, weißen Mann,
oblgeich er nicht mit Schneidwerkezug
hantieren kann.

Statt dessen müht er sich tagein, tagaus
Und baut mir von dem eignen Geld
Ein schönes, sich’res, großes Haus.

Ich liebe meinen alten, weißen Mann,
wenngleich er keinen Nahkampf kann.

Doch dafür schenkt er mir Preziosen,
tiefe Achtung, rote Rosen.

Ich liebe meinen alten, weißen Mann,
weil er mein Herz verstehen kann.

Und käme nun ein bunter Mann,
und trüge sich an mich heran,
wird er mein Herz gewiss verfehlen
weil ihm die Gaben meines Mannes fehlen.

D’rum lieb ich meinen alten, weißen Mann,
weil er allein mein Herz verstehen kann.

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Maria Schneider ist freie Autorin und Essayistin. In ihren Essays beschreibt sie die deutsche Gesellschaft, die sich seit der Grenzöffnung 2015 in atemberaubendem Tempo verändert. Darüber hinaus verfaßt sie Reiseberichte.