Klassenkampf im Regionalexpress

Foto: O24

Stünde die Abschaffung des privaten Autobesitzes nicht schon längst auf der Wunschliste der Verbotsparteien, würden die Linken den Öko-Trabi für alle fordern. Jetzt aber soll es der Ersten Klasse im Regionalexpress an den Kragen gehen. Es stimmt – nicht selten sind die Waggons leer – doch es gibt da auch Fahrgäste, die ganz ohne Fahrschein unterwegs sind. Denen wollten die LINKEN mit einem Gesetz entgegen kommen und die Beförderungserschleichung entkriminalisieren. Vorerst scheiterte das Vorhaben. Aber es geht ja auch andersherum und direkt gegen den Klassenfeind.

Der verhinderte Gesundheitsminister Karl Lauterbach sprang den Genossen bei und forderte ein Ende der Beobachtung von Teilen der Schwesterpartei durch den Verfassungsschutz. Im Grunde hat er recht, so etwas gehört sich für einen Linksstaat einfach nicht. Ist es etwa ein Problem, dass der Vorsitzende des Ältestenrates der Partei, Hans Modrow, wegen Wahlfälschung und meineidlicher Falschaussage zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde oder den Schießbefehl an der DDR-Grenze bis heute verharmlost? Seine Beobachtung wurde übrigens schon 2013 eingestellt. In seinem Alter traut man ihm offenbar keine Revolution mehr zu. 

Mit LinksRotGrün wächst zusammen, was schon immer zusammen gehörte – dumm nur, dass die AfD jetzt mit Willy Brandt Wahlkampf macht und die Genossen das gar nicht lustig finden. In Brandenburg ist der Zug bereits abgefahren, aber mit Toten macht mein keine Scherze, schon gar nicht mit solch zweifelhaften Genossen, wie Brandt und Schmidt. Brandt hatte sich seine Kanzlerschaft wie alle Sozis mit teuren Wählergeschenken erkauft. In den Siebzigern gab es selbst Heftpflaster auf Rezept, die man in der Apotheke „kaufen“ konnte – welch ein Irrsinn. Es war ein Segen für den Haushalt, dass er durch die Guillaume-Affäre abgesägt wurde, ausgerechnet von einem DDR-Spion, wo doch Willy stets unter Verdacht stand, durch Moskau gesteuert zu sein.

Hier greift die AfD ziemlich ins Klo, dasselbe gilt für die ständige Wiedererweckung des Brandt-Nachfolgers und Logenbruders Helmut Schmidt durch zahlreiche AfD-nahe Digitalpatrioten. Schmidt hat zwar über „zu viele Ausländer“ geklagt, selbst aber mit seiner Partei die Weichen dafür gestellt und auch nach seiner aktiven Zeit, als einflussreicher Verleger, nie wirklich dagegen opponiert. Gibt es keine lebenden Menschen, die etwas Geistreiches zu sagen haben? Im Vergleich zu den hirntoten Zombies der Gesamtlinken von CDU bis SED dürfte das doch nicht so schwer fallen. Muss man immer Zitate und Konterfeis irgendwelcher „Persönlichkeiten“ wie einen Schild vor sich hertragen, statt den Gegner einfach mal frontal anzugehen? Wenn die LINKE Klassenkampf und totale Gleichmacherei fordert, haben sie und ihre Steigbügelhalter den Wind von vorne verdient, dann müssen ihnen die Opferzahlen sämtlicher Kulturrevolutionen um die Ohren geklatscht und der Sozialdemokratie und ihrer Wiedererweckung im blauen Gewand abgeschworen werden. Wenn der Sozialismus als Wegbereiter zum Kommunismus gilt, dann muss die Sozialdemokratie als Bettvorleger der Linken betrachtet und geächtet werden. Dass die von einer Ex-Stasi IM geführte Amadeu-Antonio-Stiftung Fördergelder aus Bundesmitteln erhält und Seit an Seit mit der SPD gegen vermeintliche Rechte mobilisiert, ist ein deutliches Indiz dafür, dass den ewig Gestrigen nicht genügend Be(ob)achtung zuteil geworden ist seit Ende der DDR – nicht durch den Verfassungsschutz, sondern die Öffentlichkeit. Zumindest jenseits der ehemaligen Demarkationslinie haben genügend Bürger keine Lust auf eine Rückfahrkarte in den Arbeiter- und Bauernstaat. Steige hoch, du blauer Adler ….