Kretschmanns Klartext: Kein Wahlkampf mit den grünen Elektro-Ideologen

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Eine Woche her ist der Parteitag der Grünen, mit dem diese sich und ihre verbliebenen Wähler auf die Bundestagswahl eingestimmt haben. Viel Ideologie bekam die Öffentlichkeit serviert, schnell wurde das Motto deutlich: Nach dem krachend gescheiterten Versuch, sich als Wirtschaftspartei zu profilieren, nun also volle Fahrt rückwärts. Die Parteiführung hofft, ihre abgewanderte Klientel mit grünen Kernthemen zurückzugewinnen. So richtig gezündet hat der Funke jedoch nicht, wie die jüngsten Umfragen zeigen. Unverändert dümpeln die Grünen bei sieben bis acht Prozent Zustimmung – noch im Herbst hatte man stabil bei 13 Prozent gelegen. Doch Grund zur Freude für alle Vernünftigen ist dies nur bedingt: Denn wie keine andere Partei können die Grünen den größten Teil ihrer sektengleich hörigen Stammwähler mobilisieren. Und so dürften sie auch im kommenden Bundestag wieder eine weit über ihre Bedeutung hinausgehende Repräsentanz erlangen. Diesmal verzückten die Delegierten den fundamentalistischen Parteiflügel unter anderem mit dem Beschluss, für die Abschaffung aller fossil betriebenen Fahrzeuge zu sorgen. Schon ab 2030 soll kein Diesel- oder Benzinauto mehr zugelassen werden. Die Grünen haben ihren Lieblingsfeind wiederentdeckt, und einmal so richtig in Wallung gekommen, fordern sie außerdem bis zu fünf Jahre Haft für zu schnelles Fahren, wodurch es auf eine Stufe mit fahrlässiger Tötung gestellt würde. Im Kampf gegen die heutigen Mobilitätsstandards ist längst jedes Maß verlorengegangen.

Es ist die komische Pointe der Affäre rund um das Kretschmann-Video, dass ausgerechnet die Grünen den Sittenbegriff definieren

Normalerweise wäre ein grüner Parteitag schnell vergessen. Dass er bis heute nachwirkt, liegt an der Offenherzigkeit eines prominenten Grünen. Nicht ganz freiwillig hatte nämlich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann der Öffentlichkeit Einblicke in seine Parteitagsseele gegeben. Er wurde – angeblich heimlich – gefilmt, als er bei einem Bundestagsgrünen Dampf abließ. Dass ab dem Jahr 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden sollen, sei ein „Schwachsinns-Termin“, befand Kretschmann, der aufgebracht darlegte, dass schon das Aufladen von fünf Millionen E-Autos im Alltag eine unlösbare Aufgabe darstelle, weil sich die Fahrzeuge vor den Tankstellen stauten. „Radikale Sprüche“ seien die Elektro-Dogmen – da müsse man eben bei der Bundestagswahl „mit sechs Prozent oder acht einfach zufrieden“ sein, polterte der Ur-Grüne. „Dann jammert nicht rum und lasst mich in Ruhe“, drohte er mit einem Ausklinken aus dem Wahlkampf. Rund eine halbe Million YouTube-Aufrufe hat das Video bislang erzielt – und die Grünen damit in helle Aufregung versetzt. Doch noch peinlicher als deren beleidigte Reaktion auf Kretschmanns Kritik ist ihr Umgang mit der Aufnahme: „Sittenwidrig“, sei es, ein „Privatgespräch“ zu veröffentlichen. Es ist die komische Pointe der Affäre, dass ausgerechnet die Grünen den Sittenbegriff definieren. Überdies ist es einigermaßen abenteuerlich, die Äußerungen eines Ministerpräsidenten auf einem öffentlichen Bundesparteitag als Privatgespräch zu deklarieren.

