Kreuz.net, ein erklärter Antisemit und eine langjährige Männerfeindschaft

Am 2. Juli hatten wir über Twitter eine Umfrage gestartet, mit der nur wenige Leser etwas anfangen konnten. Ganze 19 Antworten trudelten ein. Gefragt wurde, ob die Leser ein Bekenntnis zum Antisemitismus eher einem Autoren von Philosophia Perennis oder der Zeitschrift Sezession zuordnen würden. Hier nun die Aufklärung:

Das Zitat stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Gastautor auf Philosophia Perennis. Hier ein Screenshot von der berüchtigten Plattform Kreuz.net, die vor allem durch ihre Hetze zum Tod des homosexuellen Komikers Dirk Bach bekannt wurde. Auch David Berger wurde auf Kreuz.net extrem angefeindet. 

Michael van Laack, der eigenen Angaben nach unter seinem Klarnamen postet, hat laut Internetarchiv hunderte Kommentare auf Kreuz.net gepostet und griff in einem Facebook-Kommentar den AfD-Politiker Maximilian Krah scharf an. Aktuell wird Krah auch auf Philosophia Perennis wegen seiner Teilnahme an der Sommerakademie in Schnellroda kritisiert.

Michael van Laack und Krah verbindet offenbar eine langjährige Männerfeindschaft. Eine entsprechende Anfrage ließ Krah bis jetzt unbeantwortet. Wortgefechte zwischen den beiden Kontrahenten finden sich leicht über Google. Zum Beispiel hier auf Cathwalk.

Seinerzeit hat Maximilian Krah wohl bei der Entlassung von van Laack als Anwalt der Piusbruderschaft eine Rolle gespielt.

Screenshot Cathwalk
Screenshot Cathwalk

Wie auch immer die Hintergründe sein mögen, was macht ein Autor wie van Laack auf einer Plattform, die sich gegen Antisemitismus positioniert hat? Kann man ernsthaft zwischen „religösem Antisemitismus mit Feindesliebe“ und „politischem Antisemitismus mit Hass“ unterscheiden und die Hände in Unschuld waschen? Laut dem Herrn van Laack auf Kreuz.net tragen „die Juden“ die Verantwortung für den Tod „seines Herrn“, weil sie ihn „ermordet“ haben. Falls die beiden Herrschaften tatsächlich identisch sein sollten, wäre eine Distanzierung fällig, oder?

 

Von guten und bösen Antisemiten

17 KOMMENTARE

  1. Obwohl ich den L.ck(.ff.n) nicht mag (aufgeblasene Kampfrhetorik bis hin zur Arglist), halte ich es für legitim diese (seine persönliche) Unterscheidung zu treffen. Sollte von der Meinungsfreiheit gedeckt sein, wirklich Anstößiges kann ich darin nicht erkennen (ich, als total Ungläubiger,…außer das heilige schwedische Kind natürlich…). Allerdings deckt sich das tatsächlich nicht mit Bergers Agenda und sauberes differenzieren scheint nicht wirklich sein Steckenpferd zu sein.

    Nun ja, in der Geschichte wurden schon ganz andere Zweckehen geschlossen, wenns von Vorteil ist und gegen den gemeinsamen Feind geht.

    • Ich sehe schon, Ihnen gefällt sicher auch „Feinde meiner Feinde“ von FreiWild! ?

  2. Ohne Zweifel ist der Apostel Johannes, der als einziger unter den Kämpfern Christi den Schneid hatte, unterm Kreuz auszuharren, ein religiöser Antisemit. Siehe Johannes-Evangelium.

  3. Ich sage immer: Hauptsache, Du hast Publicity. Ganz gleich, ob sie gut oder schlecht ist.
    Dank an die Redaktion von Opposition24 für die Fleißarbeit. Also mal vorausgesetzt, dass Ihr das selbst zusammengebastelt haben solltet und es keine Auftragsarbeit ist. Auf jeden Fall habt ihr das alles grafisch sehr schön präsentiert.

