Onlinecasinos: Wie viel Regulierung muss sein?

Onlinecasinos erfreuen sich großer Beliebtheit. Das Spielverhalten ist nicht statistisch erfasst, aber die Umsätze der Betreiber steigen kontinuierlich. Wie das Glücksspiel im realen Leben hat aber auch das Onlinespiel seine Schattenseiten. Nicht bei allen Anbietern geht es ganz seriös zu. Und Spielsucht ist natürlich auch hier ein großes Thema. Kritiker fordern deshalb immer wieder eine stärkere staatliche Regulierung und Kontrolle. Deutschland hat bereits darauf reagiert. Österreich und anderer EU-Länder könnten nachziehen.

Glücksspielregulierung in der Diskussion

Das Thema Glücksspielregulierung ist komplex, nicht nur im Onlinesektor. Denn hier geht es um ganz grundsätzliche Themen. Wo muss ein Staat zum Schutz seiner Bürgerinnen und Bürger in die Freiheit des Marktes oder sogar in persönliche Freiheiten eingreifen? Spielen kann süchtig machen und den finanziellen und persönlichen Ruin nach sich ziehen, so viel ist klar. Aber das können auch Alkohol, Pornografie oder sogar ganz alltägliche Dinge wie Essen oder Einkaufen. Wo also eine Trennlinie ziehen?

Ein wichtiges Argument für eine Regulierung ist sicherlich, dass Spielanbieter durch Werbung oder Spieldynamiken Suchtverhalten begünstigen oder ausnutzen könnten. Wenn beispielsweise Onlinecasinos mit einem Bonus auf Einzahlungen locken, erscheint das sicher nicht nur Gelegenheitsspielern als attraktive Gelegenheit. Ein Bonus ist dabei nicht mal immer an eine Einzahlung gebunden, wie der Casino Bonus ohne Einzahlung Österreich zeigt. Doch Sonderangebote gibt es genauso bei anderen legalen, potenziellen Suchtmitteln wie Alkoholika. Auch hier ist die Trennung also nicht einfach. Bloße Regulierung ersetzt obendrein natürlich keine Ursachenbekämpfung und so muss vor allem auch Prävention zum Thema gemacht werden.

Dennoch tut eine gewisse Kontrolle des Angebotes sicherlich Not. Hier spielen auch finanzielle Aspekte eine Rolle, denn reguliertes Glücksspiel erschwert den unseriösen Betreibern auch das Vorbeischleusen ihrer Gewinne am Staat.

Was ändert sich in Deutschland?

Das Onlineglücksspiel spielt sich in vielen Länder bislang in einer rechtlichen Grauzone ab. Das war lange Zeit auch in Deutschland so. Offiziell nur im Bundesland Schleswig-Holstein zugelassen, ergab sich mittels rechtlicher Winkelzüge eine Situation, die im Netz eine umstrittene Casinolandschaft wachsen ließ.

Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 soll sich das nun ändern. Nach einer Umstellungsphase für die Betreiber sollen deutschlandweit konkretere Regeln gelten. Aus einer halblegalen, unregulierten Branche wird damit eine legale, aber regulierte. Konkret bedeutet das eine Limitierung der möglichen Einzahlungen und Einsätze, eingeschränkte Werbemöglichkeiten und Einschnitte beim Spielangebot. So sollen beispielsweise Live-Spielangebote gestrichen werden. Eine Spielerkartei soll dabei helfen Suchtverhalten zu identifizieren und einzuschränken. Gleichzeitig soll es aber auch deutlich mehr offizielle Lizenzen für Anbieter geben. Illegale Aktivitäten sollen so dezimiert und der Markt kontrollierbar werden.

Entwicklungen bleiben abzuwarten

Kritik am unregulierten Glücksspiel im Netz ist berechtigt, doch das Thema ist und bleibt komplex und umstritten. Ob Österreich und andere Länder bald mit Regulierungsmaßnahmen nachziehen, bleibt abzuwarten, doch entsprechende Forderungen bestehen. Ausuferndes Glücksspiel im Internet kommt weder Spielern mit Suchtpotenzial, noch den Staatsfinanzen oder seriösen Casinoanbietern zugute. Denn letztlich haben auch sie es im Kampf gegen dubiose Konkurrenten dadurch schwerer.

Es spricht also viel dafür, dass bald auch in anderen Ländern Eingriffe in die Welt der Onlinecasinos folgen könnten. Inwiefern diese sich als effektiv und vorteilhaft erweisen, bleibt dann ebenfalls abzuwarten.