Stuttgart: Das Opfer schwebt noch immer in Lebensgefahr und befindet sich im Koma. Am 16. Mai waren drei Teilnehmer der „Querdenken 711“ Demo angegriffen worden. Zuvor hatten Unbekannte die LKWs des Veranstalters mit professionellen Sprengsätzen in die Luft gesprengt. Ca. 50 Vermummte hatten dann drei Mitglieder der Gewerkschaft Zentrum Automobil angegriffen. Der Daimler-Betriebsrat Andreas Ziegler wurde dabei mit einer Gaspistole schwer verletzt, die der Täter ihm direkt an den Kopf gesetzt und dann abgedrückt hatte.

Zentrum Automobil sieht eine Mitschuld bei der IG Metall, die jedoch jede Verantwortung von sich weist. Auf der Webseite von Zentrum Automobil sind aber etliche Bilder zusammengetragen worden, die zeigen, dass die IG Metall ganz offen mit der „Antifa“ kooperiert: Antifa und Gewerkschaft – Hand in Hand.

„Antifa“ ruft zu Mord und Bewaffnung auf

Auf der linksextremen Seite Indymedia ist zudem ein Bekennerschreiben veröffentlicht worden.

Der komplette Wortlaut macht fassungslos. Genau deshalb geben wir ihn hier wieder:

Im Vorfeld der sogenannten „Querdenken 711“ Kundgebung am 16. Mai auf dem Cannstatter Wasen bei Stuttgart haben militante Antifaschist*innen drei Rechte angegriffen, die zum Vorab-Treffpunkt der faschistischen Betriebsgruppierung „Zentrum Automobil“ stoßen wollten. Alle drei gingen nach kurzer Auseinandersetzung zu Boden. Der Rest der über 10-köpfigen rechten Truppe, unter ihnen Oliver Hilburger, der Kopf von „Zentrum Automobil“, und Simon Kaupert, faschistischer Medienaktivist, beobachteten den Angriff ungesehen aus der Deckung heraus. Sie kamen den Angegriffenen weder während der Auseinandersetzung, noch unmittelbar danach zur Hilfe.

Einer der Faschisten erlitt bei dem Angriff eine schwere Kopfverletzung, die ihn in einen medizinisch kritischen Zustand brachte. Mit der „Schwere der Verletzungen“ begründen die Bullen nun Ermittlungen wegen „versuchten Totschlags“. Die Aktion ist nur ein Beispiel von verschiedenen handfesten antifaschistischen Interventionen, die sich an diesem Tag gezielt gegen faschistische Präsenz auf der rechtsoffenen Veranstaltung richteten. Wegen dem Verletzungsgrad, der Aufmerksamkeit und den Ermittlungen, die die Sache nun nach sich zieht, möchten wir an dieser Stelle einige Worte zu dieser Aktion im Besonderen und zu körperlicher politischer Gewalt gegen Faschisten im Allgemeinen verlieren. Es geht uns damit nicht um eine einfache Bewertung, sondern um eine sachliche Diskussion unter Einbeziehung der verschiedenen Ebenen, die dabei eine Rolle spielen:

Zur Klärung des Sachverhalts:

Die Kopfverletzung zog der Faschist sich zu, nachdem er sich in der Auseinandersetzung mit zwei Schlagringen bewaffnete. Durch den Angriff wurde er daran gehindert sie einzusetzen. Es hat zweifellos diejenigen mit Härte getroffen, die auch selbst bereit sind hart auszuteilen. Die Auseinandersetzung war nicht sportlich und fair – das sollte aber auch nicht der Charakter einer ernsthaften antifaschistischen Intervention sein. Ebensowenig stand aber eine „Tötungsabsicht“ im Raum, wie es die Bullen nun behaupten.

Zur Schwere der Verletzungen:

Unserer Einschätzung nach kann es momentan nicht das Ziel antifaschistischer Angriffe sein, Nazis in Straßenauseinandersetzungen systematisch schwere bis tödliche Verletzungen zuzufügen. Aber wir sind nicht naiv: Jede körperliche Auseinandersetzung birgt die Gefahr einer ungewollten Eskalation. Schon ein Faustschlag kann unter Umständen tödliche Folgen haben und trotz guter Vorbereitungen kann das Eskalationslevel vom Gegner in eine Höhe geschraubt werden, der man sich in der konkreten Situation nicht mehr entziehen kann. Dieses Risiko gehen wir ein, weil es keine Alternative wäre, der Straßenpräsenz der Faschisten, die zwangsläufig zu enthemmter Gewalt und Mord führt, keine Grenzen zu setzen. Es bleibt die Feststellung, dass ein verantwortungsbewusster und kollektiver Umgang mit dieser Ebene antifaschistischer Arbeit notwendig ist und dass wir die Bereitschaft brauchen, einen konstruktiven und selbstkritischen Umgang mit den Risiken zu entwickeln – sie auszublenden wäre fahrlässig, sie zu verabsolutieren wäre lähmend.