    Und ja, um die Frage zu beantworten und somit auch das Zitat zu verifizieren:
    Man kann ein „religiöser Antisemit“ sein und dennoch auf PP schreiben. Denn es ist ja nunmal so, dass die Juden die historische Verantwortung für den Tod unseres Herrn Jesus Christus tragen, dass sie Druck auf den römischen Statthalter ausgeübt haben, dass ihre Anklage auf Halbwahrheiten beruhte und dass sich manche von Ihnen zu dem Satz verleiten ließen: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“
    Folglich bin ich religiös ein Gegner der Juden und wünsche mir ebensowenig eine durch das Judentum ersetzte Kirche wie ein duch den Islam ersetzte Kirche.
    Die Juden glauben nicht, dass Christus der Sohn Gottes war – die Muslime glauben es auch nicht. Die Juden haben sich, als ihnen noch Macht gegeben war, auch an den neronischen und späteren kaiserlichen Christenverfolgungen beteiligt, die Muslime verfolgen Christen dort, wo ihnen Macht gegeben ist, noch heute.
    Israel tut das nicht mehr, es muss – vielleicht auch aufgrund seiner besonderen strategischen Position, seiner geopolitsichen Lage – allerdings auch am Westen orientiert bleiben.
    Spricht man jedoch mit ultraorthodoxen Juden, ist man hin und wieder erschrocken über deren Vorstellungen von Christen und den von ihnen geforderten Umgang mit uns.
    Also, ich bin und bleibe ein religiöser Antisemit! Und dennoch liebe ich jeden einzelnen jüdischen Menschen vom Säugling bis zum Greis so, wie ich jeden Menschen liebe
    Politische Antisemiten hingegendiskreditieren, bedrängen, vertreiben, töten und erfreuen sich an der NS-Rassenlehre, die sie heute Ethno-Pluralismus nennen. Man hat ja dazu gelernt.

  4. Soll’n sie das doch wie „Männer“ klären!

    Oder ihre kleinen Schwestern vorschicken.

    Ich glaube das Mittelalter war gar nicht so verkehrt.

    • Für mich ist seit vielen Jahren alles geklärt zwischen Maximilian Krah und mir. Wir schätzen uns nicht, dass wird sich auch nicht mehr ändern.

  5. @M. van Laack
    Ich bin religiös nicht sonderlich bewandert, würde es aber gerne verstehen. 2 kleine Fragen, kurze Antwort reicht.

    1. Sollten die Juden seinerzeit den Herrn ermordet haben (ich war nicht dabei, gehe davon aus, dass Ihre Behauptung stimmt), waren es dennoch die Juden seinerzeit (Damals verbrannten „Christen“ Menschen und folterten sie zu Tode).
    Sie, als erklärter religiöser Antisemit, tragen deren „(Erb)Schuld“ heute noch deren „Kindern“ an? Ist das eine Art von christlich gewollter „Sippenhaft“, oder gehen Sie lediglich davon aus, dass es die heutigen Juden wieder tun würden?

    2. Besteht die Möglichkeit, dass politische Antisemiten die Thesen religiöser Antisemiten zweckentfremden könnten? Sozusagen als Brandbeschleuniger und religiöse Legitimation? Beispielsweise im Iran sollen politischer und/oder religiöser Antisemitismus Zwillingsgeschwister sein.

    mfg

    • Zu 1. „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“ findet sich beim Evangelisten Matthäus (27, 25). Es handelt sich um einen so genannten „Blutruf“, der heir jedoch abgewandelt auf fremdes Blut bezogen wurde. Der Ruf meint, dass man bereit sei, dass Unheil, dass durch den Tod Christ entstanden ist, auf die nachfolgenden Generationen zu übertragen, sie praktisch die Sühneschuld übernehmen zu lassen, für das Unrecht, denen sie sich augenscheilich bewusst waren, denn ihr Ruf entstand ja in der Folge der Aussage des Pilatus, dass er keine Schuld an Christus finden könne. – Also nicht ich als Christ habe diese Erb-Sühne-Konstruktion entworfen, dass haben sie schon selbst gemacht.
      Zu 2.: Selbstverständlich wurde Mißbtauch getrieben. Auch Luthers atisemitische Schriften wurden z.B. am Tisch Adolf Hitlers auf dem Obersalzberg häufig zitiert. Dem Polotiker – dazu muss er kein Antisemit sein – ist alles recht, er saugt alles auf, was zu seiner jeweiligen Ideologie passt.

