Deutlicher Anstieg von Leiharbeitern – auch im sozialen Bereich

Die Zahl der Leiharbeitnehmer ist im Jahr 2015 im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (18/7661) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/7483) hervor.

Altenpflege Seniorenheim
Auf fremde Hilfe angewiesen

Für den Juni 2015 zählte die Bundesagentur für Arbeit insgesamt 961.200 Beschäftigte in der Branche, davon waren 770.900 in Leih- und Zeitarbeitsfirmen und 190.300 in Betrieben, die nicht ausschließlich oder überwiegend in der Arbeitnehmerüberlassung tätig sind, angestellt.

Im Juni 2014 lag die Zahl noch bei insgesamt 912.519, im Juni 2013 bei 867.535.

Laut Bundesregierung gingen im Juni 2015 219.351 Leiharbeitnehmer einer Beschäftigung in der Lagerwirtschaft und 107.204 in der Metallverarbeitung nach.

Auf den weiteren Rängen folgen Tätigkeiten in den Bereichen Maschinenbau- und Vertriebstechnik (60.038) und Büro- und Sekretariatswesen (39.903).

888.500 Leiharbeitnehmer sind sozialversicherungspflichtig und 72.700 ausschließlich geringfügig beschäftigt gewesen. Von den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten arbeiteten 754.400 in Vollzeit, 134.100 in Teilzeit, heißt es in der Antwort weiter.

In so sensiblen Bereichen, wie der Krankenpflege, den Rettungsdiensten, dem Erziehungs- und Sozialwesen waren im Juni knapp 25.000 Leiharbeitsverhältnisse gemeldet – in der gesondert erfassten Altenpflege belief sich die Zahl auf 14.019!

Gerade dort wo mit Menschen besonders verantwortungsvoll gearbeitet werden sollte, ist dieser Anstieg der Leiharbeitsverhältnisse (ca. 39.000) zu verzeichnen.

In den Leitbildern so vieler sozialer Einrichtungen steht oft „der Mensch im Mittelpunkt“ – Papier ist eben geduldig, die DDR Verfassung enthielt schließlich denselben Wortlaut.

 

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2 Kommentare

  1. Im sozialen Bereich gab es lange keine Leiharbeit weil z.B. ein studierter Sozialpädagoge selbst nach Tarifvertrag des iGZ, der seine Tarife mit „christlichen“ Scheingewerkschaftsubooten „ausgehandelt“ hat, über dem liegt, was viele „soziale“ Träger bezahlen und was z.B. der Tarifvertrag der Bildungsträger hergibt.

    Die üblichen Löhne kann kein Leiharbeitsunternehmen bei Fachkräften unterbieten und die Städte und Gemeinden bezahlen auch nichts extra, um Nachfragespitzen teurer abfangen zu können.

    Es wäre interessant zu erfahren, ob jetzt v.a. ungelernte oder berufsfremde über Leiharbeit im Bereich der Flüchtlinge eingesetzt werden? Denn zumindest im Kinder- und Jugendbereich dürfen die gar nicht eingesetzt werden.

    Denn unter den gegebenen Bedingungen müsste man schon schön blöd sein, sich in der Arbeit mit den unantastbaren und sakrosankten Raketentechnikern und Gehirnchirurgen verheizen zu lassen, wenn auch überall sonst Nachfrage nach schlechtbezahlten, ausbeutbaren Fachkräften im sozialen Bereich besteht.

    • In regulären kiTas wie auch in der Alten- und Krankenpflege werden überwiegend Unqualifierte Leiharbeiter oder welche mit abgebrochener Ausbildung aus dem jeweiligen Bereich eingesetzt – es gibt für alles eine Ausnahmegenehmigung. In der Flüchtlingshilfe tummeln sich noch Ehrenamtliche, aber bei den Sprachkursen nach dem Tannhauser Modell fördert die Agentur 6 Wochenverträge für Sprachlehrer- die sich meist aus Arbeitslosen mit höherer Qualifikation speisen. Einer unserer Gastautoren macht so gerade Erfahrungen aus erster Hand.
      Für behinderte Menschen gibt es sogar geförderte Qualifizierungsmodule (Alltagshelfer) – diese werden dann in die Pflegeheime zum Butterbrote schmieren geschickt und ähnlichen Hilfsarbeiten – für die examinierte Pflegekraft bedeutet das in der Regel, gleich eine weitere Person mitzubetreuen…

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