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Verfolgt man unsere Hochleistungsmedien, so gewinnt man den Eindruck, die Faszination für künstliche Intelligenz ist derweil allgegenwärtig. Ob Politiker, Wissenschaftler, Finanzeliten, Führungskräfte aus der Wirtschaft, überall vernehmen wir, dass die künstliche Intelligenz der Inbegriff des menschlichen Fortschritts sei, das Prädikat für eine bessere Welt.

Würde man die künstliche Intelligenz tatsächlich als ein Instrument für die Menschheit entwickeln, so könnte an dieser These etwas dran sein. Es würde bedeuten, dass wir Menschen kaum noch arbeiten müssten und uns Ende des Monats dennoch über ein üppiges Gehalt erfreuen. Voraussetzung hierfür wäre allerdings eine Gesellschaft ohne Staat, eine Welt im Libertarismus, ohne Steuerabgaben, ohne Monopolisierung und ohne Machteliten.

Der Staat hat hingegen keinerlei Interesse an der Freiheit und Selbstverwirklichung des Individuums, weil seine Existenz davon abhängt, Menschen zu kontrollieren, zu lenken und dieser letztlich alle Instrumente nutzt, um diesen Zustand effektiv aufrechtzuerhalten. Ohne Staat und Machteliten hingegen wären Wissenschaftler keine Diener des Staates, sondern beispielsweise in Privatunternehmen angestellt. Ein Privatunternehmen, welches offenkundig versucht, künstliche Intelligenz für ihre Zwecke und gegen die Bevölkerung zu missbrauchen, hätte langfristig gesehen keine Zukunft.

Nach dieser Logik wäre es vollkommen ausgeschlossen, dass Privatunternehmen und Wissenschaftler gegen die Zivilbevölkerung arbeiten, sondern sie hätten ja ein wirtschaftliches Interesse daran, diese Technologie FÜR und zugunsten der Bevölkerung zu entwickeln. Hinzu kommt der Wettbewerb, wodurch sich die beste Technologie letztendlich durchsetzen wird.

Dieses Thema würde jetzt zu weit führen, daher verweise ich auf ein spannendes Buch meines geschätzten Kollegen Oliver JanichSicher ohne Staat – wo haargenau alle Bereiche und Grundsatzfragen detailgetreu erläutert werden.

Künstliche Intelligenz – der Weg in die totalitäre Gedankenkontrolle

Doch zurück zur Jetztzeit: Im vergangenen Artikel – Mind Control: Raymond Kurzweil, Transhumanismus und Epstein-Connection – habe ich bereits führende Wissenschaftler der künstlichen Intelligenz sowie ihre Verbindungen zu Jeffrey Epstein thematisiert. Dabei sprechen sie ganz offen über die technologische Überlegenheit gegenüber des Menschen, die Vernetzung mithilfe von Computerchips, das ewige Leben für eine bestimmte Klasse.

Die Verknüpfung des menschlichen Bewusstseins mit einem Computerchip mit der Fähigkeit, Gedanken aller Menschen gleichzeitig zu lesen, käme einer totalitären Gedankenkontrolle gleich.

Das sagt der Philosoph Slavoj Zizek.

Zizek ist leitender Forscher für Soziologie und Philosophie der Universität Ljubljana. Er schlägt Alarm, weil nach seiner Interpretation die künstliche Intelligenz die Menschheit dominieren und vielleicht sogar vernichten wird.

So weist er darauf hin, dass das MIT bereits eine Art Helm entwickelt hat, der in der Lage ist, Gedanken zu lesen und diese sowohl schriftlich als mit einer künstlichen Stimme wiedergeben kann. Das klingt aufgrund der Freiwilligkeit einen solchen Helm auszusetzen erst einmal harmlos, doch was passiert, wenn dieser in Form eines Chips ohne unser Wissen eingepflanzt wird, fragt sich Zizek.

“Der nächste Schritt in dieser Utopie wird ein Computer sein, der meine Gedanken und deine Gedanken lesen kann, der uns verbinden kann, damit wir unsere Gedanken teilen können. Wenn du und ich über den gleichen Computer verbunden sind, kann ich buchstäblich direkt an deinem Denken teilnehmen, ohne externe Kommunikation wie z.B. Word-Tipping”

Diese Aussicht von gemeinsamen Massenbewusstsein ist ziemlich beängstigend und erschreckend zugleich, da die Freiheit unseres Denkens, die Regie unserer eigenen Gedanken völlig vernichtet werde. Hierzu nennt er zwei Beispiele:

Flirten, wie wir es heute kennen, wird vorbei sein. Ich treffe jemanden und anstelle der Spielereien, der erotischen Zeichen und Hinweise kann mein Gegenüber mich lesen. Es kann lesen, dass ich denke – Ich will mit dir ins Bett gehen – und jede Erotik ist verschwunden.“

Im zweiten Beispiel führt Zizek die alltägliche Höflichkeit unter uns Menschen an.

