Noch gibt es sie nicht. Noch sind im Straßenverzeichnis weder Kartoffelstraße noch Blumenkohlsackgässchen oder Bananenrepublikweg zu finden. Warum seit Jahrhunderten niemand auf die Idee kam, dem, was wir lieben, auch in Form von Straßennamen ein Denkmal zu setzen?

Fötö: FrechePResseNet

Doch kehren wir in unseren Betrachtungen zunächst zurück zur Rohkost und den künftig nach ihr benannten Straßen. Ganz en passant, sei es im Auto, als Fußgänger, in Bus und U-Bahn, kämen wir künftig an einer To-maten-, Spinat- oder Brokkolistraße vorbei. Das könnte den einen oder anderen von uns doch so nebenbei daran erinnern, schnell noch mal Gurken, Radieschen oder Möhren mit nach Hause zu tragen. Sollen ja auch sehr gesund sein. Und nebenbei wird Gehirndurchblutung und somit die allseits gewünschte Denkfähigkeit verbessert, was in Berlin höchst hilfreich wäre.

Ganz aktuell böte sich speziell in Berlin-Mitte die Möglichkeit, an ein besonders Vitamin-A-reiches Gemüse zu erinnert zu werden. Quasi im Vorübergehen könnten wir zum Beispiel auf öffentlichen Plätzen an eine Möhre erinnert werden. Wie das? Es bietet sich nämlich eine Gelegenheit dieses liebliche Wurzelgemüse in den öffentlichen Mittelpunkt unserer bislang so achtsamen Bio- und Vollwerternährung zu rücken.

Wie wäre dies ganz konkret möglich? Erinnern wir uns hilfsweise und kurz an den Titel von Erich Kästners bekanntem Kinderroman „Pünktchen und Anton“. Dieser gewann bereits seines Namens wegen die Zuneigung der Leserschaft. Wie? Durch zwei unscheinbare grammatikalische Zeichen: die beiden Pünktchen auf dem Buchstaben „u“. Nur „Punkt und Anton“, das wäre emotionslos gewesen. Wir nähern uns also allmählich mithilfe der Linguistik einem der größten Probleme der Nachkriegszeit in Berlin. Die angeblichen Probleme seien die „politisch unkorrekten“ Straßennamen, speziell auch jener der Mohrenstraße, welche die Friedrichstraße kreuzt.

Um dieses Problem schnell zu lösen, wird daher angeregt, pro Mohrenstraße-Straßen-schild zwei passend große Pünktchen zu besorgen. Dank zwei Pünktchen auf dem Buchstaben „o“, würde aus der Mohrenstraße einfach die Möhrenstraße. Das fiele auf bislang verwendeten Briefköpfen der Anlieger kaum auf und verursachte deshalb auch keine Änderungskosten. Auch weil Touristen bekanntlich das „ö“ ohnehin nicht aus-sprechen können, wäre der Weltstadttourismus Berlins in keiner Weise gefährdet.

Auch dem Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen, ebenfalls in der Mohren-, respektive dann in der Möhrenstraße beheimatet, käme die Straßenumbenennung zugute, förderte doch eine explosionsartige Zunahme von heftigem Möhrenkauen den Bedarf an Zahnersatzteilen.

Nomen est omen wird so greifbare Realität.

1 KOMMENTAR

  1. So weit hergeholt ist das gar nicht. Sehr bald schon wird die Herbertstrasse zur Trockenpflaume, die Ritze zur sauren Gurke und der Hans Albers Platz zur Pomeranzenschanze. Wie ich drauf komme? 😉

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