#NeuralHash Backdoor auf dem iPhone: Apple-Nutzer laufen Sturm

Der Apple-Konzern hat wie kein anderes Unternehmen stets betont, wie wichtig die Privatsphäre der Nutzer sei und so zum Beispiel das Tracking von Apps für das iPhone erheblich eingeschränkt. Nicht jeder hat Apple die Werbebotschaft abgekauft, doch nun ist auch offiziell Schluss mit dem angeblichen Alleinstellungsmerkmal.

Ab sofort gilt der Generalverdacht für IPhone-Nutzer und mit dem nächsten IOS-Update wird eine Backdoor geliefert, die es in sich hat: Apple erklärt alle Nutzer zu potentiellen Kinderschändern. Die Diskussion wird nur in wenigen Fachmagazinen und Foren geführt, die breite Öffentlichkeit bleibt uninformiert. Politische Parteien, darunter auch die "netzaffinen" Piraten, haben das Thema noch nicht für sich entdeckt. 

Kritik liest man bei heise online: Statt die Pegasus-Affäre aufzuklären und seine Betriebssysteme abzudichten, führt der Konzern problematische Schnüffel-Funktionen beim iPhone ein. Was soll das? 

Wer mit Pegasus nichts anfangen kann, dem sei gesagt, es handelt sich dabei um eine Spionagesoftware aus einer israelischen Softwareschmiede, die kürzlich in die Schlagzeilen geriet, weil damit Journalisten überwacht worden sein sollen. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hatte sich vor Jahren auf der Suche nach einem geeigneten Staatstrojaner für die Produkte der Firma NSO interessiert. Das ist alles Schnee von gestern, wenn Apple seine Pläne umsetzt und die Begehrlichkeiten von Regierungen erfüllt, um keine Käufer zu verlieren. China wäre da nur ein aktuelles Beispiel.

Jetzt wollen die ersten Apple-Nutzer Konsequenzen ziehen und bei dem anstehenden Kauf eines neuen iPhones nach Alternativen suchen. Es gibt auch Stimmen, wie beispielsweise im Forum macuser, die die Gefahrenlage weniger dramatisch sehen. Noch betrifft die geplante Änderung ausschließlich die USA, wie Apple betont, doch die Nutzer fürchten weltweit nicht umsonst, dass die Technologie von autoritären Staaten missbraucht werden könne. Inzwischen hat Apple auf erste Bedenken reagiert, wohl auch, weil bereits etliche Kunden angekündigt haben, die iCloud nicht mehr zu nutzen. Im englischsprachigen Forum macrumors schenkt man den Beteuerungen von Apple, man werde die Software länderspezifisch anpassen und so vor Missbrauch schützen, nur wenig Glauben. 

Die Kritik auf heise online fällt scharf aus: 

Wird die Kinderporno-Scanner-Idee tatsächlich umgesetzt – aktuell schaltet Apple trotz einer enormen, weltweiten Kritikwelle zahlloser Experten auf stur – werden sich die Diktatoren und Freiheitsfeinde künftig die Finger nach iPhone-Nutzern lecken. Deren Geräte kann man ja a) leicht knacken (siehe Pegasus) und b) kommen sie ja gleich mit integrierter Schnüffelsoftware! Dystopischer kann man sich die Zukunft kaum vorstellen.

Aber wird das Apple zum Einlenken zwingen?