17 Jahre danach: Staatsanwalt klagt mutmaßlichen Wehrhahn-Attentäter an

Kölner Stadtanzeiger: Gut 17 Jahre nach dem Sprengstoffanschlag an der S-Bahnhaltestelle Düsseldorf-Wehrhahn hat die Staatsanwaltschaft gegen den mutmaßlichen Bombenleger Ralf S. Anklage erhoben. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitag-Ausgabe) erfuhr, soll sich der 51-jährige Neo-Nazi wegen versuchten Mordes und der Herbeiführung eines Sprengstoffanschlages vor dem Düsseldorfer Schwurgericht verantworten. Erkenntnissen der Ankläger zufolge wollte der rechtsradikale Militaria-Händler offenbar aus Fremdenhass ein blutiges Fanal setzen.

Haltestelle Wehrhahn / Foto: GodeNehler (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Weiteren Recherchen zufolge soll der Terrorverdächtige kurz nach dem Attentat Sven Skoda, eine berühmt-berüchtigte Nazi-Größe im Rheinland, um ein Alibi für die Tatzeit gebeten haben, was dieser aber bestreitet. Auch bezeichnete Ralf S. in einem Telefonat „die Wehrhahnsache“ nach der Geburt seiner drei Kinder als vierten Glücksfall. Seine Gesinnung beweist ferner folgende Begebenheit: Im Zuge einer Diskussion über das Thema Abtreibung erläuterte S. einer Bekannten, dass derjenige kein Mörder sein könne, der ungeborenes Leben auslösche: „Deshalb ist das ja auch nur Abtreibung, was ich gemacht habe.“ So verhöhnte er nach Ansicht der Ankläger eine Sprachschülerin, die durch den Anschlag ihr ungeborenes Kind verlor. Bereits kurz nach dem Anschlag im Juli 2000 galt der Düsseldorfer Neo-Nazi als Verdächtiger Nummer 1.

Durch schlampige Ermittlungen und das Schweigen wichtiger Zeugen aus seinem Umfeld aber kam er zunächst davon. Erst als der Ex-Bundeswehrsoldat wegen nicht bezahlter Rechnungen 2014 eine kurze Haftstrafe in der JVA Moers absitzen musste, wurde die Fall-Akte erneut geöffnet. Im Streit mit einem Zellenkumpel offenbarte sich S. als der Attentäter, der „an einem Bahnhof“ mit „Sprengstoff die Kanaken weggesprengt“ hätte. Bei dem Sprengstoffattentat waren im Sommer 2000 zwölf Sprachschüler aus den GUS-Staaten teils schwer verletzt worden. Tatjana L., damals im fünften Monat schwanger, verlor ihr ungeborenes Kind, auch musste ein Bein amputiert werden. Der Angeklagte hat die Tat bislang vehement bestritten. Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigt ihm zudem, voll schuldfähig zu sein.

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1 Kommentar

  1. Egal ob linke oder rechte Gewalt,
    es muss bestraft werden !
    Nur lässt man inzwischen die linke Gewalt
    in diesem Verräterstaat fast freien Lauf.
    Das jüngste Beispiel erst vor ein paar Tagen.
    Razzien bei den G20- Terroristen wurden
    vorher verraten.
    Unser ganzes System ist von linken Verbrechern
    vereinnahmt worden und keiner hat etwas
    gemerkt, geschweige etwas dagegen getan.
    Wir haben Abteilungen die Milliarden verschlingen
    um Terroristen, Verbrecher und Chaoten zu
    überführen und zu bekämpfen, doch es geschah
    nichts, weil Sie selbst linke Schweine oder
    Opportunisten sind.

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