KiTa Streik – Schluss mit der staatlich garantierten Vollversorgung

Wenn das Hamsterrad sich nicht mehr dreht…

Die Gewerkschaften können sich freuen – wer noch nicht drin ist, hat spätestens heute den Mitgliedsantrag ausgefüllt. Niemand will alleine in der KiTa Dienst schieben, wenn die Kolleginnen streiken gehen. 

Das Verständnis für den Streik wird, je länger er dauert,  auch bei den Eltern schwinden, die grundsätzlich die Forderungen als berechtigt anerkennen. Niemand vertraut doch seine Kinder Leuten an, die schlecht bezahlt und völlig überlastet sind – doch Qualität hat ihren Preis.

In einigen Bundesländern, wie Rheinland-Pfalz, kostet ein Platz in der KiTa Null Euro – aber wird das auch so bleiben?

Ist staatlich garantierte  Rund-Um-Versorgung wirklich der richtige Weg?

Mit dem Ausbau der Krippenplätze und dem gesetzlichen Anspruch darauf ist der Personalbedarf in den KiTas gestiegen und somit auch die Kosten. Der Aufgabenbereich hat sich für die Erzieherinnen drastisch verändert. Säuglinge brauchen mehr Aufmerksamkeit als Dreijährige – früher das Mindestalter zur Aufnahme in den Kindergarten.

Der Widerstand gegen den Ausbau der Ganztagsbetreuung hat nachgelassen – anfangs war die Empörung groß, doch die politisch gewollte Entwicklung hat sich auch mit den besten Argumenten nicht verhindern lassen.

Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Es fehlt überall Personal, Männer im Erziehungsberuf sind immer noch eine Fata Morgana. Um überhaupt genügend Personal zu bekommen, begann man auf Hilfskräfte zurück zu greifen. Mit der eigens konzipierten „Ausbildung“ zu „Sozialassistenten“ wurde die Schwelle gesenkt, eine Tätigkeit im Erziehungswesen ausüben zu dürfen.

Gering Qualifizierte können sich nun für ein noch geringeres Gehalt um das Wertvollste der Gesellschaft kümmern –  den Nachwuchs.

Noch dazu sollen die Kleinsten schon gebildet werden –  die Hertiestiftung ist nur eine von vielen Sponsoren sogenannter Bildungsoffensiven, bei denen es unter anderem auch um Vielfalt geht oder Sprachkompetenz. Der Staat greift gerne auf die privatwirtschaftliche Unterstützung zurück, wenn es um die Qualifikation des Personals geht. Ideologie macht auch vor der KiTa nicht Halt.

In sozialen Brennpunkten müssen die Erzieherinnen noch ganz andere Qualifikationen vorweisen – Fremdsprachenkenntnisse, multikulturelles Allgemeinwissen und Strategien zur Konfliktlösung.

Das alles hat seinen Preis. Da die Abwehr gegen die Erweiterung des Aufgabenkreises zum Nulltarif nicht funktioniert hat – fordern sie eben, was ihnen zusteht und treten dafür in den Streik.

Mehr Geld für mehr Leistung zu fordern ist vernünftig. Aber steigt damit die Qualität in den „KiTas“? Gesellschaftlich werden fragwürdige Anreize gesetzt. Die KiTa muss den ganzen Tag über zur Verfügung stehen, damit auch Alleinerziehende und doppelverdienende Paare zur Arbeit gehen können –  ein Gehalt reicht in vielen Fällen tatsächlich nicht für ein gutes Auskommen.

Gerade die Geringverdiener brauchen die KiTas – sie arbeiten in den unterschiedlichsten Branchen und können sich gar nicht zusammenschließen und durch einen flächendeckenden Streit ihre ebenfalls berechtigten Forderungen nach mehr Geld durchsetzen, damit sie weniger arbeiten und mehr für ihre Kinder da sein können.

Die Erzieherinnen dagegen sind sich ihrer Schlüsselposition bewusst geworden. Hier rächt sich die arrogante, überhebliche Politik der Ganztagssozialisten, die ihnen diese Machtquelle erst geschaffen hat. Das Flickwerk hat am Ende nicht verhindern können, dass sich Beschäftigte gegen Unterbezahlung zur Wehr setzen.

