McDonald’s ist am Ende – es lebe Hans im Glück

So geht Fast Food!

McDonalds krankt nicht wie die Konkurrenz von Burger King am Wallraff Effekt. Der Abgang hat andere Gründe.

„Das System ist kaputt“ – Warum McDonald’s keine Zukunft mehr hat schreibt Autor Tobias Fülbeck in der Huffington Post

Mit Tischbedienung und besserem Ambiente will man die Kunden nun überzeugen. Wer bitte geht zu McDonalds, um dort bedient zu werden? Es soll vor allem schnell gehen.

Niemand erwartet ernsthaft, dass Fast Food Ketten „Fair Trade Burger“ anbieten und die strengen deutschen Hygienestandards penibel einhalten – Hauptsache, es macht nur diesen Eindruck.

Die große Enthüllung des Herrn Wallraff förderte auch nichts Überraschendes zutage, sondern machte nur noch mal amtlich, was jeder schon wusste. Hinter den Kulissen geht es eklig und unfair zu – ob McDonalds, Burger King oder Kentucky fried Chicken – in der Wahrnehmung der Kundschaft ist das alles einerlei.

Wer weiss heute noch so genau, bei welcher Fast Food Kette das Team Wallraff „investigativ“ „Sensationelles“ enthüllt hat?

Der Wallraff Effekt hat vielleicht den Abstieg der gesamten Branche ein wenig beschleunigt, ist aber keineswegs die Ursache.

Ein weiterer Effekt wird verschwiegen. Der Service ist schlecht und einfach nicht mehr zeitgemäß. Zu Stoßzeiten muss man an manchen Standorten ziemlich lange auf sein Fast Food warten und das wechselnde Angebot aus Sparmenues und Sonderaktionen ist schwer durchschaubar. Nicht mal die Angestellten kommen da überall gut mit zurecht.

Deutschlands Fast Food Kunden haben McDonald’s und Co gründlich satt. Eine Grundsanierung ist schon lange fällig, doch die Giganten hatten kaum ernst zunehmende Konkurrenz. Das hat sie träge gemacht. Wozu ins Zeug legen, wenn die Mittagspause keine andere Alternative bietet?

Hat das Taumeln der Giganten vielleicht auch politische Gründe?

Das Image us-amerikanischer Konzerne war noch nie gut. Das hat dem Erfolg von Microsoft keinen Abbruch getan. Auch Apple hat mit iPhones und iPads Originale vorgelegt, deren Nachahmer auf Android made in USA als Betriebssysteme zurückgreifen müssen. Ernsthafte Konkurrenz gibt es vor allem auf dem Softwaremarkt nicht.

Auf dem Automarkt dagegen liegen amerikanische Hersteller abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Made in Germany ist nach wie vor unschlagbar – auch wenn gar nicht mehr das drin ist, was drauf steht – das Story Telling stimmt nach wie vor.

McDonald’s jedoch hat sich auserzählt – ein bißchen so wie die x-te Fortsetzung eines Hollywood Blockbusters – wer hat noch Interesse an der 12. Fortsetzung des ehemaligen Kassenknüllers Scream oder je alle Teile von Halloween gesehen?

Da kommt ganz plötzlich und unerwartet ein Hans im Glück daher. Das klingt nach Grimms Märchen, nach Made in Germany und erzählt die Geschichte des Burgers neu und verlegt die Schauplätze in die Gegenwart. McDonald’s – das ist das alte Amerika – Hans im Glück aber das neue Deutschland. Wir sind hipp. Wir können Burger. Wir sind wieder wer – wir sind Burger!

Früher haben die Amis vielversprechende deutsche Filme noch mal für Hollywood neu verfilmt und dann meist die Handlung in die USA verlegt. Aus Wim Wenders „Himmel über Berlin“ wurde so die „Stadt der Engel!“ und Dank besserer Vermarktung ein Blockbuster.

Hans im Glück kehrt das Prinzip um – Burger sind gut und wenn wir sie machen, noch besser!


Bildquelle: Opposition 24

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