Der 11. Mai 2010 veränderte das Leben von Andreas Darsow und seiner Familie. An diesem Tag wurde er verhaftet und später in einem Indizienprozess zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe wegen Mord an dem Ehepaar Klaus und Petra Toll verurteilt. Der Fall wurde als "Doppelmord von Babenhausen" bekannt, bekam einen eigenen Wikipediaeintrag und war Gegenstand zahlreicher Fernsehdokumentationen und Reportagen, die Ehefrau Anja Darsow kämpft seither gemeinsam mit Unterstützern des Vereins Monte Christo  für die Freilassung ihres Mannes. Der 11. Mai 2018 könnte ein weiterer Schicksalstag im Leben von Andreas Darsow sein, denn der bei Anklägern und Richtern gefürchtete Strafverteidiger Dr. Gerhard Strate reichte gestern gemeinsam mit der Ehefrau einen Antrag zu Wiederaufnahme des Verfahrens bei dem Landgericht Darmstadt ein und lud anschließend zu einer Pressekonferenz. [caption id="attachment_440349" align="alignnone" width="1920"]Gerhard Strate und Anja Darsow nach Verlassen des Gerichtsgebäudes Foto O24 Gerhard Strate und Anja Darsow nach Verlassen des Gerichtsgebäudes Foto O24[/caption] Strafverteidiger Strate präsentierte den Pressevertretern Teile aus einem aufwändig erstellten Gutachten, das die Beweisführung des Gerichts widerlegen soll.[the_ad id="437284"] Die Tat sei nicht mit einem selbstgefertigten Schalldämpfer aus einer PET-Flasche und Bauschaum begangen worden, nach zahlreichen Tests hätte man dann am Tatort wesentlich mehr Spuren, wie Bauschaum- und vor allem auch Plastikpartikel finden müssen. Dies sei nicht der Fall, die wesentliche Begründung zur Verurteilung von Andreas Darsow damit hinfällig. Strate geht davon aus, dass ein herkömmlicher Schalldämpfer benutzt wurde, der eventuell zur Verstärkung der dämpfenden Wirkung zusätzlich mit Bauschaum befüllt worden sein könnte. Hinsichtlich der verwendeten Munition, sogenannter Überschallmunition, sei zudem bei der Verwendung eines selbstgebauten Schalldämpfers keine wesentliche Dämpfung des Knallgeräusches zu erzielen gewesen. [caption id="attachment_440348" align="alignnone" width="1600"]Pressekonferenz Doppelmord von Babenhausen Pressekonferenz Doppelmord von Babenhausen[/caption] Der Fall könnte sich nach der Mollath-Affäre zu einer weitaus größeren Ohrfeige für die Justiz entwickeln, wenn sich zweifelsfrei heraus stellt, dass Andreas Darsow die Tat nicht begangen hat. Die Frage eines Pressevertreters, warum das Gericht nicht den Grundsatz "in dubio pro reo" hat gelten lassen, entgegnet Strate mit einem vielsagenden Blick. Zuvor schilderte der Strafverteidiger seinen Eindruck von der Beweisführung des Gerichts. "Die Begründung des Urteils war außerordentlich gründlich. Da wurde ich misstrauisch. Perfekte Urteile haben immer einen Hinkefuß!"  Alle Dokumente wurden auf der Webseite der Anwaltskanzlei veröffentlicht.

Neueste Dokumente (Stand 11.05.2018):

Weiter zu den älteren Verfahrensdokumenten >> Weitere Infos und Quelle: https://www.strate.net/de https://youtu.be/RjGxd4mnWr0 https://behoerdenstress.de/live-pressekonferenz-fall-andreas-darsow-doppelmord/
Ton und Bild sind leider etwas asynchron. Da der Patient polnischer Staatsbürger ist, gelang es der Mutter, ihn per Gerichtsbeschluss aus der Klinik zu befreien und mit ihm nach Polen zu ziehen. Möglich war das, weil der Patient gar nicht psychisch krank ist, wie mit der Diagnose Schizophrenie" seitens der Klinik behauptet wurde, sondern an einem Schädel-Hirn-Trauma infolge eines Unfalls leidet, wodurch er zum Pflegefall wurde. Uns liegen sämtliche Dokumente vor, die diese Fehldiagnose eindeutig belegen. Dennoch wurde er in der "Klinik" wie ein gefährlicher Schwerverbrecher behandelt. Die Fixierung mit Handschellen aus Metall ist jedoch auch dann noch mehr als fragwürdig. Wenn er schon fixiert werden soll, warum werden dabei nicht die gültigen Standards eingehalten und medizinische Fixiergurte verwendet? Wie ist es möglich, dass in einem deutschen "Krankenhaus" ein Patient derart verwahrlost wirkt? Im Gespräch mit der Mutter, die bei Besuchen streng kontrolliert wurde und sich vor dem Pflegepersonal entkleiden musste, berichtet der Patient von Misshandlungen durch die Pfleger.