Franziskus: "Abtreibung ist Mord, Impfung Akt der Liebe" - Wie passt das zusammen?

Foto: Pixabay

Ein weiteres Mal werden die Katholiken von Papst Franziskus für dumm verkauft. Auf dem Rückflug seiner Slowakei-Reise sagte der 84 Jahre alte Jorge Mario Bergoglio, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, am Mittwoch vor Journalisten: "Abtreibung ist mehr als ein Problem, es ist Mord."

Im August hatte Franziskus erneut zur Impfung aufgerufen: Sich mit den zugelassenen Impfstoffen impfen zu lassen, sei ein Akt der Liebe, "für sich, für seine Familie und Freunde, sowie für alle Völker". 

Zuvor mussten allerdings einige religiöse Hürden beseitigt werden. Kurz vor dem Weihnachtsfest 2020 schrieb Vatican News: Einige der Vakzine, die jetzt in verschiedenen Ländern Europas zum Einsatz kommen werden, entstanden mithilfe von Gewebe zweier Föten, die in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts abgetrieben wurden.

Und auch das ist nur die halbe Wahrheit. Wenn Serum "entnommen" wird, aus dem Stammzellkulturen gezüchtet werden, erfolgt dies nicht nach der Abtreibung, sondern davor - bei lebendigem Leib im Bauch der Mutter. Aber das spielt keine Rolle, denn gleich eingangs heißt es in dem Artikel: 

Die vatikanische Glaubenskongregation bezeichnet die Nutzung von Impfstoffen gegen das Coronavirus als „moralisch akzeptabel“. In einer Erklärung, die am 17. Dezember vom Papst gebilligt und an diesem Montag veröffentlicht wurde, zerstreut das führende Vatikanministerium ausdrücklich ethische Bedenken der Patienten, sich Impfstoffe injizieren zu lassen, bei deren Entwicklung und Produktion Zelllinien von in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts abgetriebenen Föten zum Einsatz kamen.

Und weiter:

Sich impfen zu lassen bedeute „keine formelle Beteiligung an Abtreibung“.

Doch! Wer nachträglich einen Nutzen daraus zieht und so die als Mord verurteilte Abtreibung der beiden Ungeborenen zu einem Akt der Liebe verklärt, handelt eindeutig widersprüchlich. Mehr Heuchelei geht nicht. Aber das ist man aus dem Vatikan gewohnt, Leibeswohl vor Seelenheil, aber nur dann, wenn es den eigenen Leib betrifft. 

Mir fällt allerdings ein Kniff ein, mit dem Franziskus auch den letzten Zweifel an der Impfung zerstreuen könnte. Er erklärt die beiden Embryonen zu Märtyrern und spricht sie heilig. Ihr Tod soll nicht umsonst gewesen sein. Und dann ließe sich sogar mit den leeren Ampullen und gebrauchten Injektionsnadeln ein schwunghafter Reliquienhandel betreiben, der mehr einbringen würde, als der "Heilige Rock" im Trierer Dom oder das "Turiner Grabtuch". Auf Jorge, mach was draus!