Kinderporno Fall #Edathy – alles nur Verschwörung?

Neue Vorwürfe wiegen schwer

Nach Informationen der FAZ hat Sebastian Edathy schlechte Karten für den im Februar beginnenden Prozess gegen ihn. In den Ermittlungsakten befinden sich Hinweise darauf, dass er in größerem Umfang kinderpornografisches Material konsumiert hat. (FAZ)

Immer noch kursieren Gerüchte im Netz, Edathy sei wegen seiner Tätigkeit im NSU-Untersuchungsausschuss kalt gestellt worden. Was ist dran?

Theorie 1: Edathy wurde das Material untergeschoben, er ist unschuldig.

Theorie 2: Man wusste über Edathys Schwäche Bescheid und hat dieses Wissen benutzt, um ihn zu erledigen, als er gefährlich wurde.

Möglicherweise wollte Edathy gar nicht plaudern, sondern sein Wissen verwenden, um sich eine bessere Position zu verschaffen.

Beide Varianten gehen davon aus, dass Edathy in den Untersuchungsakten zum NSU Ausschuss brisante Dinge gefunden hat. Dass er diese Akten bei sich zuhause lagerte, kann ein Hinweis darauf sein.

Eine SMS an Sigmar Gabriel, die schon bei den Veröffentlichungen im Stern Thema war, lautete sinngemäß: „Ob er (Gabriel) für einen Abgeordneten mit Migrationshintergrund was tun könne…“

Klar ist damit, Edathy wollte Karriere machen und nicht auf der Hinterbank versauern.

Nun aber zum eigentlichen Vorwurf:

Edathy ist zurückgetreten, als die Sache bekannt wurde. Er räumte Fehler ein und bestritt jedoch, etwas Illegales getan zu haben. Pädophil sei er aber nicht – das ginge auch keinen etwas an.

Dieses Verhalten spricht für eine Schuld. Täter, die Kinderpornographie konsumieren und auch weiter gehendes Interesse an Kindern haben, leugnen hartnäckig ihre Schuld. Ein Wort des Bedauerns aus Edathys Mund über die Opfer war nicht zu vernehmen.

Es ist für Außenstehende nie eindeutig zu unterscheiden, ob sie sich tatsächlich im Recht fühlen und ihre Schilderung der Sachverhalte tatsächlich glauben. So oder so, sind solche Täter außerordentlich talentiert darin, ihr Umfeld und auch Fachleute zu manipulieren.

Bei der Aufarbeitung werden häufig Geschehnisse bekannt, die das Umfeld hätten aufmerksam machen können. Wie Edathy im Prozess nun die neuen eindeutigeren Beweise abwehren wird, das kann sehr aufschlussreich sein. Wahrscheinlich wird er bis zum Schluss leugnen und mit weiteren Gegenangriffen reagieren. Wenn er aus den NSU Akten noch brisantes Material besitzt, dann kommt es höchstwahrscheinlich zum Einsatz.

Es sei denn, hinter den Kulissen wird genau damit ein Deal eingefädelt. Danach sieht es aber nicht aus, sonst wären keine neuen Beweise aufgetaucht.

Für eine Verschwörung spricht also eher die Variante 2. Edathys Neigungen waren bekannt.

Im Politgeschäft interessiert sich kaum einer für den anderen, es sei denn, er kann sich nützlich erweisen auf dem Weg nach oben. Wer es in einer großen Partei auf die Abgeordnetenlisten schafft, der benötigt ein dickes Fell, möglichst wenig Charakter und Skrupel. Da kann so jemand mit der Fähigkeit zur Gewissensverdrängung genau richtig am Platz sein. Es ist eher die Regel als die Ausnahme.

Wahrscheinlicher als jede krude Verschwörungstheorie ist die Realität, so wie sie sich darstellt. Edathy ist einer von vielen Männern, die sich für Kinderpornografie interessieren, ob er nun pädophil im medizinischen Sinne ist oder nicht, er ist beileibe kein Einzelfall, sonst gäbe es keinen Markt für so etwas.