Zur Frage der körperlichen Auseinandersetzung mit Faschisten:

– Der antifaschistische Kampf ist Teil der sozialen Bewegungen für eine freie und solidarische Gesellschaft und verteidigt dieses Anliegen auf verschiedenen Ebenen. Faschistische Kräfte arbeiten hin auf die politische und physische Vernichtung dieser Bewegungen. Wer das ernst nimmt, muss auch anerkennen, dass die gewalttätige Gegenwehr ein wichtiger Teil des Antifaschismus ist, der nicht unterschätzt werden sollte. Wir sind uns im Klaren darüber, dass der Einsatz von Gewalt gegen Menschen das letzte Mittel der politischen Auseinandersetzung ist und bleibt. Es kommt dann zum Einsatz, wenn andere Mittel nicht mehr greifen. Wir sind keine Sadist*innen und nicht gleichgültig gegenüber dem Leid Anderer. Deswegen versuchen wir nur soweit zu gehen, wie wir es in der jeweiligen Situation für angebracht halten.

– Es geht uns mit körperlichen Angriffen darum, das öffentliche Auftreten der Faschisten soweit wie möglich zu unterbinden. Wir treiben den gesundheitlichen, organisatorischen und materiellen Preis dafür in die Höhe. Sie sollen mit Schmerzen, Stress und Sachschaden rechnen und dadurch möglichst isoliert, gehemmt, desorganisiert und abgeschreckt werden. Außerdem zeigen sie oft genug selbst, wieviel ihre angebliche „Kameradschaft“ zählt, wenn es mal ernst wird. Dieser Wirkungsgrad politischer Gewalt erfordert keine gezielten schweren/tödlichen Verletzungen hat sich in der Vergangenheit immer wieder als wirkungsvoll erwiesen.

– Politische Gewalt ist in dieser Form aktuell auch für Teile der Bevölkerung, die wir erreichen und einbeziehen wollen als unvermeidlicher Teil des politischen Kampfes gegen die Faschisten verständlich – auch wenn das nicht in jeder Situation der Maßstab sein kann. Wir bezweifeln, dass eine härtere Linie, unabhängig von der Umsetzbarkeit, auf viel Verständnis stoßen würde.

– Warum wir es darüber hinaus aktuell für die antifaschistische Bewegung für gefährlich und nicht durchführbar halten, den Konfrontationskurs mit den Faschisten gezielt auf die Ebene von schweren/tödlichen Verletzungen zu heben: Wir gehen davon aus, dass wir als Bewegung momentan nicht stark genug wären, dieses Level in größeren Teilen und auf lange Sicht zu halten. Das gilt auch für den Repressionsdruck, den es zweifellos mit sich bringen würde. Uns ist klar, dass wir uns auf dieser Einschätzung nicht ausruhen können. Wenn der faschistische Mob wächst und sein Organisationslevel steigt, können andere Kampfformen notwendig werden. Das hat die Geschichte gezeigt und ein Blick z.B. in die Ukraine aktualisiert diese Feststellung. Verdeckte und bewaffnete Terrorzellen und die hunderten faschistischen Morde in den letzten Jahrzehnten, zuletzt in Kassel, Halle und Hanau zeigen auch in Deutschland: Die Gefahr für Migrant*innen, Linke und andere politische Feinde der Faschisten ist aktuell und tödlich. Momentan hat die antifaschistische Bewegung keine Antwort darauf. Das darf nicht so bleiben.

Neben einer sachlichen und klaren Auseinandersetzung zu militanter antifaschistischer Politik ist jetzt aber vor allem eines wichtig: Schützen wir uns gegenseitig vor den Angriffen der Repression! Kein unnötiges Geschwätz über die Aktionen in der Öffentlichkeit, in sozialen Medien und anderen Ecken des Internets, keine Spekulationen, keine Hinweise, die den Bullen bei ihren Ermittlungen irgendwie weiterhelfen könnten.

#staysafe

Werbeanzeigen

16 KOMMENTARE

  1. Es ist unfassbar was hier vor sich geht. Das ist nicht mehr meine Heimat. Ich erkenne Deutschland nicht wieder! Ist das wie 1933?

    • …..“Ist das wie 1933?“……
      Vergessen Sie ihre Fragen nach 1933 oder fragen Sie Zeitzeugen!
      Alle anderen können Ihnen nur sagen was sie sich zusammenreimen aus dem was sie gelesen und gehört haben.

