#Katalonien: Revolution verkommt zur Seifenoper – Cui bono?

Puigdemont hat sich die Unabhängigkeitserklärung gerade noch so verkniffen und den Ball an seinen Erzfeind Rajoy zurückgespielt. Der kann jetzt nicht einfach so hart durchgreifen und Kataloniens Regionalregierung absetzen und einkerkern lassen.

Rajoy / Foto by More pictures and videos: connect@epp.eu

Das war zu erwarten, nachdem sich bereits Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau gegen die Ausrufung der Unabhängigkeit ausgesprochen hatte. Sie begründete dies mit der geringen Wahlbeteiligung. Angesichts des massiven Polizeieinsatzes der spanischen Zentralregierung und des ebenso massiven Widerstands gegen das Verbot des Referendums und der Aufforderung an die Wähler, trotzdem zu den Wahlurnen zu gehen und mindestens eine Tracht Prügel und eine gewaltige Ladung Pfefferspray dafür zu riskieren, dürfte ihr Rückhalt in der Basis nun bröckeln. Die katalanische Variante von „Wer hat uns verraten? Sozial…“ wird in der hiesigen Presse hochgelobt und die Hardliner der Unabhängigkeitsbewegung als eine Art Reichsbürger gehandelt – was sie aber gar nicht sind.

Der Karren sitzt aber immer noch im Dreck und bietet für alle Beteiligten mehrere Optionen:

Brüssel will Barcelona nicht und hatte die Banken schon abberufen, die jetzt natürlich erst mal wieder bleiben. Das Signal ist bei den Bürgern angekommen. Sie werden ein zweites Mal vielleicht anders entscheiden und sicher nicht für den eigenen Einkommensverlust. Der Status Quo der EU bleibt gesichert.

Rajoy kann nun ohne Gesichtsverlust ein wenig auf Barcelona zugehen, muss er aber nicht. Wenn Madrid sagt, das Referendum war illegal und Brüssel dahinter steht, kann er Puigdemont am langen Arm verhungern lassen.

Zu einem  zweiten „verfassungskonformen“ Referendum wird es nicht kommen. Ein paar Zugeständnisse müssen von allen Seiten ausgetauscht werden und der Karren kann weiter gegen die Wand gefahren werden. Ein paar Monate, sogar ein bis zwei Jahre Geduld lassen sich so heraus schinden, aber bei wem eigentlich? Beim „Volk“?

Hat die Unabhängigkeitsbewegung einen bewaffneten Arm? Besteht die Gefahr von Terroranschlägen nach Art von ETA oder IRA? Wenn nicht, dann kann wer auch immer jetzt dafür sorgen und die Lage für sich ausnutzen. Das wäre mal eine Abwechslung vom ewigen Islam und den öden Lastwagenanschlägen. Ein inszenierter Putsch wie in der Türkei wäre zu dick aufgetragen, aber kleine militante Separatistenzellen, die ähnlich wie der IS agieren, könnte man der EU-Schafherde überzeugend verkaufen und die ohnehin schon schweren Einschränkungen der Bürgerrechte noch weiter ausdehnen. Die Zeichen stehen auf noch mehr Zensur, Überwachung und Terror in unterschiedlichsten Formen. Das übliche Cui Bono Ratespiel um die Hintergrundmächte lässt sich mit der Frage nach den Verlierern rasch abkürzen. Davon aber will zur Stunde selbst der „kleine Mann auf der Strasse“ nichts mehr wissen.

Anzeige

für eine Banküberweisung finden Sie die Kontonummer im Impressum

Opposition 24 unterstuetzen
Ihre Email Adresse:

Hinweis zu den Kommentaren

Kommentare geben nicht die Meinung der Redaktion wieder!
Redaktion
Über Redaktion 5630 Artikel
Frisch aus der Redaktion

2 Kommentare

  1. Brüssel wird jauchzen.
    Hat man dem Wahlpöbel doch mithikfe des Faschisten Rajoy gezeigt, wie man Tiger zu Bettvorlegern umarbeitet. Einfach mit ein paar knüppelnden Schergen und ein bisjen Pfefferspray.
    Die auch da überreichlich vorhandenn Guten werden applaudieren und den Frieden, den uns die EU geschenkt hat, bejubeln. Danach kommen neue Daumenschrauben für den Plebs.
    Vielleicht alle Glühbirnen über 10 W verbieten weil wir sonst alle im Meer ersaufen werden oder besser, damit in solchem Dämmerlich keiner mehr durchblickt.

  2. Die EU-Diktatur funktioniert.
    Wer will aus dem Abzock-System raus?-Die Geplünderten!
    Langfristig wird UK profitieren, auch wenn die Eurokratler ihnen alle Schwierigkeiten machen werden.Das darf nicht Schule machen,sonst sind die Schmarotzer ,namentlich Spanien, Griechenland, Italien und auch Frankreich auf sich allein gestellt, und müssten wieder für ihre Misswirtschaft geradestehen mit hohen Zinsen und Geldentwertung.

Kommentar verfassen