русская версия

Musik kennt keine Grenzen und es singen nicht immer nur die Guten, weil böse Menschen angeblich keine Lieder kennen, sondern alle. Das Phänomen Lili Marleen einte die Soldaten verfeindeter Armeen in ihrer Hoffnung auf etwas Geborgenheit in Zeiten, in denen gewohnte Strukturen überall wegbrachen.

Jeden Abend spielte der Wehrmachtssender Radio Belgrad Lili Marlen, tausende deutsche Soldaten lauschten begeistert, bis Hinkebein das Lied verbieten ließ und die Sängerin Lale Andersen Auftrittsverbot bekam. Die Soldaten protestierten und die britische Feindpresse spekulierte, ob die Sängerin wegen ihrer Kontakte zu Juden im Konzentrationslager gelandet war. Goebbels musste sich dem Unmut in der Truppe beugen, so wurde das Lied wieder im Radio gespielt. Nachdem eine erste englische Fassung veröffentlicht worden war, erschien der Titel in weiteren Sprachen, bis jeder Soldat das Stück aus der Feder der Feinde kannte, sogar der böse Russe. Nichts spiegelt mehr den Irrsinn des Kriegs wider, als Lili Marleen …

2 Kommentare

  1. Hier noch ein Lied, das den Soldaten in Stalingrad viel bedeutete, wie ich von meinem Vater weiss. Er erlebte die Schrecken des Krieges und überlebte als einer der wenigen der 6. Armee den Russland-Feldzug, weil er schwer verwundet aus dem Stalingrader Kessel noch ausgeflogen wurde.
    Gut, dass er nicht mehr miterleben muss, wie jetzt wieder fahrlässig an der Lunte des Weltkriegs gezündelt wird !

    Es steht ein Soldat am Wolgastrand,
    Hält Wache für sein Vaterland.
    In dunkler Nacht allein und fern,
    Es leuchtet ihm kein Mond, kein Stern.
    Regungslos die Steppe schweigt,
    Eine Träne ihm ins Auge steigt:
    Und er fühlt, wie’s im Herzen frißt und nagt,
    Wenn ein Mensch verlassen ist,
    Und er klagt, und er fragt:
    Hast du dort oben vergessen auf mich?
    Es sehnt doch mein Herz nach Liebe sich.
    Du hast im Himmel viel‘ Engel bei dir
    Schick‘ doch einen davon auch zu mir.
    Du hast im Himmel viel‘ Engel bei dir
    Schick‘ doch einen davon auch zu mir

    1. Ein wirklich ergreifender Text. Wenn man versucht sich vorzustellen, dass man das Lied hört (oder vor sich hinsummt), während man mutterseelenallein an der Front am A..sch der Welt in einem eisigkalten Erdloch hockt, nicht wissend, was da um einen herum wirklich vor sich geht, versteht man…

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