#KitaStreik vor Neuauflage? Kommunen durch Asylkrise belastet

GEW Tarifrunde Kitastreik
Mitgliederinfo der GEW zur Tarifrunde

Die nächste Tarifrunde im öffentlichen Dienst steht vor der Tür. Die Forderungen der Gewerkschaften liegen bereits auf dem Tisch.

Sechs Prozent mehr Gehalt seien durchaus finanzierbar, der Abbau der Gehaltsunterschiede zwischen Ost und West müsse vorangetrieben werden, sowie dem weit verbreiteten Abschluss immer mehr befristeter Arbeitsverhältnisse einen Riegel vorgeschoben werden.

Besonders im Fokus dabei stehen auch dieses Mal wieder die Beschäftigten im Erziehungs- und Sozialwesen.

Die Gewerkschaften erwarten zähe Verhandlungen, die ab dem 21. März in Potsdam beginnen. Man ist sich sicher, dass die öffentlichen Arbeitgeber mit den Mehrbelastungen durch die „neuen Herausforderungen“ argumentieren werden und weitere finanzielle Aufwendungen ablehnen.

Gemeint mit den „neuen Herausforderungen“ sind die Belastungen durch die Asylkrise, die besonders die Kommunen vor große Probleme stellen.

Ausbaden aber müssen die Folgen dieser Krise gerade die Beschäftigten im Erziehungs- und Sozialdienst. In vielen Kommunen werden die eh schon überfüllten KiTas jetzt noch mit der Aufnahme von Kindern aus Asylbewerberfamilien belastet. Konzepte zur Integration und wie man „interkulturelle Herausforderungen“ meistert, existieren auf dem Papier, sind aber in der Praxis bei ständiger Personalknappheit kaum umzusetzen.

Der vorsichtige Sprachgebrauch der GEW in der vorliegenden Mitgliederinformation zeigt, wie sehr man sich schon dem politisch korrekten Diktat aus Berlin gebeugt hat. 2015 war den Gewerkschaften bei deutlicherer Argumentation sogar vereinzelt das Schüren fremdenfeindlicher Ressentiments vorgeworfen worden. Gewerkschaften sollten aber die Interessen ihrer Mitglieder vertreten und ansonsten keine politischen Aufträge annehmen.

Zeitarbeit in KiTas?

Dieser Punkt wird bei der Debatte um die Qualität der Arbeit in den KiTas immer gerne verschwiegen. Die meisten Kommunen setzen Zeitarbeitskräfte ein, um Personalengpässe zu überwinden.

In der Praxis bedeutet das, dass häufig gering qualifizierte Hilfskräfte Ausfälle von Fachkräften kompensieren sollen. Es finden sich zwar auch immer wieder einmal ausgebildete Erzieherinnen im Angebot der Personalverleiher, was aber nicht die Regel ist. Welche Gründe dazu führen, dass jemand mit einer abgeschlossenen Ausbildung in dem Bereich kein reguläres Arbeitsverhältnis abschließen konnte und deshalb bei einer Zeitarbeitsfirma landet, darüber kann man nur spekulieren, Statistiken zur Fragestellung liegen nicht vor.

Häufig wechselndes Personal in der Arbeit mit Kindern kann kein Qualitätsmerkmal für die Betreiber der Einrichtungen sein.

Betroffene Eltern werden mit Schrecken an den KiTa-Streik vom letzten Jahr zurückdenken, doch ob es noch einmal dazu kommt, wird sich erst mit Aufnahme der Tarifrunde zeigen.

 

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