Sagen wir, wir kennen uns, aber wir sind keine engen Freunde. Ich sehe dich auf der Straße und sage die üblichen höflichen Dinge wie – Hallo, wie geht es dir? Ich freue mich, dich zu sehen! – doch wenn du meine Gedanken lesen kannst, ist das Unsinn, denn das ist Höflichkeit, und ich meine es nicht so. Normalerweise ist es mir egal, wie du dich fühlst.”

Der Philosoph Slavoj Zizek sagt:

Künstliche Intelligenz, die den menschlichen Geist lesen kann, kann für die Menschheit, wie wir sie kennen, in einer Katastrophe enden. Technologien, die das menschliche Bewusstsein mit irgendeiner Art von Cloud-Computing-Service verbindet, könnten nicht nur den Weg für eine totalitäre Gedankenkontrolle ebnen, sondern auch das Wesen der menschlichen Beziehungen zerstören.“

Weiter sagt Zizek im Anschluss an die World Artificial Intelligence Conference in Shanghai:

Totalitäre Gedankenkontrolle klingt beängstigend und schrecklich. Und ein Computer, der die Gedanken mehrerer Menschen gleichzeitig lesen kann, würde ein normales menschliches Leben unmöglich machen.“

World Artificial Intelligence Conference

Die World Artificial Intelligence Conference ist ein Forum für die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz, die einen äußerst tiefgreifenden Einfluss auf die Weltwirtschaft, den sozialen Fortschritt und das menschliche Leben ausübt.

Unter dem Motto: “Intelligent Connectivity, Infinite Possibilities” beschreibt sich das Forum selbst als hochrangige, internationale, professionelle, marktorientierte und intelligente Plattform, die die einflussreichsten KI-Wissenschaftler und Unternehmer auf der ganzen Welt anzieht.

Neben Zizek gastieren auf der Konferenz in Shanghai auch Tesla-Chef Elon Musk und Jack Ma, Gründer der Alibaba Group, ein Unternehmen, an dem auch Yahoo oder Softbank beteiligt sind.

Während sich Ma und Musk eine hitzige Diskussion darüber lieferten, wie Menschen in Zukunft von Maschinen gesteuert werden können, teilte der leitende Forscher am Institut für Soziologie und Philosophie an der Universität Ljubljanas Slavoj Zizek seine Gedanken in einem Interview.

Interview mit RT

Hier eine kleine Übersetzung aus dem Interview mit RT:

RT: Wie Sie wahrscheinlich wissen, nannten die modernen Technologietheoretiker Ray Kurzweil und Melanie Swan es eine neue Form der Göttlichkeit.

Zizek: Es wird nicht mehr ein transzendentaler Gott sein, sondern wir alle werden unsere Gedanken durch ein KI-Cloud-System teilen. Millionen von Menschen werden gemeinsam an einer neuen Form des Bewusstseins teilnehmen. Ich finde diese Aussicht ziemlich erschreckend. Wir treten in eine posthumane Ära ein, wenn Computer die Gedanken einer Person identifizieren und teilen können. Wir als Menschen sind genau das, was wir sind, freie Individuen, soweit wir sicher sein können, dass du nicht weißt, was ich denke. Ich denke, was ich denke, ich bin frei in meinem Kopf. Was passiert, wenn ich mir auch da nicht sicher bin?

Zizek: Was ich jetzt studiere, ist das so genannte Phänomen der verkabelten Gehirne, eine Möglichkeit, dass unser Gehirn mit digitalen Geräten verbunden ist. Und das ist keine Utopie. Im Medienlabor am MIT Massachusetts, haben sie bereits einfache Maschinen wie diese. Es ist wie ein Helm, nichts Aufdringliches, sie legen es einem auf den Kopf. Dann passiert etwas Schreckliches – ich habe das Video gesehen – man denkt an bestimmte Gedanken, man sagt nichts, und die Maschine reproduziert sie entweder schriftlich oder mit künstlicher Stimme.

RT: Was passiert, wenn die KI ohne Ihre Erlaubnis anfängt, Gedanken zu lesen?

Zizek: Dann kann sich die völlige Versklavung durchsetzen. Es gibt bereits jetzt Möglichkeiten, unsere Gedanken zu lesen, nicht nur unsere Emotionen wie Wut oder Trauer, sondern auch ganz normale Gedanken in unserem Kopf. Der nächste Schritt in dieser Utopie wird ein Computer sein, der meine Gedanken und Ihre Gedanken lesen kann, der uns verbinden kann, damit wir unsere Gedanken teilen können.

RT: Sind Sie nicht auch der Meinung, dass wir uns Gedanken darüber machen sollten, wer diese digitalen Geräte steuern wird?

Zizek: Ich habe keine Angst vor den Maschinen, die uns kontrollieren. Wir sind noch nicht da. Aber wer wird das kontrollieren, wer wird das nutzen? Was bleibt von unserer Freiheit? Private Unternehmen wie Google oder Facebook entwickeln bereits ähnliche Technologien.


Quelle: Indoamedia.com