Mitgliederschwund bei den Kirchen

Leere Bänke – mehr Austritte als Hochzeiten

Der Trend der letzten Jahre hält unvermindert an. Der katholischen Kirche kehrten im Jahr 2013 genau 178 805 Mitglieder den Rücken. Für die evangelischen Kirchen liegen noch keine aktualisierten Daten vor, sie dürften allerdings ähnlich hoch ausfallen. Kirchenaustritt.de

Das Bistum Münster hat eine Studie in Auftrag gegeben und die ernüchternden Zahlen veröffentlicht. In manchen Regionen hat sich die Zahl der Austritte verdoppelt. GA


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Als Grund werden auch die veränderten Gepflogenheiten bei der Steuererhebung durch die Banken genannt – der Steueranteil aus Kapitalerträgen wird von den Banken direkt über die Finanzämter an die Kirchen überwiesen. Erstmals haben somit auch viele ältere Menschen deshalb ihren Austritt erklärt. Merkur Online

Das trifft allerdings nicht auf die große Masse zu. Es fehlt der Glaube an die Lehren der Kirche und ihr – besonders als Arbeitgeber – ganz und gar unchristlicher Umgang mit ihren Schäfchen, stößt immer mehr auf Unverständnis, wie eine ehemalige Messdienerin berichtet, die sich lange Jahre in der Gemeinschaft wohlgefühlt hat. General Anzeiger

Die Missbrauchsskandale und vor allem die Affäre um den verschwendungssüchtigen Bischof Tebartz van Elst im Bistum Limburg waren für viele wohl nur ein Anstoss, diesen Schritt zu machen. Die Umfragen zeigen ganz deutlich, dass die Kirche und ihre Lehren als rückständig empfunden werden.

Ein großes Ärgernis ist für viele Konfessionslose auch, dass die Kirchen noch zahlreiche soziale Einrichtungen, wie Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Pflegeheime betreiben.

In manchen ländlichen Gebieten ist es schwer, einen Platz für die Kinder in einer nicht-kirchlichen Einrichtung zu finden. Auch für Pflegepersonal oder Erzieherinnen ist der Austritt aus der Kirche oder ein “unchristlicher” Lebenswandel oft mit Nachteilen verbunden.

Nicht immer wird die sogenannte “Christliche Präambel” im Dienstvertrag geltend gemacht, doch allein diesen Sonderstatus im Arbeitsrecht empfinden viele Beschäftigte als Schikane. Denn die von kirchlichen Trägern betriebenen Einrichtungen werden überwiegend nicht von den Einnahmen aus der Kirchensteuer, sondern manchmal bis zu 90% vom Staat finanziert.

Für die Zahlen aus 2014 liegen noch keine Gesamtstatistiken vor, doch die Meldungen einzelner Standesämter bestätigen den Trend. Im katholischen Trier hat sich die Zahl der Austritte fast verdoppelt und liegt gut ein Drittel höher als die Zahl der kirchlichen Eheschließungen. Wenn das traditionsreiche Trier nicht so viele “Hochzeitstouristen” anziehen würde, sähe die Gegenüberstellung noch ernüchternder für die Geistlichkeit aus. lokalo.de

Die Kirchen verlieren immer mehr an Bedeutung für den Alltag vieler Menschen. An staatlichen Schulen solle Religion gar keine Rolle mehr spielen – wurden zuletzt 2012 Teilnehmer einer Umfrage gefragt.
Statistik: Inwieweit stimmen Sie der Aussage zu, dass die Erziehung von Kindern in staatlichen Schulen frei von Religion sein sollte? | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Bei der Kirche ist man geschockt über die Zahl der Kirchenaustritte und betrachtet die Gründe durchaus differenziert. Die Skandale oder die geänderte Steuererhebung seien nur “der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt” – die Gründe jedoch lägen tiefer. Domradio

Ob die Kirchen mit neuen Initiativen wieder mehr Vertrauen schaffen können, wenn der Glaube fehlt, an dem, was die Kirchen lehren?

Gemeinsinn und Zusammenhalt, soziales Miteinander kann man auch außerhalb der Kirchen erfahren und die Erfahrung zeigt – wer einmal raus ist, der kehrt nicht wieder zurück in den Schoß der Kirche.

Wie man aus der Kirche austritt, wenn man noch Mitglied ist, erfährt man ganz unkompliziert auf der Seite Kirchenaustritt.de 

Die Abkehr vom Religiösen macht erneut auch deutlich, wie überholt das sogenannte Konkordat und das Konstrukt der “Körperschaft des öffentlichen Rechts” sind.

Die große Mehrzahl der Bevölkerung ist nicht religiös, die Gruppe der Konfessionslosen in Deutschland ist auf ca. 30 Millionen Menschen angewachsen – bei den Noch-Mitgliedern der beiden Kirchen dürften die wenigsten streng religiös sein und noch an einen personalen Gott oder die “unbefleckte” Empfängnis glauben – es ist also höchste Zeit, über eine echte Trennung von Staat und Kirche nachzudenken.


Bildquelle:

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Photo by rise-a-mui (Pixabay)

 



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2 Kommentare

  1. Was hier an Schäfchen “verloren geht” holt man beispielsweise mit Misereor und dessen Katastrophenszenarien in der dritten Welt dicke wieder rein.
    Die Klimakatastrophe nimmt dort ungehindert ihren Lauf und die Bürger werden entsprechend überzeugt. Unsere verblödete Bevölkerung (hier speziell die katholischen)
    fördert mit entsprechenden Spenden diesen Lug und Betrug an den Ärmsten der Armen.
    Sich von diesen “Lügenbaronen” zu trennen, fällt hier nicht mehr sehr schwer. Allerdings sind die Alternativen zum Austritt auch eher spärlich.

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