  6. Fuer mich gibt es weder gute noch boese Antisemiten. Gleiches gilt fuer Personen mit speziellen Anomalien im sexuellen Bereich oder sonstige Sekierer. Es gibt sie aber und wir alle muessen damit leben koennen. Man muss mit keiner dieser Gruppen engen Schulterschluss haben gleichwohl aber fuer sich selbst eine Messlatte anlegen wie weit zu gehen man bereit ist. Bezogen auf religioese Aspekte liegt meine persoenliche Messlatte sehr weit unten, denn ich bin Atheist. Bezogen auf das Weltall leben wir Menschen quasi nur auf einem Molekuel und sprechen ueber einen Zeitraum von eben mal 2000 Jahren. Vieles nehmen wir zu wichtig wohl wissend dass unsere Lebensspanne bezogen auf die Ewigkeit nicht messbar ist. Jeder kann und soll nach seiner Facon leben aber eine gewisse Ordnung muss nach wissenschaftlichen Kriterien schon sein.

  7. @M. van Laack

    Broder hätte möglicher Weise so kommentiert:
    „Ich wusste es schon immer, dass wir selber Schuld hatten“

    Ich halte dieses Geschwurbel von „gutem“ Antisemitismus und „schlechtem“ Antisemitismus nicht für gut. Zu groß die Gefahr, Antisemitismus durch die Hintertür gesellschaftsfähig zu machen. Insbesondere „Nazis“ könnten sich ihre Blaupause greifen, um (strategisch) gegen Juden zu hetzen. Rein religiös natürlich. Man stelle sich vor, einer von der IB oder jemand aus Schnellenroda würde jemals so einen raushauen. Höcke gar…hui hui…da würde das philosophische Schandmal aber Unmengen an Guano produzieren (oder war’s umgekehrt?).

    Zudem führen Sie Menschen wie Stürzenberger und sogar Berger selbst ad absurdum. Der eine warnt genau vor der Gefahr einer Vermengung und weist auf den religiösen Islam als Wegbereiter für politischen Islam (mit einhergehendem Antisemitismus) hin, der andere hat dahingehend auch noch niemalsnicht differenziert und müsste theoretisch, mit Ihnen im Gepäck, umgehend damit anfangen. Man könnte nämlich zunehmend unglaubwürdig wirken, wenn man für sich selber in Anspruch nimmt zwischen politischem und religiösem Antisemitismus differenzieren zu können, dies aber anderen Religionen und ganzen Bevölkerungsgruppen (Rassen?) abspricht, sich somit über diese erhebt.
    Jeder clevere Antisemit würde sagen, dass er ja nur ein religiöser Antisemit ist und dass das nichts Schlimmes ist (gar Christenpflicht?). Wer’s nicht glaubt kann ja bei van Laack nachlesen.

  8. PS
    Ich persönlich halte sie selbstverständlich nicht für einen Antisemiten, aber auf mich kommt es auch nicht an.

    mfg

  9. Moslems sind sicher auch nur „religiöse Antisemiten“, oder? Warum sollten die nicht dürfen, was ein Herr van Laack darf?

    • Wenn Sie mögen, kann ich Ihnen noch mehr zur Verfügung stellen. Ich habe seinerzeit die komplette kreuz.net-Seite gespiegelt – Ein grosses Volumen. Aber wenn man ein so sentimentaler Typ ist wie ich, klebt man sich alles ins Posie-Album, dessen man habhaft werden kann. Selbstverständlich nicht nur die eigenen Sprüche. Man weiß ja nie, wann man die mal verwenden kann.
      Ich mache so etwas selbstverständlich nur ungern, doch falls es notwendig wäre, würde ich das definitiv effektiver und orchestrierter erledigen als der Knabe, der diesen peinlichen Angriff inszeniert hat.
      Ich war schon versucht, Herr van de Rydt, Ihnen bei der Nachbearbeitung des Artikels zur Hand zu gehen, aber das hätte Sie vermutlich in Ihrer Standesehre gekrämkt, weshalb ich mich eines Besseren besonnen und mir mehr Tagesfreizeit genommen habe.

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