Mehr Qualität kriegt man vielleicht eher mit weniger KiTa hin. Was hat der Ausbau bis heute schon gekostet? Was kostet er die Kleinen an Lebenszeit? Begegnung mit anderen Kindern ist wichtig, aber wenn der Kindergarten zum Lebensraum wird, in dem gegessen, geschlafen und und mehr Zeit verbracht wird, als zuhause – dann ist die Richtung klar: Staatliche Obhut statt Eigeninitiative.

Mündige Bürger wachsen so ganz sicher nicht heran – Kinder, die in den Tagen des Streiks ihre völlig verzweifelten Eltern erleben, die hoffnungslos damit überfordert sind, die Kleinen irgendwo unterzubringen, bekommen von ihnen ebenso kein besonders gutes Beispiel eines integeren Charakters vorgelebt, der souverän seinen Alltag meistert.

Wie wäre es, wenn die Eltern die KiTas bestreiken würden? Spätestens ab 12 werden zukünftig alle Kinder wieder abgeholt, damit sie Zuhause etwas besseres zu Essen bekommen als aus der Großküche? Damit sie noch Zeit haben, ganz alleine ohne staatliche Anleitung ihren Lebensraum zu erkunden, einfach spielen zu dürfen, ohne das mit einem pädagogisch wertvollen Sinn zu rechtfertigen?

Dazu reichen Erziehungsgeld oder das neu eingeführte Betreuungsgeld als Anreize nicht aus. Ebenso wenig wie die Ganztagsbetreuung immer mit der Not der Kinder aus dem „sozialschwachen“ Milieu verteidigt wird, verdeckt dies nur die eigentliche Misere – die fehlenden Möglichkeiten für viele Familien ein selbst erwirtschaftetes Einkommen zu erzielen, das nicht mehr abhängig macht von staatlichen Transferleistungen.

Ohne diese staatliche Problemverschiebungsstrategie fände der Streik heute ganz woanders statt. Bei den Paketzustellern, im Einzelhandel, im Gaststättengewerbe, in der Leiharbeit, im Handwerk, auf den Baustellen, in den Fabriken…

Es ist absurd, die Erzieherinnen fordern mehr Geld wegen steigender Belastung – die Eltern fordern mehr KiTa. Belastet sind beide Parteien jedoch mit einem zuviel an Arbeit, die in unserer Gesellschaft ziemlich ungleich verteilt ist. Denn eine dritte Gruppe, die „sozial Schwachen“ hat weder das Eine, noch das Andere, soll aber die Kinder trotzdem täglich in der KiTa abliefern.

Wer mit einem solchen unausgegorenem Konzept ein Unternehmen berät, bekommt wohl kein Honorar dafür, denn es führt unweigerlich in die Pleite und verhindert die Entfaltung der wichtigsten Ressourcen für gesellschaftliche Entwicklung: Kreativität und Eigeninitiative…

 


Bildquelle: Pixabay – public domain

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3 Kommentare

  1. Das Konzept der Kinderbetreuung im Kleinkindalter ignoriert die biologisch vorgegebenen Bedürfnisse der Kinder. Kleinkinder brauchen die feste, verlässliche Beziehung/Bindung zu einer Bezugsperson. Der Staat und alle Eltern, die dieses Angebot wahrnehmen, misshandeln so – bewußt oder unbewußt – ihre Kinder. Unsere Gesellschaft wird dass in einigen Jahren teuer bezahlen und mit einer Vielzahl seelischer Krüppel leben müssen. Vom seelischen Leid der Betroffenen ganz zu schweigen.

    Da dies nur eine von vielen politischen Entscheidungen ist, die Deutschland offensichtlich massiv schädigen, kann ich nur vermuten, dass hier geopolitisch motivierte Akteure im Hintergrund die Fäden ziehen, die Deutschland langfristig schwächen und ihre eigene Dominanz bewahren wollen.

    • Und das ist nur EIN Beispiel. Wen wundert’s:

      „…Wir haben keinen Staat zu errichten.“ Carlo Schmid, SPD, am 08.09.1948

    • was heißt in einigen Jahren? Ich sehe jetzt schon ständig verwöhnte nazistische Kinder ohne jegliche Höflichkeitsformen oder Achtung vor der Natur und den Lebewesen, denn das wurde ihnen nicht beigebracht!!!

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