Lady Di – die wahre Mutter der Internet-Verschwörungstheorien

Vor zwanzig Jahren starb die Ex-Frau von Prinz Charles bei einem Autounfall in Paris. Man schrieb das Jahr 1997. Lange vor dem Anschlag vom 11. September 2001 und zwei Jahre nachdem Microsoft Gründer Bill Gates mit Windows 95 den PC in die Heimstuben gebracht hatte, wurde erstmals direkt nach einem solchen Ereignis im noch jungen Medium Internet über die merkwürdigen Umstände des Todes der Princess of Wales diskutiert.

Foto: public domain

Für Empörung und hitzige Diskussionen sorgten auch die Paparazzi, die Lady Di und ihren Liebhaber Dodi Al-Fayed in den Tod gejagt haben sollen. Sein Vater Mohammed Al-Fayed behauptete dagegen immer wieder, der britische Geheimdienst MI5 sei für den Unfall verantwortlich. Nicht nur die Boulevardpresse griff diese Anschuldigungen auf, sondern auch die gerade erst sich formierende Internetgemeinde. Es gab noch keine sozialen Netzwerke, sondern „Newsgroups“, die Vorläufer der Foren. Diese gab es zu allen möglichen Themen und sie boten den Vorteil, dass man sie offline lesen konnte, denn Flatrates für das Internet waren noch nicht üblich. Mit ISDN oder einem 56k-Modem konnten längere Recherchen ansonsten richtig teuer werden.  AOL und Outlook Express machten es möglich, dass Nutzer kostengünstig die neuesten Zeitungsartikel zitieren, von TV-Sendungen berichten konnten und eigene Schlüsse zogen, was sonst nur den Journalisten vorbehalten war. Wollte das Königshaus verhindern, dass die abtrünnige Lady Di einen Moslem heiratet? Steckte die Waffenlobby dahinter, wegen Dianas Engagement gegen Landminen? Oder böse Mächte aus dem Jenseits, Dämonen, Außeriridische, Freimaurer – es gab wohl nichts, was nicht in Betracht gezogen wurde. Sogar Elton John geriet bei einigen Übereifrigen unter Verdacht:

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Der damals schon nicht mehr ganz so taufrische Entertainer rührte mit der abgewandelten Neuauflage seines Songs „Candle in the wind“ bei der Begräbnisfeier die Herzen von Millionen Fernsehzuschauern. Weltweit wurde das Ereignis übertragen, die Kitsch- und Klatschkommentatoren blieben nicht den Hinweis schuldig, dass der spätere Sir Elton John direkt nach seinem Vortrag eilig ins Tonstudio hasten musste, um den Song aufzunehmen, der bis heute mit weltweit knapp 37 Millionen verkauften Exemplaren die erfolgreichste Single aller Zeiten wurde. Wenn das kein Mordmotiv war???

Der Hype um Diana hält bis heute an – die britische Boulevardpresse überschlägt sich zum Zwanzigjährigen mit allerlei Sensationsmeldungen. Kürzlich hieß es in einem der Revolverblätter, Lady Di habe sich aus dem Jenseits gemeldet und sich dabei erfreut über den Brexit geäußert, neue Beweise für eine Verschwörung aber findet man nicht mehr. Ihr Tod gilt heute als geklärt. Offiziell trägt der französische Fahrer Henri Paul die Hauptschuld an dem „Unfall“. Ich habe mich nie intensiv mit all den Theorien beschäftigt, weil es mich ehrlich gesagt, nicht so besonders interessiert, andererseits wurde in Herrschaftshäusern schon immer recht häufig intrigiert, gemeuchelt und vergiftet, dass es mich nicht wundern würde, wenn sich heraus stellte, dass man die unbequeme Dame zum Schweigen gebracht hat.

Für mich ist und bleibt der Tod von Lady Di die Mutter der Internetverschwörungstheorien, nicht 9/11, das viele als eine Art Erweckungserlebnis bezeichnen. Als ich Zuhause vor dem Fernseher die Türme einstürzen sah, ging ich später ganz selbstverständlich ins Arbeitszimmer an den Pentium 166 und suchte nach weiteren Berichten. Längst gab es schon einschlägige und in der Tat grottenschlechte Webseiten über die Mondlüge, Ufos, John F. Kennedy, schwarze Magie und sonstigen Kram, aber auch Foren, in denen ernsthaft Informationen und Fakten zusammengetragen wurden. Nicht nur der Mossad wurde noch am selben Tag irgendwie verdächtigt, sondern die frappierenden Ähnlichkeiten mit Bildern von ganz normalen Hochhaussprengungen als merkwürdig befunden. Bis heute wird verdunkelt und desinformiert – doch ausgewiesene Fachleute haben längst bestätigt: Die Gebäude sind nicht durch die Flugzeuge, sondern „auf andere Weise zum Einsturz gebracht worden.“ Mehr weiß man nicht, aber das ist bereits genug, um die „offizielle Version“  infrage zu stellen, ohne dafür belächelt zu werden. Dass Dianas Tod kein normaler Unfall war, stimmt so oder so, schließlich war sie keine gewöhnliche Person, sondern die „Königin der Herzen“ …

Dianas letztes Interview – ihr Todesurteil?

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Wolfgang van de Rydt
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