Neues aus der Anstalt – Psychiatrie verweigert Akteneinsicht

Wo bleibt die Antwort von Hessens Sozialminister Stefan Grüttner?

Nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) hat jeder Patient einen Anspruch auf Einsicht in die ihn betreffenden Krankenakten (@VerfG, NJW 1999, 1777)

Auch das ärztliche Berufsrecht verpflichtet den Arzt, seinen Patienten Einsicht in die objektiven Teile der Krankenunterlagen zu gewähren (§ 10 Absatz 2 MBO).

Dennoch verweigern seit Jahren die Vitos – Kliniken einem ehemaligen Patienten diese Einsicht, obwohl sie für eine weitere medizinische Behandlung dringend notwendig wäre.

Klaudiusz P. wohnt mittlerweile in Polen und wird dort von seiner Mutter Bogna R. betreut.

Die Geschichte, wie sie ihren Sohn aus der geschlossenen Psychiatrie holte, wird durch etliche Schriftwechsel zwischen Gerichten, der Klinik und weiteren involvierten Ämtern dokumentiert.

Das aktuellste uns vorliegende Dokument ist datiert auf den 30. Juli und richtet sich erneut an das Hessische Sozialministerium. Hier ein kleiner Ausschnitt.

bogna ruth

 

Frau Ruth bittet hier zum wiederholten Male um Hilfestellung des Ministeriums zur Herausgabe der Patientenakten ihres Sohnes Klaudiusz. Sämtliche Eingaben wurden bisher ignoriert.

Daher haben wir die Zusendung per Einschreiben im Namen von Frau Ruth vorgenommen, auf eine Antwort wartet sie bis heute noch.

Handschellen
Klaudiusz Palm während der Unterbringung in der Forensik Riedstadt

Klaudiusz Palm war über 15 Jahre in den Kliniken Gießen und Riedstadt geschlossen untergebracht. Seine Geschichte ist in verschiedenen Fachblogs schon ausführlich beschrieben.

„Er wurde nach einem schweren Autounfall bei dem er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt durch unglückliche Umstände in die Allgemeinpsychiatrie eingewiesen.

Die hier tätigen Psychiater haben an ihm „ganze Arbeit“ verrichtet. Dienstbeflissen und geschäftstüchtig haben Sie aus dem jungen, hochbegabten Mann einen Forensik-Patienten gemacht der am Ende nur durch einige glückliche Fügungen und die unglaubliche Hartnäckigkeit seiner Mutter den Schergen Dr. Rüdiger Müller-Isberner und Dr. Eutsterschulte entkommen ist.“

Zahlreiche Gutachten und Gegengutachten, Stellungnahmen und viele Medienberichte über die Praxis in den Kliniken runden das Bild ab, das auch Frau Bogna schildert. Wer sich beschwert, dem wird mit Einschränkungen gedroht – Angehörigen das Besuchsrecht verweigert. Das Darmstädter Echo hat mehrfach darüber berichtet.

Dennoch verweigern die Behörden bis heute ihre Unterstützung zur Herausgabe der Patientenakten. Da liegt der Verdacht sehr nahe, dass in den Unterlagen eindeutige Hinweise auf Fehldiagnosen zu finden wären, ansonsten gibt es keinen Grund, im Zeitalter der „Transparenz“ diese Einblicke zu verwehren.

Bald sind auch  in Hessen die Sommerferien zu Ende – vielleicht hat das Zögern ja ganz profane Gründe und der Herr Sozialminister befindet sich noch in seinem wohlverdienten Urlaub.

Möge er sich frisch und ausgeruht der Sache widmen!

 

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1 Kommentar

  1. Wie allmächtig und selbstgerecht die Führungskräfte der VITOS Psychiatrie zu Werke gehen kann sich ein Außenstehender nicht vorstellen. In meinem Bekanntenkreis hat man mir nicht geglaubt, was in der VITOS Psychiatrie mit meinem Sohn gemacht wurde. Viele sagten, so etwas sei doch in unserem Land niemals möglich. Das geht doch gar nicht! Weit gefehlt.

    Ein unheilige Allianz aus Justiz (Richtern, Rechtsanwälten oft auch Betreuern, Staatsanwälten) und den Führungskräften der Vitos Forensik führt hier von der Öffentlichkeit ungehindert und vollkommen ohne Enddeckungsgefahr ein Folterregime das man eher einer Schwarzafrikanischen, Arabischen oder Lateinamerikanischen Diktatur zuordnen würde.

    Die Seilschaften zwischen Justiz und Maßregelvollzug werden schon früh geknüpft. Oft kenn man sich in Gießen und Marburg schon seit Jahrzenten und arbeitet „vertrauensvoll“ zusammen.

    Die Angestellten der VITOS GmbH schulen die Richter und Staatsanwälte in Seminaren und die Richter der Strafvollstreckungskammer besuchen mit Studenten und Justizangestellten die VITOS Forensiken Haina, Gießen und Riedstadt. So werden Verbindungen geknüpft die oft ein ganzes Juristen und Ärzteleben halten. In gemeinsamen Tagungen werden Strategien entwickelt die dann umgesetzt werden.

    Im Falle meines Sohnes hätte der gesunde Menschenverstand ausgereicht um festzustellen, dass ein Mensch mit einem schweren Schädel Hirn Trauma dort nichts verloren hat.

    Doch die gute Vernetzung und die Gewinnsucht der privaten VITOS GMBH haben ausgereicht um eine Maschinerie in Gang zu setzen die ich nicht mehr stoppen konnte.

    Im Falle meines Sohnes Klaudiusz wurde aus einem Verkehrsunfallsopfer durch die Psychiater der Vitos und Ihren Ärztlichen Direktor Dr. Rüdiger Müller Isberner ein Forensik Patient. Die 8 Jahren Haft in den VITOS Maßregelvollzugsgefängnissen hätten in einem mittelalterlichen Folterkeller nicht grausamer ausfallen können.

    Fixierung mit Gurten, die Hände in Stahl-Handschellen, Zwangsmedikation, Isolation und das erreichen des Verlustes der Betreuung all dies hat Dr. Rüdiger Müller-Isberner, Dr. Eusterschulte und Konsorten zu verantworten.

    Diese extrem schmerzhafte und grausame Vorgehensweise das von deutschen Psychiatern begangen wurde, ist ein Fall für die Menschenrechtsabteilung der Vereinten Nationen.

    Doch wo kein Kläger, da kein Richter. Müller Isberner hat schon beizeiten dafür gesorgt, dass ich als Mutter von den Richtern für Unzurechnungsfähig gestempelt wurde die nicht in der Lage wäre sich um ihren Sohn zu kümmern.

    Mein Sohn ist kein Einzelfall. In den Kerkern der privaten VITOS GmbH sitzen ca. 750 Menschen deren einziger Therapieerfolg die Millionen auf dem Konto der VITOS sind.

    Wer stellt endlich dies Kumpanei zwischen Richtern, Gutachtern, Staatsanwälten und dem VITOS Maßregelvollzug ab?

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