London: Patientin stirbt an der Pest

Vor 350 Jahren: 100.000 Tote bei der grossen Pest von London

Margaret Porteous wurde am 12. April 1665 in London beigesetzt und gilt als erste registrierte Pesttote der großen Epidemie, die ein Jahr andauern sollte.

Die Pestbakterien sollen über Baumwollschiffe aus Holland auf die Insel gekommen sein. Dort, wo es um die Hygiene am schlechtesten bestellt war, breitete sich die Seuche zuerst aus – in den Armenvierteln im Hafengebiet.

Aber je wärmer es wurde, desto weiter schritt die Epidemie voran. Der König Karl II und seine Familie verliessen die Stadt, als die City of London von der Seuche heimgesucht wurde.

Wer es sich leisten konnte, verließ ebenfalls die Stadt. Woche für Woche raffte die Pest tausende Menschen dahin, die nichts wussten über die Übertragungswege durch Ratten und Flöhe und keine wirksame Medizin kannten.

Man griff zu allerlei verzweifelten Gegenmaßnahmen, wie das Verbrennen von Kräutern und vermehrtem Tabakrauchen, das selbst Kindern empfohlen wurde. Man glaubte, durch diese Luftreinigung, die Erreger wirksam bekämpfen zu können.

Nichts half, die Pest wütete weiter, schwächte sich erst im Winter 1665 etwas ab und und fand dann mit dem großen Brand von London im darauf folgenden Jahr ein Ende. Vier Tage vom 2. Septermber 1666 an verwüstete ein Feuer ausgehend von einer Bäckerei große Teile der Stadt und damit die Brutstätten der Flöhe und Ratten. Nochmal 100.000 Menschen verloren ihr Hab und Gut, aber nur wenige starben durch das Feuer.

Als Schuldigen fand man einen französischen Uhrmacher, der unter Folter die Tat gestanden haben soll, obwohl der Bäcker, der den Brand meldete, als Verursacher durch Nachlässigkeit fest stand. Der vermeintliche Agent des Papstes fand am 28. September den Tod durch den Strang. Schuldig waren somit die in England wenig beliebten Katholiken.

Die Pest war besiegt, die armseligen Elendsviertel der Stadt beseitigt und London wurde durch den Wiederaufbau umfassend modernisiert.

Keine Verschwörungstheorie jedoch ist, dass die Reichen und Mächtigen erst tätig wurden, als auch ihre Viertel und die St. Pauls Cathedral dem Feuer zum Opfer fielen.

Seuchen und Katastrophen,

das wusste man damals schon so wie heute,

betreffen am Schlimmsten meist nur

die kleinen Leute.

So war man mit einem Streich gleich mehrerer Probleme entledigt und konnte sich auf gute Geschäfte freuen…


 

Bildquelle: Pestcontrol – Washington D.C.

ratte photo
Photo by Wonderlane

 

 

 

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