Keine Batterie: Bayrisches Unternehmen meldet Durchbruch bei der Speicherung erneuerbarer Energie

Fragezeichen?

Die von der deutschen Bundesregierung festgesetzten Ziele betreffend Energiewende und Elektromobilität sind nur zu erreichen, wenn es möglich ist, den Strom aus erneuerbaren Energien unbegrenzt zu speichern und bei Bedarf jederzeit abzurufen.

Seit Anfang 2019 ist eine technische Anlage in Betrieb, die Strom ohne elektrochemische Batterien dezentral, ohne Selbstentladung und ohne Standby-Verbrauch speichern kann.

Dabei spielt die Speicherdauer keine Rolle. Die Anlage ermöglicht es, Strom in jeder beliebigen Menge aufzunehmen und wieder abzugeben. Dies kann sogar gleichzeitig erfolgen. Hervorzuheben ist auch, dass Energie im Frühjahr eingespeichert und ab Herbst wieder abgeholt werden kann. Die Sonnenenergie vom Sommer versorgt somit die Gebäude im Winter. Die Anlagengröße ist skalierbar von hausaltsnahem bis industriellem Einsatz.

Die Firma 2-4 ENERGY UG aus Bayern hat den Prototypen eines Druckgasenergiespeichers gebaut und im Januar 2019 in Betrieb genommen. Die Patentschrift wurde Anfang April beim Deutschen Patent-und Markenamt in München eingereicht.

Die Anlage arbeitet hydraulisch-pneumatisch, verdichtet Umgebungsluft bis 300 Bar in handelsübliche Druckgasbehälter von variablen Volumeninhalten. Beim Entladevorgang gibt diese Pressluft ihre Energie wiederum hydraulisch an einen Generator, der daraus elektrischen Strom erzeugt. Es ist der Firma 2-4 ENERGY UG gelungen, Überhitzung – beim Verdichten der Luft – wie auch Vereisung – beim Entspannen der Luft – zu verhindern, ohne mit fossilen Treibstoffen zuheizen zu müssen.

Neben dem Hauptzweck, aus gespeicherter Energie wieder Strom zu erzeugen, kann die Anlage auch Wärme für die Warmwasserversorgung und Kälte für Kühlzwecke bereitstellen.

Dank dieser möglichen Kopplung der einzelnen Komponenten ergibt sich ein sehr hoher Gesamtnutzen.

Die Anlage besteht aus handelsüblichen Teilen, ist vollständig recycelbar und stellt prinzipiell keine Belastung für die Umwelt dar. Bei entsprechender Wartung ist die Lebensdauer nahezu unbegrenzt, d. h. dieser Speicher ist komplett zyklenneutral.

Die Firma 2-4 ENERGY UG repräsentiert eine innovative Projektgruppe aus Bayern. Die vier Teilhaber haben Erfahrung mit Hydro-Pneumatik, IT und Finanzthematik. Das Projekt ist eigenfinanziert und beansprucht keine Fördermittel aus Bund und Ländern.

11 KOMMENTARE

  1. Böse Stimmen von Verschwörungstheoretikerns werden jetzt sagen: „Das ist nichts Neues“

    Bei der Analyse von neuen Containerschiffen wurde längst davon ausgegangen, dass diese Energie mit Druckluft speichern und nicht mit Diesel unterwegs sind. Zumindest konnte ich das mal unter einem entsprechenden Video bei Youtube lesen.

  2. Ich habe vor kurzem meine Kois durch ein Dutzend Zitteraale ersetzt. Passendes Anschlußkabel in jedem Baumarkt erhältlich.

    Wie ich drauf kam?

  3. Und wie groß ist diese Anlage um z.B. den erzeugten Strom einer „normalen“ Windkraftanlage zu Puffern, bzw. die Tagesleistung einer Windkraftanlage einzuspeichern um sie bei Schwachwind wieder abzugeben?
    Was kostet so eine Anlage? Wieviel wiegt sie?
    UND: Wie hoch ist der Umwandlungsverlust?
    Ohne detaillierte technische Daten kann man die Aussage dieses Artikels so zusammenfassen:
    „Hey, wir könnten Druckluft verwenden!“
    Wenn ein Labormuster funktioniert, heißt das noch lange nicht, dass sich daraus eine Großanlage entwickeln läßt, die wirtschaftlich betrieben werden kann.

  4. Heiße Luft können sie gut.

    Wurde das Patent schon angemeldet? Sonst mach ich das: „Furzkissen“

  5. Das ist in der Tat ein alter Käse, denn die Verluste bei solchen Prozessen sind enorm: Bei der Verdichtung der Luft durch den Kompressor steigt die Temperatur und das komprimierte Gas muss Wärme abgeben. Im Artikel heißt das dann Wärmegewinnung. Diese fällt aber, denkt man an das Hauptziel „Verklappung von Solarstrom und saisonale Speicherung“, ausgerechnet im Sommer an. Die Anlage lässt sich erst durch Berechnung und Angabe eines Wirkungsgrads bei der Stromspeicherung beurteilen. Dann lässt sich auch ein entsprechendes Preisschild an den gespeicherten Strom kleben. Und an den Künstler, der meint, wer hier meckert ist Verschwörungtheoretiker: Das ist Physik und sonst nichts.

  6. Wie immer. In Deutschland erfunden, im Ausland zur Marktreife entwickelt. Letztendlich nur (siehe Transrapid) in China gebaut? Jedenfalls wäre dass der typisch deutsche Weg.
    Kling irgendwie zugut, um wahr zu sein, wenn ich gleichzeitig in schlaflosen Nächten an die bayrische Erfindung der deutschen Autobahnmaut auch für Ausländer denke!
    Technisch kann ich mir die Funktion berufsbedingt gut vorstellen. Die Frage ist nur, wie groß wird der Wirkungsgrad bzw. der Energieverlust bei Druckluft- und Stromerzeugung sein? Wie groß der Wille der deutschen Politik, die Technik flächendeckend zunächst in Deutschland einzusetzen???

  7. Link: https://www.druckluftspeicher.net/
    Folgende Angaben zu einer Versuchsanlage „(nicht isoliert oder optimiert)“ sollen wohl den auf Energieform aufgeteilten Wirkungsgrad angeben (steht nichts dabei).

    Gemessen / was / gerechnet
    36% / elektrisch / bis 48%
    22% / Wärme / bis 26%
    16% / Kälte / bis 14%

    Ich verstehe das so, das deutlich weniger als die Hälfte der eingespeisten elektrischen Energie wieder abgegeben werden kann. Den Rest (Wirtschaftlichkeit etc. ) kann sich jeder selbst denken.

    • Wenn die Zahlen stimmen – und sie hören sich durchaus realistisch an – dann ist genau das der Fall. Aus 1 kWh Atomstrom werden dann 0,36 kWH Furzkissenstrom. Die Anlagenkosten wären denn auch noch umzulegen.

  8. Einstieg ins Crowdfunding? _ Den Gefährdeten sei gesagt: Druckspeicherlokomotiven gab’s schon vor hundert Jahren.

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