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Jeffrey Epstein – public domain

Jeffrey Epstein musste bei der heutigen Gerichtsanhörung eine Niederlage einstecken. Bundesrichter Richard Berman lehnte den am Freitag eingereichten Kautionsantrag heute ab, für Donnerstag ist ein neuer Verhandlungstermin terminiert!

Die am vergangenen Montag entsiegelte Anklage beschreibt die Vorwürfe gegen den Finanzier.

Den Gerichtsakten zu Folge soll Epstein Dutzende von minderjährigen Mädchen sexuell belästigt und missbraucht haben. An verschiedenen Orten soll Epstein seine Opfer mit hunderten von Dollar bezahlt haben, zusätzliche Mädchen für ähnlichen Missbrauch zu gewinnen. Behörden gehen davon aus, dass mindestens 40 minderjährige Mädchen in Epteins Palm Beach Villa für sexuelle Begegnungen gebracht wurden.

Derweil sitzt Epstein im Metropolitan Correctional Center in Untersuchungshaft, drei Zellen neben El-Chapo, dem ehemaligen Drogenboss des Sinaloa-Kartells.

„Die Beweislast gegen Epstein nimmt stetig zu. Tag für Tag nimmt diese immer mehr Gestalt an“, sagte die Staatsanwaltschaft in Persona Alex Rossmiller am Montag gegenüber dem Bundesrichter Richard Berman.

Seit Epsteins Verhaftung Anfang des Monats treten immer mehr mutmaßliche Opfer in Erscheinung. Die Ermittlungsbehörden, die vergangene Woche ein Arsenal an Nacktfotos von jungen Frauen in Epsteins Villa an der Upper East Side gefunden haben, sind derweil noch mit der Ausarbeitung und Untersuchung der beschlagnahmten Fotos beschäftigt. Eines der fotografierten Opfer habe sich mittlerweile gemeldet, so die Staatsanwaltschaft.

Richter Berman möchte parallel die Finanzen des ehemaligen Hedgefonds-Managers weiter überprüfen lassen, bevor er darüber entscheidet, ob er bis zu seinem Prozess freigelassen werden soll.

Zuvor hatte die Verteidigung von Epstein beim zuständigen Gericht einen Kautionsersuch gegen Haftentlassung beantragt. Demnach habe Epstein seine 77 Millionen Dollar teure Villa in Manhattan sowie seinen Privatjet als Sicherheit angeboten. So habe sich Epstein bereiterklärt, neben dem Tragen einer elektronischen Fußfessel, einen kompletten Überwachungsapparat in seinem Haus zu installieren sowie die Einstellung von bewaffneten Sicherheitsleuten aus eigener Tasche zu finanzieren, die ihn rund um die Uhr im Auge behalten.

Seit seinem Schuldeingeständnis im Jahr 2008 „ist Herr Epstein ein gesetzestreuer Bürger ohne eine einzige Anschuldigung von kriminellem Fehlverhalten. Seither lagen seine Bemühungen auf seinen Wirtschaftstätigkeiten“, so die Verteidigung.

Die Staatsanwälte sind allerdings der Überzeugung, die elektronische Überwachung würde „dem Angeklagten lediglich einen geringeren Vorsprung bei der Flucht verschaffen“ und bewerten seinen

Antrag auf Hausarrest als Legitimation in einem „vergoldeten Käfig“ zu leben.

Beeinflussung von Zeugen

Laut Staatsanwaltschaft soll Epstein den Versuch unternommen haben, Zeugen aus seinem näheren Umfeld zu bestechen. „Epsteins Bemühungen, Zeugen zu beeinflussen, dauern bis heute an“, so die Staatsanwälte. Der milliardenschwere Unternehmer habe insgesamt 350.000 Dollar an zwei Personen aus seinem näheren Umfeld gezahlt. 100.000 Dollar an eine Person, die Epstein beim Aushandeln des 2008 geschlossenen Deals geholfen haben soll. Weitere 250.000 Dollar flossen an einen involvierten Mitarbeiter, der bei der Errichtung und Ausweitung des Netzwerks beteiligt gewesen sein soll.

„Die Zahlungen und ihr Zeitpunkt legen nahe, dass der Angeklagte versuchte, weitere Mitverschwörer zu beeinflussen, die angesichts der kürzlich wieder auftauchenden Vorwürfe Informationen über Machenschaften gegen ihn liefern könnten“, so die Staatsanwaltschaft weiter.

In der entsiegelten Anklageschrift wird Epstein auch beschuldigt, einige seiner Opfer ermutigt zu haben, andere minderjährige Mädchen für den Missbrauch zu rekrutieren. Opfer-Recruitern, so nennt man dies im Fachjargon, indem man hunderte von Dollar für jene Mädchen zahlte, welche die stetige „Versorgung“ mit dem Anwerben weiterer Mädchen aufrechterhielten.