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Was mache ich nur falsch? Beim Beantworten der Fragen zum großen Rassismustest habe ich mir allergrößte Mühe gegeben und schaffe es tatsächlich nur in einer Rubrik über 90 Prozent. Im Durchschnitt liege ich bei mageren 87 Prozent. In Schulnoten ausgedrückt ist das vielleicht noch eine 2, aber mehr auch nicht.

Screenshot: idrlabs.com – Rassismustest

Die Fragen waren aber auch verdammt noch mal schwer. Ist es okay, jemanden (der anders aussieht) zu fragen, wo er herkommt? Was soll denn daran schlimm sein?

Ich werde ständig gefragt, ob ich Holländer sei. Dabei heißt es eigentlich Niederländer. Und nein, ich bin Deutscher, meine Eltern sind beide ebenfalls gebürtige Deutsche und nur meine Großmutter väterlicherseits war Holländerin, weil ihre deutsche Mutter einen Holländer geheiratet hat. Was hat das mit meinem Nachnamen zu tun? Nichts, der kommt nämlich von meinem Großvater, also dem Mann, den meine halbholländische Großmutter geheiratet hat, die bis dahin den Nachnamen Jansen trug, wie fast alle Holländer. Durch die Heirat wurde sie dann Deutsche. Mein Großvater war nämlich Deutscher, wie auch seine Eltern und der Name van de Rydt ist am Niederrhein nicht ungewöhnlich. Es gibt viele vans und vons und van ders und van des und van dens und so weiter. Dennoch musste ich von klein auf bereits immer wieder erklären und erklären.

Wissbegierig und in dieser Sache besonders ungebildet zeichneten sich vor allem Lehrer aus, die meist als Zugezogene aus der Stadt stammten. Wie wird das gesprochen? Riet? Oder Rüüt? Und wie schreibt man das? So wie die Stadt „Rheydt“ bei Mönchengladbach? (Daher stammt übrigens Josef Goebbels). Es wird Reit gesprochen und wenn es ein niederländischer Name wäre, schriebe man ihn mit ij, wie Nijmwegen. Das wiederum weiß ich von Holländern, die mich, man ahnt es bereits, dauernd fragen, wie man meinen Nachnamen schreibt und warum ich einen deutschen Vornamen trage, obwohl ich doch Holländer sei und dass ich sehr gut Deutsch spreche ganz ohne Akzent.

Genau so blöd stellten sich die Latschenträger in der Schule mit der richtigen Aussprache der bei uns so typischen Ortsnamen an. Das E in Kevelaer oder Straelen ist ein Dehnungs-E, was Deutschlehrer eigentlich wissen sollten, aber nie so richtig auf die Reihe bekamen. Folglich heißt der bekannte Marienwallfahrtsort eben nicht Kevelär, aber was rege ich mich heute darüber auf? Hätte ich damals gewusst, was ich jetzt weiß, hätte ich mich auf den Boden werfen und Rassismus schreien können. Oder dem Lehrer mit Strafanzeige gedroht, wenn ich nicht in allen Fächern eine Eins bekomme. Kann ich eigentlich noch rückwirkend irgendwo Klage einreichen und Reparationen fordern?

Und die „Leidensgeschichte“ ist noch gar nicht zu Ende. Mal kam ich im Alphabet unter R vor, dann unter V. So oder so ziemlich weit hinten, was ebenfalls eine Benachteiligung darstellt. Korrekterweise, auch das sollten Beamte wissen, wird das Präfix hinter den oder die Vornamen platziert. Das sieht dann so aus: Rydt, Wolfgang van de. Dummerweise gaben das viele Vordrucke, auch amtliche bei Behörden, nicht her. Da ich mehr als nur einen Vornamen trage, reichte der Platz sowieso nie. Auch manche frühe Software machte mir derartige Probleme. Und das nur, weil ich nicht Lieschen oder Karl Müller heiße. Dann hätte ich es nicht so unglaublich schwer gehabt. Immer diese Fragerei. Meine Güte, wie viel Zeit habe ich schon damit verschwendet. Davon hat jemand mit einem privilegierten normaldeutschen Nachnamen ja gar keine Ahnung. All diese Meyers, Meiers, Mayers, Maiers, die entweder Stefan oder Stephan heißen. Was wissen die schon davon, wie es sich anfühlt, von der Norm abzuweichen?

