Kaputt ist kaputt!

… oder wie überflüssig die linke Gleichmacherei ist.

macht kaputt photo
Foto by Journalistenwatch

1969 klang das noch etwas anders. Das waren echte Jungs von der Straße, denen es um die Sache ging, aber um welche? Ach, egal!

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Sie waren weder Punks noch richtige Hippies, auch wenn die junge Claudia Roth später mit an Bord kam, um die Truppe zu „managen“. Das war allerdings erst kurz vor deren Auflösung. Erfolgreich waren die Scherben nie, ob es sich um richtige Musik handelte, was sie machten, darüber kann man streiten, nicht aber, dass Frontmann Rio Reiser eine ausdrucksstarke Persönlichkeit war. Dass er als Solokünstler auch außerhalb der linken Szene die Massen begeistern konnte und mit „König von Deutschland“ einen unvergessenen Charterfolg hinlegte, nahm ihm seine ursprüngliche Fangemeinde übel.

Das System hat Rio Reiser nicht kaputt machen können, stattdessen zerstörte er sich selbst durch exzessiven Alkoholmissbrauch. Er starb am 20. August 1996 im Alter von 46 Jahren. In manchen Medien wurde damals um die Todesursache ein großes Geheimnis gemacht. Kreislaufversagen durch „innere Blutungen“ hieß es, manchmal nannte man auch die Ursache für die Blutungen: Ösophagusvarizen. Diese Dinger sind meist die Folge einer Leberzirrhose. Mehr muss man dazu wohl nicht sagen. Proletarischer Alkohol passt vielleicht zu einer spießigen Schlagersängerbiografie, steht aber der linken Legendenbildung mehr im Wege, als ein szeneüblicher goldener Schuss.

Als Kind mochte ich solche Musik überhaupt nicht, später war das natürlich anders. Alles hat seine Zeit und seine Daseinsberechtigung – das Aufbegehren – wer will bestreiten, dass die Erwachsenenwelt der Sechziger und in den angeblich ach so schrillen Siebzigern ziemlich miefig und spießig war – wie auch die Erkenntnis, dass Destruktion kein Beitrag zur Verbesserung der Zustände sein kann, die man beklagt.

Die tragischen Ikonen solcher „Subkulturen“ zahlen einen hohen Preis, sie sind genauso festgelegt auf Krawall und Protest, wie ein Roy Black nur Schlagerstar sein konnte. Der Traum aller Schwiegermütter, zu dem so einer wie Rio Reiser der totale Gegenentwurf war, schaffte es auch nur bis 48. Dann war Schluss mit Heidschi Bum Beidschi.

Für beide Sänger wurden Denkmäler errichtet und ihre Gräber sind zu Pilgerstätten geworden, die noch heute zahlreiche Fans anziehen. Dabei steht ihr Tod wie sonst nichts in ihrem Leben für die Verlogenheit der jeweiligen Szenen, aus denen sie stammten. In der heilen Schlagerwelt geht es oft auch nur um Sex and Drugs and Rockn’Roll, wie sich auch links von der Hitparade nicht alles um Revolution dreht. Gespielt wird, was das Publikum verlangt – bis zum Umfallen und darüber hinaus. Kein großer Unterschied.

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Wolfgang van de Rydt
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