  2. Eine Zusammenarbeit mit dem Zentrum Automobil ist von der AfD BW bisher abgelehnt worden. Auch von daher ist der Komplettaustausch des AfD-Vorstands dringend erforderlich, weil nur dann die reformwichtigen Kräfte im Land endlich gebündelt, und damit auch parlamentarisch und außerparlamentarisch wehrhaft, auftreten und wirken können.

  3. @OStR Ing.-Wiss. Peter Rösch

    Wird nicht passieren, weil auch der kleinste Hinterzimmer AFDler Angst um seine (vermeintlich sicheren) Pfründe hat, die er „gemäßigt“ unterwegs in Sicherheit wähnt.
    Würde mich nicht wundern, wenn nächste Wahl ZUGUNSTEN der AFD manipuliert werden muss, damit sich diese Vorgaukelopposition möglichst lange hält, sprich, sich nichts ändert. Wer die AFD retten will, der wählt sie nicht! Anders werden sie’s nicht begreifen. Meiner Ansicht nach ist der Drops gelutscht.

    Ach ja, lustiges Kerlchen Sie. Wie sollte ICH Pleb einem Beamten Remonstrationsgründe nennen können, wenn dieser im Laufe seines Lebens selber keinen einzigen finden konnte. 😉

  4. Trägt die IG Metall eine Mitschuld?
    *
    Sicherlich „JA“, denn > 80% aller Gewerkschaftler haben irgendein linkes Parteibuch.
    .
    Es vergeht zudem in Deutschland ja kaum eine Demo-Gelegenheit, wo Gewerkschaftler mit SPD, Grünen, Linken der Antifa und dem schwarzen Block gemeinsam gegen den kapitalistisch, fremdenfeindlich, antisemitisch und selbstverständlich rechts stehenden Feind marschieren. Punkt.
    .
    Aber nicht nur das.
    Dieses linke Protest-Konglomerat hat sich nach den sehr erfolgreichen Schulschwänzer-Demo-Unterwanderung von „Fridays for Future“ mal wieder was „Neues“ einfallen lassen:
    „Die Instrumentalisierung sogenannter sozialer Brennpunkte“.
    .
    Vergangene Nacht war es offensichtlich mal wieder der Fall.
    In Dietzenbach (Kreis Offenbach) wurde die Polizei wegen eines Brandes von Baufahrzeugen alarmiert. Dann wurden die Einsatzkräfte plötzlich von 50 Randalierern mit Steinen attackiert.
    Immerhin, nach anfänglich deeskalierenden Streicheileinheiten gab es diesmal wenigstens auch 3 Festnahmen!

    • Ist das Zufall, daß Sie da so schnell informiert waren?

      Es waren 50 „Randalierer“? Wurden die gezählt oder geschätzt?
      Verletzt wurde niemand trotz Bewurf mit Pflastersteinen die schon vorbereitet auf Haufen gelegt wurden.
      – Das schaffen nur Wirtinnen, die mit Reizgas besprüht wurden und von vier Einsatzkräften auf den Boden gebracht wurden.-

      Der Sachschaden konnte schon um 03:04 h von der Polizei vorsichtig auf mindestens 150 000 € geschätzt werden.

      • Bei Ihren „Wirtinnen“, die mit Reizgas aus Reichsbürgerbeständen besprüht wurden und von vier Einsatzkräften auf den Boden gebracht wurden und dabei das „Donaulied“ grölen?
        .
        Gewiss wäre da sofort der Hubschrauber mit dem Bundesanwalt aus Karlsruhe gelandet und hätte die Ermittlungen an sich gezogen.
        So aber ermittelt nur Hessens Innenminister gemeinsam mit der Ortspolizei in dem „sozialen Brennpunkt“. In dem trotz aller sozialpädagogischer Maßnahmen immer noch „schwarze Block-Schafe“ mit linken Parteibüchern wohnen!

  5. Wo ist mein Kommentar? Wenn ihr schon das mit den Juden nicht bringen wollt, dann stellt doch die Juso-Forderung ins Netz. Schließlich ist es wichtig zu wissen, daß die eine offizielle BRD-Terror-Organisation sind, oder?

