Keine Neuwahlen – Petry bleibt alternativlos

Mit 37 zu 11 Stimmen sprach sich die Spitze der Alternative für Deutschland am sonntäglichen Konvent gegen einen Sonderparteitag und damit verbundenen Neuwahlen des Vorstands aus.

Photo by Medienmagazin pro
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Für die parteiinternen Widersacher Meuthen und Gauland gibt es kein Vorbeikommen an Petry. So kurz vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern kann niemand ein Interesse an weiterer Unruhe haben, die mögliche Wähler verprellen könnte.

Wenn man die Springerpresse aufmerksam zwischen den Zeilen verfolgt, wird deutlich, dass Gauland oder Meuthen niemals aus dem Schatten von Petry treten können, ohne noch mehr Porzellan zu zerschlagen. So titelte die WELT auch „Frauke Petry steht nun deutlich besser da“, nachdem sie Tags zuvor mit einem Interview in der BILD ebenso deutlich punkten konnte. Die Botschaft ist klar, im Hause Springer gilt Petry als die Spitzenkandidatin, auch wenn sie den Fragen danach ausweichend antwortete, wie man es von den Altparteien gewohnt ist.

Da die Parteispitze mit den Medien kooperiert, anders als es der thüringische Landeschef Björn Höcke favorisiert, bleibt der Alternative für Deutschland keine Wahl – zu Frauke Petry gibt es keine Alternative.

In Mecklenburg-Vorpommern hat der Spitzenkandidat Leif Erik Holm die Chance, am 4. September die AfD zur stärksten Fraktion zu machen. Seine Position zu Petry könnte damit wesentlich gewichtiger werden, als die von Meuthen, der durch die Teilung der baden-württembergischen Fraktion als geschwächt gilt. Bis zu den Bundestagswahlen kann sich die Partei vielleicht noch das ein oder andere Fettnäpfchen erlauben, aber parteiintern dürfte für große Teile der Partei der alte Adenauer Slogan „Keine Experimente“ gelten.

Damit Petry als Spitzenkandidatin ihren Weg in den Bundestag fortsetzen kann, muss das einflussreiche Höcke-Lager entsprechend eingebunden werden. Dort hat sich mit dem ehemaligen WELT Journalisten Günther Lachmann Verstärkung für das Team des Landeschefs eingefunden. Lachmann hatte seinen Job verloren, nachdem herausgekommen war, dass er sich Frauke Petry als Medienberater angeboten hatte, was diese aber ablehnte. Über ihren Lebensgefährten Marcus Pretzell gelangte die Wochenzeitung Junge Freiheit an Emails von Lachmann, wodurch dieser bei Chefredakteur Stefan Aust in Ungnade fiel.

Mit seiner Personalie hat Höcke ein mehr als deutliches Signal gegen Petry gesetzt. Diese Gegensätze lassen sich geschickt nutzen, man denke an Seehofer und Merkel, die ein ähnliches Spiel treiben, wie es Kohl und Strauß erfolgreich vormachten. Das „Erfurt bleibt Deutsch“ von Höcke kann dieselbe Funktion übernehmen wie das „Mia san mia“ sämtlicher bayrischer Ministerpräsidenten. Mit Strauß als Kanzlerkandidat hatte die Union keine Chance gegen die Helmut Schmidt SPD, als die beiden Schwergewichte ihre Plätze tauschten, begann die sechzehn Jahre dauernde Ära Kohl.

So jedenfalls hat sich das politische Establishment die Dramaturgie vorgestellt. Nicht zufällig tanzte Frauke Petry bereits beim Bundespresseball, eine Ehre die normalerweise nur Parlamentariern aus dem Bundestag angedacht wird. Aber natürlich wollte man in Berlin wissen, wie gut oder schlecht sie sich auf dem Parkett macht. Offenbar war man in den Hinterzimmern zufrieden.

Ob den Akteuren die Rollenzuteilung auch gefällt, ist eine andere Sache. Höcke und sein Berater Lachmann haben mit Springer noch ein größeres Hühnchen zu rupfen, denn dort hat man ihnen den Stuhl in der äußersten rechten Ecke zugewiesen. Fahnenschwenken bei Jauch kommt eben nicht gut in einer „Republik“ deren Kanzlerin die Nationalflagge auf der Bühne angewidert in die Ecke wirft. Sollte sich das Höcke Lager weiter aus der Deckung wagen, wird man aus allen medialen Rohren auf die AfD feuern, wohlwissentlich, dass ein Einzug in den Bundestag so oder so nicht mehr zu verhindern ist.

Zwei Schlüsse könnte man daraus ziehen. Man hat sich im Estabishment mit Petry arrangiert und verzichtet momentan darauf, sie so zu demontieren, wie man es mit Gauland versuchte. Damit stärkt man die AfD in ihrer Beständigkeit, was für Wahlen immer ein entscheidender Faktor ist. Für wirklich gefährlich aber hält man die anderen Lager der AfD.

Sicher aber hat man noch einen oder mehrere Joker in der Hinterhand, die erst dann eingesetzt werden, wenn neben Petry noch weniger Platz für ebenbürtige Konkurrenten ist, als jetzt. Dann ließe sich mit einer medialen Hinrichtung maximaler Schaden anrichten. Ob der Trick allerdings immer noch gelingt, ist in Zeiten sinkender Auflagen und wachsendem Misstrauen gegenüber der Systempresse fraglich.

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1 Kommentar

  1. Würde nur der Osten dieser BRD zählen, währe Herr Höcke mit Sicherheit Kanzlerkandidat oder zumindest Parteichef bei der AfD! Der Prof Meuthen hatte es fast geschafft die AfD in seinem Bundesland in Grund und Boden zu rammen mit seiner blöden Entscheidung.
    Da sieht man, wo sich der politische Siff (->nicht AfD bezogen<-) in Deutschland festgefressen hat!

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