Deutsche Bauchlandung in Kiew

white and green tower during night time

von Hans-Jürgen Wünschel

Es ist nicht zu fassen, dass es in diesen Tagen so viele Menschen gibt, leider auch Politiker und Journalisten, die mitteilen, dass sie sich nie mehr hätten vorstellen können, dass in Europa noch einmal Krieg ausbrechen würde. Lassen wir mal das so stehen, denn es ist ja wohl noch der Jugoslawienkrieg in Erinnerung, den besonders die Grünen heraufbeschworen hatten.

Viel bedrohlicher aber ist, ist die Tatsache, dass diese „Gutmenschen“ ihrer eigenen Schwatzhaftigkeit auf den Leim gegangen sind. Bis 1990 war es bestimmenden Kreisen in Politik und Medien selbstverständlich, dass in Ost und West dieselben Begriffe aber mit ganz anderem Inhalt gefüllt waren. Dann wurde eingenebelt mit dem Schlagwort „Eine Welt“. Es wurde vergessen, dass die totalitären sozialistischen Ideen weiter existierten.

In Schule und Universitäten wurden die Systemunterschiede verniedlicht, nicht mehr gesehen, und die Sphäre der Nichtpolitik in den Vordergrund geschoben. Politik hat aber immer mit Macht zu tun. Der Mächtige setzt sich durch. Dem nicht zum erzogenen Menschen ist es gegeben, in Konkurrenz, d.h. in Macht zu denken. Nur im Gefängnis und auf dem Friedhof (!) gibt es Frieden! Sei es im Privaten, sei es normalerweise in der Politik gibt es Auseinandersetzung, die mal friedlich und je nach Interessenlage und Kompromissidee gewalttätig enden, enden muss, wenn sie zu einem Ergebnis kommen will.. Hat der Nachbar ein neues Auto, muss ich auch ein neues Auto usw. haben. Eines der schlimmsten Schlagworte seit 1990 war die Forderung nach Berechenbarkeit von Politik. Damit hat man die Sphäre der Politik, des üblichen Konkurrenzdenkens verlassen. Ein sichtbares Zeichen dieses Denkens war und ist die Entwicklung in der EU. Frankreich hat die Deutschen eingenebelt, doch selbst alles getan, um energiepolitisch fast autark zu sein. Lässt deutsche Truppen in Mali marschieren und zieht sich selbst zurück.

Wir redeten von Demokratie, von Familie, von Frieden usw. doch die originär sozialistische andere Seite verstand darunter immer etwas anderes als wir. Die DDR nannte sich auch Demokratie und unser Gutmenschen definierten dann als Familie die Zusammengehörigkeit von Mann-Mann oder Frau-Frau. Unser Wertesystem wurde zerstört. Doch gleichzeitig wurde von Verteidigung unserer Werte gesprochen. Viele glaubten noch an die überlieferten Werte, doch die Nomenklatura versuchte uns den anderen Inhalt und die z.T. konträre Bedeutung dieser „Werte“ zu predigen bzw. mit Zwangsandrohung zu vermitteln.. Sehr viele gingen, so die Ergebnisse unserer Wahlen, diesen raffinierten kommunistischen, grünen, sozialistischen Scharlatanen auf den Leim.

Um die Gemeinsamkeit zu zelebrieren wurden diejenigen, die auf die Unterschiede aufmerksam machten als Ewiggestrige, Verschwörungstheoretiker oder gar Rechte diffamiert. Nun wurden diese Phantasten durch das Verhalten des immer noch originär (national-) sozialistischen, kommunistischen Putin eingeholt. Ist uns eigentlich noch nicht bewusst geworden, dass nach 1990 der Begriff Kommunismus aus der Welt war? Wieso ist eine Ideologie, die 70 Jahre lang Schutt und Asche, millionenfaches Leid verursacht hat, plötzlich aufgelöst gewesen? Deutschland hat sich so sehr in diesem Nebel gefallen, dass die Wehrhaftigkeit und das Selbstwertgefühl abhanden gekommen ist. Dafür wurden „Eine-Welt-Parolen“ erfunden und das Gutmenschentum zum Non-Plus-Ultra erhoben. Die Bauchlandung kam spätestens mit der von uns initiierten Flüchtlingskrise und endet zur Zeit mit dem Krieg in der Ukraine.

2 Kommentare

  1. Hat der Autor evtl. nicht verstanden, dass Rußland etwas anderes ist als Sowjetunion?

  2. „Dem nicht zum erzogenen Menschen ist es gegeben, in Konkurrenz, d.h. in Macht zu denken.“ …wegen solcher Satzkonstruktionen hatte ich Probleme den Beitrag zu verstehen – und ich habe ihn schon dreimal gelesen! Was die „deutsche Bauchlandung“ ist, ist mir leider nicht aufgegangen, einzig die Begrifflichkeit scheint mir doch zu verniedlichend, um den Vorgang zu beschreiben. Für mich ist das unerträglich, daß sich die deutsche Regierung, die heute noch gerne den Schuldkult bemüht, aus dem „nie wieder“ über Nacht „einmal geht noch“ macht! Viel abscheulicher empfinde ich, was die s.g. Gutmenschen daraus machen. Da werden russischen Künstler gekündigt, Kinder ob ihrer Herkunft in der Schule beleidigt und verunglimpft und russische Lebensmittel aus dem Sortiment verbannt … ist es wirklich schon zu lange her, daß man die deutsche Bevölkerung aufforderte „Kauft nicht bei Juden“?! Eigentlich dachte ich immer, Krieg ist nur im Interesse von Regierungen, ihren Finanziers und den profitierenden Industrien … daß es auch im Interesse von Lieschen Müller und Otto Normalo sein könnte, ist mir nie in den Sinn gekommen! Ich dachte normale Menschen möchten in Frieden miteinander leben … hab mich wohl getäuscht. Ich hoffe ihr fühlt euch wohl in eurer Kriegspropagandablase … ich finde es einfach nur ekelhaft und deshalb ist für mich der Deutsche Beitrag zu diesem Krieg keine – hoppla – „Bauchlandung“. Wer genau hinschaut dem beantwortet sich jetzt ganz deutlich die Frage, die seit rund 70 Jahren immer wieder gestellt wird: „Wie konnte das damals nur passieren?“ … genau so!

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