Der Autor und Kommunikationsberater Thor Kunkel hat ein Buch über die „Lügenpresse“ geschrieben. „Es ist Zeit“, sagt er, “ sich die sprachliche und somit intellektuelle Entwaffnung zu verbitten und das »Wahrlügen“ der Medien an konkreten Beispielen zu hinterfragen“.
Das hat Kunkel 350 Seiten lang ausgiebig getan. Mit seinem Team hat er zwei Jahre lang Begriffe aus den Medien gefiltert, die, wie er sagt, „Projektionen erzeugen sollen , die wir nicht hinterfragen dürfen: sie sollen eine Simulation von Wirklichkeit bewirken“, sprich: unser Denken in eine gewünschte Richtung lenken.
So werden dann aus Kindermördern „Bahnsteigschubser“, aus Faschisten „Antifaschisten“ und aus Heimat ein „fiktiver Ort rechten Denkens“.
Kein Wunder, dass der Buchhandel sein neues Buch, das im Kopp Verlag erscheint, boykottiert. Durch diese Bevormundung der Leser, die er erreichen will, fühlt sich Kunkel bestätigt.
Für die Sprachbereiniger, die hinter dieser Manipulation stecken, hat der Autor eine simple Erklärung: „Die massieren über die schmerzenden Stellen unseres Zusammenlebens hinweg“, sagt er.
Mit seinem Buch will er erreichen, dass die Menschen „über ihren Sprachgebrauch nachdenken“ und sich nicht so leicht manipulieren lassen.
Kunkels Ausblick ist jedoch positiver, als man es angesichts der sprachlichen Verbiegungen, die er schildert, erwarten könnte: „Ich gehe davon aus, dass der Druck einer sprachkritischen Öffentlichkeit Wirkung auf die Medien hat“.