  6. Ihr habt den Kommentar nicht erhalten? Hier nochmal.
    Jusos in der SPD
    Bundeskongress, 27.-29.11.2015 D7

    Demo-Sold erhöhen – Demokratie stärken
    1 Demo-Sold erhöhen — Demokratie stärken
    2
    3 Die Jusos unterstützen die Arbeit der „Gewerkschaft antifaschistischer Berufsdemonstranten“.
    4 Um der zunehmenden Belastung entgegen zu wirken und um dem Gesetz des freien Marktes
    5 nach Angebot und Nachfrage angemessen Folge zu leisten, fordern wir eine Erhöhung des
    6 „Demo-Sold“ auf 45 Euro pro Stunde um auch weiterhin eine permanente Bereitstellung von 48
    7 Bussen mit willigen Berufsdemonstranten zu garantieren. Die Sicherheitskontrollen an den
    8 Antifa-Geldausgabestellen der lokalen SPD-Gliederungen müssen entsprechend verstärkt
    9 werden.
    10
    11 Zusätzlich zu dieser Erhöhung regen wir Jusos eine Erhöhung der Verpflegungs- sowie der
    12 Übernachtungspauschale an um auch hier den gestiegenen Anforderungen an unsere
    13 Mitglieder gerecht zu werden.
    14
    15 Begründung:
    16 Die besagte Lohnerhöhung für akkreditierte Demonstrantinnen wurde vom alliierten Kontrollrat
    17 auf seiner 2342. Sitzung empfohlen um einen reibungsintensiven Ablauf bei
    18 Protestveranstaltungen aller Art zu gewährleisten. Die Abgaben in den Demonstrations-
    19 Veteranen-Fond und Zuschläge für Feiertage (z.B. 1.Mai) bleiben hierbei unberührt.

    Haben sie jetzt noch Fragen?

    Antifa ist eine Kampftruppe der BRD! Berufsdemonstranten!

    Sehr wahrscheinlich befinden sich viele des selbstauserwählten Volkes dariunter, wie in der sowjetischen Tscheka, die Millionen von Kulaken (Bauern) abgeschlachtet haben.

    Die werden gut versorgt.
    So bekam pro Kopf jeder zugewanderte auserwählte Jammerer 100.000 DM, ab 2002 bis 2005 dann 50.000€. Zudem Sozialhilfe lebenslang ohne Nachweis der Bedürftigkeit.
    Sehr wahrscheinlich erhalten noch heute die NY, East River Bewohner Getto-Renten von 250 – 400 € (aus einer Nachfrage eines CDU Abgeordneten im Bundestag 1999.)

    So ausgestattet kann man natürlich seine subversive zerstörerische Arbeit munter vorantreiben!
    Einer geregelten Arbeit müssen die nicht nachgehen.

  7. Noch ein kleiner aber extrem wichtiger Hinweis für die, die nicht gerne so lange Kommentartexte lesen.:
    schauen sie in Zeile 16 dort steht, daß der „alliierte Kontrollrat auf seiner 2342. Sitzung“….

    Also mal wieder mit der Nase in den Dreck gestoßen: wer sich für das GG einsetzt, der akzeptiert das Besatzungsstatut und damit seine eigen Vernichtung! Das GG kann nur in Verbindung mit der HLKO genutzt werden!

  8. Nicht nur die IG Metall. Auch die Verdi.
    Die geben die Mitgliedbeiträge dafür aus gegen Rechts und die AfD und Rassissmus und Islamophobie und Antisemitismus und und Frauenfeindlichkeit und Homophobie und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit usw. zu mobilisieren.
    Beispiele:
    https://thueringen.verdi.de/service/veranstaltungen/++co++c97ac214-4a90-11ea-bf8a-001a4a160100
    https://westfalen.verdi.de/ueber-uns/bildung/++co++fe7f6246-d5e2-11e7-9113-525400940f89
    https://frauen-hessen.verdi.de/service/veranstaltungen/++co++a2ff46da-ee71-11e9-beb7-525400f67940
    Indirekt:
    https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/kampagne-2/
    Auch die Bundeszentrale für politische Bildung:
    https://www.buendnis-toleranz.de/archiv/themen/extremismus/165514/seniorinnen-gegen-rechts-

  9. Das hat wohl auch damit zu tun: (der Algorithmus von google hat mir das geschickt)
    Renate Künast ist es „ehrlich gesagt leid dass der Antifagruppen die sich engagieren immer um ihr Geld gebracht werden“ (Minute 3:40).

  10. Hat unser Bundespräsident sich schon geäußert?
    Er ist doch schon bleich vor Entsetzten und bis ins Mark erschüttert, wenn jemand vor einem Rabbi auf den Boden gespuckt hat. Wo bleibt er denn?
    Der Innenminister könnte sich auch äußern. Von mir aus auch der ehemalige Innenminister oder auch unser Außenminister, der ja sonst auch gerne überall seinen Senf dazu gibt. Der Landesinnenminister und die vielen Politiker die sich dafür einsetzen daß hohe Summen für den Kampf gegen Rechts bereit gestellt werden.

    Warum diese Seite, indymedia, immer noch existiert oder immer wieder, das könnte auch mal jemand erklären.
    Wo sind die Journalisten, die sich dafür interessieren?
    Offensichtlich organisieren sich verschiedene zu Gewalt aufrufende Gruppen und Einzelpersonen über diese Seite.

Comments are closed.