Neues Verfahren soll Identifizierung von Straftätern mithilfe von Proteinen aus Haarprobe ermöglichen

Werden in Zukunft mehr Straftäter gefasst?

Forscher des Lawrence Livermore National Laboratory sind einem revolutionierenden biologischen Verfahren zur Identifizierung von Straftätern einen Schritt näher gekommen.

dna-analyse

Die Forscher wiesen eine im Vergleich zur DNA höhere chemische Stabilität von Proteinen aus Haarproben nach. Eine Identifizierung von Straftätern soll damit im Vergleich zur DNA-Analyse für einen längeren Zeitraum möglich sein.

Gibt es an einem Tatort keine Fingerabdrücke oder Augenzeugen, führt die DNA-Analyse biologischer Proben in häufigen Fällen zur Ergreifung eines Täters. Bisher ist die DNA-Analyse das effektivste Verfahren, mit dem ein Mensch anhand biologischer Proben eindeutig identifiziert werden kann. Jedoch hat das Verfahren einen entscheidenden Nachteil: Chemische Prozesse und Umwelteinflüsse führen im Laufe der Zeit dazu, dass das DNA-Material nicht mehr zur Analyse geeignet ist. Proteine aus Haarproben hingegen sind in ihrer chemischen Struktur robuster als DNA und könnten daher womöglich für eine Identifizierung länger genutzt werden.

Können Menschen anhand einer Haarprobe identifiziert werden?

Proteine können, genau wie DNA, Variationen aufweisen, mit denen sich ein einzelner Mensch identifizieren lässt. Forscher vom Lawrence Livermore National Laboratory nutzen diesen Umstand und möchten anhand von Proteinen aus Haarproben Menschen eindeutig identifizieren. Die höhere chemische Stabilität der Proteine im Vergleich zur DNA konnte von den Forschern bereits nachgewiesen werden: Bei sechs Haarproben, die bereits bis zu 250 Jahre alt waren, waren die Proteine auch nach diesem langen Zeitraum chemisch stabil. Zusätzlich analysierten die Forscher die Haarproben von 76 noch lebenden Individuen. Die Wissenschaftler fanden in den Haarproben insgesamt 185 Protein-Marker, die nach Angaben der Forscher ausreichend seien, um einen einzelnen Menschen aus einer Population von einer Million zu identifizieren.

Was sind die nächsten Schritte zur forensischen Revolution?

Die Forscher hoffen, in folgenden Analysen die wichtigsten 100 Protein-Marker zu bestimmen. Diese sollen es ermöglichen, eine individuelle Person mithilfe einer Haarprobe aus der gesamten Weltbevölkerung zu identifizieren. Falls dies gelingt, würde das neue Verfahren die Forensik revolutionieren und die Identifizierung von Tätern wesentlich vereinfachen. Chemiker Brad Hart, Direktor des Forensic Science Center, erklärt: „Wir befinden uns in einer sehr frühen Phase der Entwicklung protein-basierter-Identifizierung. Diese Methode wird die Forensik komplett revolutionieren und obwohl wir bereits weit fortgeschritten sind, gibt es noch unzählig viele Schritte zu tun, damit das volle Potenzial der neuen Technik auch wirklich ausgeschöpft werden kann.“

Was ist der mögliche Wert der neuen Methode?

Die Methode zur protein-basierten Identifizierung von Straftätern steht noch am Anfang. Forscher konnten in einem ersten Schritt nachweisen, dass Proteine aus Haarproben zur Identifizierung geeignet sind und gemeinsam mit DNA-Analysen Straftäter in Zukunft womöglich überführen können. Als entscheidender Vorteil des Verfahrens könnte sich die höhere chemische Stabilität der Proteine erweisen, die auch nach langen Zeiträumen eine Identifizierung ermöglichen. Ist eine biologische Probe bereits zerfallen und daher zur DNA-Analyse nicht mehr geeignet, gibt es augenblicklich keine andere biologische Methode. Womöglich würden sich auch nachträglich ungelöste Fälle bearbeiten lassen, falls ein bisher unbekannter Täter eine Haarprobe hinterlassen hat.


Bericht via beipress.de / by Timo Franke

 

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