Nationaler Weg gefordert, aber nur beim „Pflanzenschutz“

Das N-Wort ist plötzlich wieder erlaubt – der Zweck heiligt eben die Mittel.

Hier zwei Beispiele aus Österreich und Deutschland:

Umweltbundesamt fordert nationalen Weg bei Pflanzenschutz

In der Debatte um die neue Glyphosat-Zulassung hat die Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA), Maria Krautzberger, an nationale Spielräume beim Pflanzenschutz erinnert. „Die nationalen Spielräume müssen ausgeschöpft werden“, sagte Krautzberger der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe). „Chemischer Pflanzenschutz ist ohne Zweifel risikobehaftet, denn wenn die Mittel wirken, dann nicht ohne Nebenwirkungen für die Umwelt“, sagte Krautzberger. Deshalb könnten viele der Mittel nur mit hohen Umweltauflagen zugelassen werden. „Das bedeutet, dass die Anwendung von Mitteln mit starken indirekten Auswirkungen nur noch erlaubt ist, wenn der Betrieb einen Mindestanteil an Flächen vorweisen kann, auf denen auch Ackerwildkräuter wachsen“, sagte Krautzberger. Insekten und Vögel könnten so unbeeinflusst von Pflanzenschutzmitteln leben und fressen. „Auf diesen ökologischen Ausgleichsflächen müsste jeglicher chemischer Pflanzenschutz unterbleiben“, forderte die UBA-Chefin. Besonders wichtig sei es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln insgesamt deutlich zu minimieren und stärker auf Alternativen zu setzen. „Vor allem die konventionelle Landwirtschaft muss hier besser werden“, sagte Krautzberger.

SPÖ wird Gesetz für nationalen Ausstieg einbringen

Wien (OTS/SK) Volle Unterstützung für ein nationales Glyphosatverbot kommt vom burgenländischen SPÖ-Nationalratsabgeordneten Erwin Preiner. Nachdem die EU-Staaten gestern mit Mehrheit die unionsweite Zulassung des umstrittenen Pflanzengifts um fünf Jahre verlängert haben, hat die SPÖ ein Gesetz für ein nationales Verbot angekündigt. Preiner: „Wir sind dem Vorsorgeprinzip verpflichtet. Es geht um den Schutz der Menschen und der Umwelt. Ein Pflanzengift, das im Verdacht steht krebserregend zu sein, darf einfach nicht länger verwendet werden.“ ****

Österreich kann nach der EU-weiten Zulassung des Wirkstoffs zwar nicht Glyphosat selbst verbieten, aber trotzdem nationalstaatlich das Inverkehrbringen von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln untersagen, erläutert Preiner. Ein solcher Schritt ist aus dem Vorsorgeprinzip heraus sehr gut zu begründen, betont der SPÖ-Politiker: „Das Verbot ist absolut notwendig und ohne Alternative. Mit der Gesundheit der Menschen darf nicht gespielt werden.“

Glyphosat wurde von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Rahmen ihrer Evaluationen der Krebsrisiken als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft.

Viele Gemeinden in Österreich haben bereits den Schritt in die Glyphosatfreitheit gesetzt, darunter auch Winden am See im Burgenland, wo Erwin Preiner Bürgermeister ist. Im Burgenland bekommen diese Gemeinden dafür die Ökolog-Auszeichnung von der Umweltlandesrätin Astrid Eisenkopf verliehen.

2 Kommentare

  1. Das sinnlose Geschwurbel soll nur das Totalversagen der Nomenklatura kaschieren.
    Ein bayerischer Simpel führt Deutschland vor. Das kommt davon, wenn man Pfeifen als Minister einstellt.

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