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Foto: unlim3d / 123RF Standard-Bild

Auf der Seite „Indymedia“, deren Ableger „linksunten“ wegen Gewaltaufrufen verboten wurde, ist gestern eine Ankündigung von Anschlägen auf Abtreibungsgegner und die Apostolische Nuntiatur – der diplomatischen Vertretung des Vatikans – in Berlin veröffentlicht worden.

Zitat: 

„Das Thema Abtreibung und Schwangerschaft ist umfassend und geht von den Machtstrukturen der Kirche und patriarchaler Herrschaft aus, bis hin zu individualisierten Entscheidungen, geprägt durch Sozialisation, Klasse, Bildung und Konzerninteressen der Pharmaindustrie. Das Patriarchat ist nicht nur in Gesetzesbüchern und Psalmen verankert, sondern bildet das Zentrum für die Ausrichtung von Industriekonzernen, die über digitale Medien und Labore unsere Körper regieren.

Vor diesem Hintergrund der Verflechtungen, durch die die Körper von uns Frauen* regiert werden, wagen wir einen ersten Angriff mit Bitumen auf die Apostolische Nuntiatur aka den Berliner Wohnsitz des Papstes.“

Im weiteren Text sprechen sich die „Antifaschisten“ offenbar für die Abtreibung von Behinderten aus und rücken sich damit selbst in die Nähe der Euthanasie, wie sie zur Zeit des Nationalsozialismus propagiert wurde. Der Begriff „lebensunwertes Leben“ wird dabei freilich etwas anders umschrieben:

„Was bedeutet es, ein Embryo auf die Welt zu bringen trotz diagnostizierter Beeinträchtigung? Wie können wir von einer „freien“ Entscheidung sprechen, wenn eine Schwangere von allen Seiten das Bild eines Menschen vermittelt bekommt, der „anders“ sein wird, nicht „normal“, darunter leiden wird und die Frauen* selbst der Stigmatisierung und Ausgrenzung im Alltag ausgesetzt sein werden?“

Dass in diesem Zusammenhang Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele propagiert wird, daran lassen die anonymen Verfasser keinen Zweifel:

„Angriff als Verteidigung als Neuanfang

Das Objekt ist die ständige Vertretung des Papstes in der BRD. Sie ist Erfüllungsgehilfin der katholischen Institution.

Sie sind Vertreter*innen oben genannter Machtstrukturen, Verfechter*innen des Patriarchats und verschlossen gegenüber jeder Emanzipation. Ihre Hoffnung die Herrschaft über uns und unsere Körper aufrecht zu erhalten, muss durch Angriffe wie diese zerstört werden. Wir wollen die patriarchale Gesellschaft nicht reformieren, sondern abschaffen.“

Ob der Staatsschutz schon ermittelt? Wir fragen nach!