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Symbolbild: eakmoto / 123RF Standard-Bild

Der parteilose Bürgermeister von Lügde hat seit Bekanntwerden des Missbrauchsfalls in seiner Stadt Hunderte Hassmails und Drohanrufe bekommen. „Sätze wie: Ich sollte mit dem Kinderschänder zusammen in eine Zelle gesperrt werden, gehören noch zu den harmloseren Sachen, die ich zu hören bekomme“, sagte Heinrich Josef Reker der Rheinischen Post (Freitag). Einschüchtern lasse er sich von den Hassmails nicht. „Ich habe deswegen keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Ich will der Bürgermeister zum Anfassen bleiben“, sagte der 65-Jährige. Reker beklagte, dass die Menschen in Lügde in Zusammenhang mit dem massenhaften Kindesmissbrauchs unter Generalverdacht gestellt würden. „Überall, wo man hinkäme, werde man verbal angegriffen, angefeindet, sobald man sagt, dass man aus Lügde käme. Das ist ein Stigma“, sagte Reker. „Wir sind Tatort, aber nicht Täter. Die Menschen hier wollen endlich in Ruhe gelassen werden“, so Reker. Der jahrelange massenhafte Missbrauch von Kindern im Alter zwischen vier und 13 Jahren auf einem Campingplatz im ostwestfälischen Lügde soll Ende Juni in einem Prozess strafrechtlich aufgearbeitet werden. Ein 56 Jahre alter arbeitsloser Dauercamper mit einem 34-jährigen Komplizen soll  mehr als 40 Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die Anklageschrift führt bislang 22 Opfer auf, die zum Zeitpunkt der Taten alle minderjährig gewesen seien.