Katalonien: Beginnt im Oktober ein neuer Bürgerkrieg in Spanien?

Eine neue Zerreißprobe für EU und Nato zeichnet sich in Katalonien ab. Am 1. Oktober soll das Unabhängigkeitsreferendum stattfinden, welches von mehr als 700 Bürgermeistern unterstützt wird. Die Regierung in Madrid will den Wahllokalen den Strom abdrehen, weil das Vorhaben als verfassungswidrig angesehen wird. (DWN).

Bei einem Sieg der Befürworter der Abspaltung von Spanien soll bereits am 3. Oktober die katalonische Republik ausgerufen werden. Die Regierung hat sogar mit dem Einsatz des Militärs gedroht, um die territoriale Einheit Spaniens zu verteidigen.

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Unterdessen haben die spanischen Provider auf Weisung der Regierung den Zugang zu Internetseiten der katalonischen Unabhängigkeitsbewegung blockiert.

Wikileaks-Gründer Julian Assange meldet sich seit geraumer Zeit in der Sache zu Wort.

Assange glaubt an die Geburt einer neuen Nation und den Beginn eines Bürgerkriegs.

Das US-Außenamt signalisierte, es werde die Entscheidung des Volkes in jedem Falle respektieren: „Wir werden nach dem Referendum mit jeder Regierung oder Institution, die daraus entsteht, zusammenarbeiten.“ RT

Wenn es tatsächlich zu militärischen Konflikten zwischen einer neuen Katalonischen Republik und Spanien kommt, ruft das auch die NATO und die EU auf den Plan. In Brüssel will man nach dem BREXIT sicher nicht dem Auseinanderbrechen eines wichtigen EU-Partners tatenlos zuschauen. Andererseits bietet es die Gelegenheit, dem Pleitestaat Spanien den Schwarzen Peter für die „Euro-Krise“ in die Hand zu drücken und über einen „Friedenseinsatz“ der Nato-Truppen nachzudenken. Dazu müsste der Konflikt aber Ausmaße wie im Jugoslawien-Krieg annehmen. Bevor die Gewalt am Balkan explodierte, konnte sich kaum jemand vorstellen, was sich später im Land der Winnetou-Filme abspielen sollte.

Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Schotten sind dagegen für Brüssel ein Zeichen der Vernunft. Vor dem Brexit noch als reaktionäre Nationalisten gescholten, schwenkte die Mainstream-Presse plötzlich um und lobte die Gegner des Vereinigten Königreichs als „wahre Europäer“, während die Brexit-Befürworter zu Rechtsradikalen erklärt wurden.

Was Spanien mit dem Vielvölker-Staat Ex-Jugoslawien gemeinsam hat, sind die wirtschaftlichen Verwerfungen, die eigentlich längst fällige Pleite und die gesellschaftlichen Spannungen, die durch die Masseneinwanderung noch extrem verstärkt wird. Dieses Pulverfass ist an Gefährlichkeit nicht zu unterschätzen. Bald könnten wir wieder solche Bilder aus Spanien – nur dieses Mal in Farbe und bewegt – zu sehen bekommen.

Freiwillige der republikanischen Armee im spanischen Bürgerkrieg 1938 – Foto: gemeinfrei
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1 Kommentar

  1. Eine Sezessionsbewegung die auf dem Willen der Bürger und nicht einiger Politiker beruht, ist nicht durch Abstellen von Strom oder Beschlagnahmen von Wahlurnen zu verhindern.
    Militär kann das Ganze etwas verzögern. Da es aber hier offenbar 700 Rädelsführer ( Bürgermeister ) zu geben scheint, würde man Katalonien komplett führungslos machen. Rajoy ist verzweifelt, sieht er doch dass Spanien mit seiner korrupten Clique der PP Abrechnung sucht.
    Die wird es auch geben. Ob er will oder nicht.
    Katalonien ist nur der Funke am Pulverfass.

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