Ein Skandal ist das alles nicht wirklich. Auch nicht die Unverfrorenheit, mit der er sich sogar über die Server des Bundestags das Material verschafft hat.

Täter sind sich immer sicher, im Falle einer Entdeckung, mit ein paar fadenscheinigen Erklärungen durchzukommen. Sie machen sehr lange in ihrem Leben diese Erfahrung und das bestätigt sie in ihrem Handeln und sie verzichten auf allzu viel Sorgfalt.

Ein Skandal sind die Vertuschungsversuche aller beteiligten Personen. Nun will niemand etwas gewusst haben. Auch dieser Verlauf ist typisch für solche Fälle. Immer leugnet das Umfeld aus Scham und Angst vor Konsequenzen seine Mitverantwortung.

Hier handelt es sich aber um Mandatsträger, die eine besondere Verantwortung haben. Rücktritt für Gabriel, Oppermann und Hartmann wären die einzigen richtigen Schritte.

Sie werden sie nicht freiwillig gehen. Und die Causa NSU ist eine andere Affäre, die vom Fall Edathy getrennt aufgearbeitet werden muss. Schaden hat er an allen Fronten angerichtet. Bestraft werden kann er nur für das, was ihm nachgewiesen wird.

Die Opfer bleiben wie immer außen vor. Dabei ist klar: Auch Bilder von nicht in eindeutigen sexuellen Posen abgebildeten Minderjährigen verletzen bei Weitergabe und Handel in jedem Falle ihre Persönlichkeitsrechte. Sie werden wohl kaum ihre Einverständniserklärung dafür abgegeben haben.

Und was den Konsum von eindeutiger Kinderpornografie angeht, so ist die Dauerausrede der ertappten Täter stets dieselbe. Sie hätten sich ja „nur“ Bilder angeschaut, aber im realen Leben nichts davon umgesetzt. Ja im Gegenteil, sie wollten ja nur die Kinder in ihrem Umfeld damit vor Übergriffen durch sie schützen.

Warten wir also ab, was Edathy vor Gericht dazu zu sagen hat!


 

Bildquelle:

edathy photo

 

 

 

 

Photo by blu-news.org

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3 Kommentare

  1. Seltsam ist doch aber das Edathy wegen seiner Vorliebe für diese Bilder, obwohl er ja zu dieser Kaste der Unantastbaren gehörte, zur Verantwortung gezogen wird, wogegen in der Sache “ Sachsensumpf“ , obwohl es da schwerste Verbrechen in dieser Richtung gab, alle Ermittlungen eingestellt wurden.

    • Ja, mir scheint es auch eher so zu sein, dass sowas nur ans Licht kommt, wenn ein Politiker sich nicht so verhält wie von der Elite erwünscht. Vor allem deshalb ist ja die (NSA)-Überwachung so fatal. Wer nicht spurt, wird auf Linie gebracht bzw ganz zu Fall. DeMaiziere war ja, soweit ich weiß, bisher stur System-konform, folglich auch nix mit Sachsen-Sumpf.

  2. Die Strippenzieher haben gegen jeden Mandatsträger etwas in der Hand, das wird ausgespielt wenn nötig, wie beim Kartenspiel, ein abgekartetes Spiel. Die NSU Sache stinkt nicht nur zum Himmel sondern ist komplett von A bis Z inszeniert: in einem Vortrag von Jürgen Ellsässer (Youtube ab ca. Minute 10) wird belegt, dass die angeblichen Terroristen, die „zufällig“ Selbstmord begangen haben, in den Jahren 2001 und 2004 beim Tatort und in der Küstenwache als Verdächtige aufgetreten sind…Hier hatten die Hintermänner wohl die Befürchtung, dass Edathy nicht auf Linie bleibt sondern unangenehme Wahrheiten ausplaudern könnte. Das kann er ja vor Gericht nachholen, aber vermutlich wird er dann auch einen „Unfall“ haben.

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