Die Corona-Gedenkfeier: Der Gipfel der Heuchelei und Agitation

Es war eine nach allen Corona-Regeln der Kunst inszenierte Propagandaaufführung. Ein Gottesdienst mit Sonntagsreden, wie man sie nur von der Berufspolitik mit ihren geschulten Worthülsenschwingern zu hören bekommt. Fünf Angehörige von Verstorbenen waren eingeladen, symbolisch für die Familien der „Corona-Toten“. Alles war darauf ausgerichtet, die seit mehr als einem Jahr durch das politische Herumdilettieren immer weiter verschärfte Krise in den Rang einer Kriegskatastrophe zu erheben.

Für eine Katastrophe können selten konkrete Schuldige ausgemacht werden, und nur darum geht es. Die Symbolik der Berliner Gedächtniskirche hätte nicht größer sein können, und auch die Tatsache, dass beharrlich von Hinterbliebenen gesprochen wurde, war kein Zufall, weckt der Begriff doch spontane Assoziationen an etwas Außergewöhnliches, etwas Gewaltiges. Hinterbliebene gibt es nach Kriegen, nach Naturkatastrophen, nach Seuchen. Den Menschen soll täglich eingebläut werden, dass sich die Welt im Ausnahmezustand befindet, im heroischen Kampf gegen den größten Feind der letzten 100 Jahre. Die Bilder sind dabei absichtlich zu groß gewählt, die Maßnahmen völlig überzogen und ohne wissenschaftliches Fundament, die Sprache martialisch. Ganz bewusst. Und so durften beim Berliner Gedenken an der Stätte, die als Mahnmal für Deutschlands tiefste Narbe steht, die Vertreter unserer fünf Verfassungsorgane nicht fehlen: Neben dem Bundespräsidenten der Bundestagspräsident, die Kanzlerin, der Bundesratspräsident und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Wie gesagt: Für die Propaganda kann die Inszenierung nicht gewaltig genug ausfallen. Nur die Ehrenformation der Bundeswehr fehlte – und Fackeln, die aber wohl tagsüber nicht recht zur Geltung gekommen wären.

Für die Familien, die täglich Menschen auf andere Weise als Corona verlieren, sind Steinmeiers Worte blanker Hohn

Die Politik habe schmerzliche Entscheidungen treffen müssen, „um eine noch größere Katastrophe zu verhindern“, flüchtete sich Bundespräsident Steinmeier in Schutzbehauptungen. Seine Ankündigung, irgendwann in der Zukunft würden die politischen Fehler und Versäumnisse aufgearbeitet, darf man getrost als leeres Versprechen werten. Das Staatsoberhaupt rief dazu auf, „noch einmal Kraft für den Weg nach vorn“ zu sammeln. Seine Worte mögen Balsam für die Angehörigen der 80.000 offiziellen „Corona-Toten“ gewesen sein. Für die Familien, die täglich Menschen auf andere Weise verlieren, sind sie blanker Hohn. Die bislang offiziell an oder mit Corona Verstorbenen stellen nur einen Bruchteil der jährlichen Todesfälle in unserem Land dar. Und so traurig jeder einzelne Tod ist, darf angesichts des Corona-Gedenkens die Frage gestellt werden, warum nicht ebenso in separaten Großveranstaltungen der 900.000 anderen Menschen gedacht wird, die 2020 in Deutschland verstorben sind. Der Corona-Gedenktag ist nicht mehr als plumpe Propaganda im Stile des ehemaligen DDR-Regimes, für die Tote und deren Angehörige instrumentalisiert werden. Es gibt ohnehin seit langem einen Gedenktag, den Totensonntag, an dem jährlich im November aller Verstorbenen gedacht wird. Die Opfer einer Corona-Infektion zu Toten erster Klasse zu erklären, an die der Staat ausdrücklich erinnert, ist angesichts des dahinterstehenden Kalküls niederträchtig. Derlei kennt man aus totalitären Systemen, die nur zu gerne Märtyrer erschaffen, um diese für Propagandazwecke auszuschlachten. Übrigens hat die britische Statistikbehörde mitgeteilt, dass nahezu ein Viertel der „Corona-Toten“ in Großbritannien überhaupt nicht am Virus verstorben ist. Anderswo dürfte es ähnlich aussehen.

Die Verantwortlichen dehnen das Katastrophenszenario in der Hoffnung aus, möglichst ungeschoren davon zu kommen

Unerwähnt ließ der Bundespräsident die ungezählten Opfer der Corona-Maßnahmen. Nur weltfremde Corona-Hardliner bestreiten, dass deren Zahl die der Virusopfer um ein Vielfaches übersteigt. Bis zu 30 Millionen zusätzliche Hungertote in den Entwicklungs- und Schwellenländern prognostiziert allein die Welthungerhilfe. Und auch in Deutschland sind die gesundheitlichen Kollateralschäden immens. Doch wer zählt die Krebstoten durch unterbliebene Früherkennung und verschobene Operationen, wer die Suizide aus persönlicher und wirtschaftlicher Verzweiflung und wer die infolge der von der Politik verordneten Vereinsamung Verkümmerten? Sie zählen eben nicht in einer Panik-Pandemie, in der die Verantwortlichen verzweifelt nach einem Weg suchen, ungeschoren davon zu kommen, indem sie das Katastrophenszenario so lange ausdehnen, bis die erschöpfte Bevölkerung keine Fragen mehr stellt, sondern nur noch froh ist, wenn alles vorüber ist. Die menschenverachtende Corona-Politik wäre so leicht zu beenden, hätten die Bürger den Mut, sich nicht mehr von der politischen Kaste missbrauchen zu lassen. Doch dazu bedürfte es des Willens, sich zu informieren, statt an den Lippen der Staats-„Experten“ zu hängen. Nicht nur die Panik bei weiten Teilen der Gesellschaft ist zu groß, sondern auch der feste Glaube an die guten Absichten der Verantwortlichen, die trotz „Pandemie“ die Krankenhaus- und Intensivbettenkapazitäten künstlich verknappt haben und das Personal seit jeher mit schlechter Bezahlung und unwürdigen Arbeitsbedingungen abschrecken, um nun panisch vor einer Überlastung des Gesundheitssystems zu warnen. Es ist so leicht, die Masse zu manipulieren. Dies ist die traurige Botschaft, die von der heuchlerischen Veranstaltung in der Gedächtniskirche ausgeht.


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Quelle: Liberale Warte