Schon die Herstellung eines einzigen Elektrofahrzeugs setzt so viel CO2 frei wie der Betrieb eines normalen Pkw über volle acht Jahre

Das Theater soll davon ablenken, dass Kretschmann recht hat, der in seiner Partei immer ein bisschen zu vernünftig wirkt, um dort hinzugehören. Jenseits aller Probleme rund um die Ladeinfrastruktur muss man wissen, dass schon die Herstellung eines einzigen Elektrofahrzeugs so viel CO2 freisetzt wie der Betrieb eines normalen Pkw über volle acht Jahre – von der umweltbelastenden Entsorgung der Batterie ganz zu schweigen. Da braucht man sich mit der fehlenden Alltagstauglichkeit von Elektromobilen gar nicht erst aufzuhalten, die sicher ihren Sinn im Nischeneinsatz haben, etwa als Kehrmaschinen, Golf Carts oder Elektroroller. Deutschlands Autofahrer sind gottlob schlau genug, den ideologischen Spuk zu durchschauen, bei dem es – wie fast immer bei den Grünen – im Grunde nur darum geht, einen sich nicht selbst tragenden Industriezweig per Steuersubventionen und Drohkulisse am Leben zu erhalten. Trotz stattlicher Prämienanreize wurden auch im Mai dieses Jahres gerade einmal 3.846 E-Fahrzeuge zugelassen – nicht einmal ein Drittel von Privatpersonen, der Rest als Firmenfahrzeuge sowie vom Kfz-Handel und der öffentlichen Verwaltung. Längst hat auch die wendige Kanzlerin das utopische Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 aufgegeben, weil sie den grünen Koalitionspartner für die nächste Legislaturperiode wohl nicht mehr benötigt. Doch die Grünen halten an ihren Dogmen fest. Man muss kein Hellseher sein, um das Scheitern vorherzusagen. Ein Blick auf die „Energiewende“ genügt.

 

 

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Ramin Peymani
Über Ramin Peymani 104 Artikel

Publizist, Autor der bekannten Klodeckel Chroniken – neuestes Werk „Spukschloss Deutschland“ im Handel erhältlich

2 Kommentare

  1. Hm, Kretsche, der Bosbach der Grünen Pest ?
    Der Ex Maoist hat Kreide gefressen und Monsantos Roundup gesoffen ?
    Das mag ihm glauben wer will. Ich nicht.
    Hasta luego.

  2. Für jeden Unsinn und Dreck nach Geschmack der GRÜNEN wird genug Geld aus öffentlichen Kassen flüssig gemacht und werden moralische Bedenken hintangestellt, aber bei der kulturellen Tradition wird plötzlich Härte gezeigt. Ob nun gezielt oder aus dumpfem GRÜN-Wahn, Inhalt dieser Politik ist -dafür liegen ja auch genug Zitate GRÜNroter Politiker vor, dazu braucht es das abgestritteneTrittin-Zitat gar nicht- die nationale Zerstörung Deutschlands und der Deutschen.

    https://www.mittelhessen.de/lokales/region-dillenburg_artikel,-Das-Land-schliesst-das-Landgestuet-_arid,982529.html

    Leserbrief online und an die Printausgabe: „Komisch, beim extrem grausamen Schächten durch Juden und Muslime haben die GRÜNEN keine Tierschutz-Bedenken!! Dafür wird dann ein großes Gedöns gemacht um Stallhaltung und Transporte. Aber wir wissen ja, daß die neureich-staatsparasitären GRÜNEN -schon bei der Gründung 1980 zu 2/3 dem Naturschutz ferne dunkelrote Linksaußen und Polpot-liebende K-Gruppen-Leute und bald die echten Naturfreunde um EX-CDUler Gruhl rausekelnd- das übelste, verlogenste Politpersonal der ganzen deutschen Geschichte sind zusammen mit Nazis und DDR-Kommunisten!! Aber auch deren Macht ist gottlob am Vergehen!!

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