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15 KOMMENTARE

  1. Hah, wenigstens bin ich bei „der ewige Ausländerrassismus auf 100% gekommen, aber im Total nur auf 82%.Den Schieber immer bis auf Anschlag, dann klappt das schon mal.
    Zu der Frage, “ Ist es okay, jemanden (der anders aussieht) zu fragen, wo er herkommt?“ Nein, ist es nicht, denn in der linken Ideologie-blase zählt nur wer du bist und wie du dich verhältst.
    Über dieses Thema gab es mal auf Bento einen ziemlich dämlichen Artikel. „Frägst du auf einer Party in den ersten 30 Minuten, wo dein Gesprächspartner herkommt“ oder so ähnlich. Und ja, klar frage ich, wenn ich merke, dass er nicht aus der Gegend ist. Das frage ich aber jeden nach einer Weile. Und ich finde es interessant. Und ja, man kann Unterschiede in der Mentalität der Menschen aus den verschiedenen Ländern erkennen. Nur die linken Knalltüten nicht, Deswegen kapieren sie es auch nicht, dass zb manche Kulturen untereinander inkompatibel sind, aber träumen von heile Welt. Wie eben die 3 kleinen Affen, Nichts sehen,höhren und sagen (wollen).

  2. Hm. Ich bin dem Test nach auch überdurchschnittlich rassistisch. Dabei finde ich den Test ein wenig sparsam formuliert. Es gibt nur die Gegenüberstellung „Weiße und Nicht-Weiße“, das geht schon nicht auf.
    Alsdann nur die Antworten Ja oder Nein. Damit lässt sich so manche Frage aber gar nicht beantworten und wunderschön in eine Richtung lenken zwecks Erzeugung eines schlechten Gewissens. Ja, wir haben euch durchschaut!
    Z. B. „Es ist beleidigend, Nicht-Weißen vorzuschlagen, dass sie wie Prominente aussehen, die ihre ethnische Zugehörigkeit teilen“. Wenn nun aber mein Kollege wirklich aussieht wie Bruce Lee? Was soll daran beleidigend sein? Und wenn er ihm eben nicht ähnlich sieht, spreche ich das ja nicht an.
    Dazu fängt fast jede Frage an mit „es ist beleidigend“. Wieso sind die alle ständig beleidigt? Haben die so gar keinen Humor? Und kann das mein Problem sein?
    Es ist z. B. beleidigend für mich, wenn mir unterstellt wird, dass ich glaube, die Küchen von Restaurants von „Nicht-Weißen“ wären dreckiger. Wieso sollte ich? Und in Zeiten von zwei Millionen Einwanderern darf ich niemanden fragen „wo er wirklich her kommt“? Ehrlich jetzt?
    Am besten so tun, als wären die alle schon immer hier gewesen und hätten unter Entbehrungen und schwerer Arbeit Europa aufgebaut. Zwölf bis vierzehn Stunden am Tag und Samstags auch noch, daneben diverse Ehrenämter und soziales Engagement in der Nachbarschaft. Ups, das waren ja Opa und Oma und ihre Vorfahren

    • …….Dazu fängt fast jede Frage an mit „es ist beleidigend“………..

      Das erfüllt den Zweck der Konditionierung. Auch brainwashing oder Gehirnwäsche genannt oder Dressur.
      Das ist so ähnlich wie bei Werbeplakaten an der Straße. Man fährt 10, 20 oder 30 mal am gleichen Plakat vorbei, das irgendwo rechts oben am Rand vom Gesichtsfeld in regelmäßigen Abständen aufgehängt ist. Das merkt man sich nicht bewusst, es gräbt sich durch die Wiederholung aber ins Unterbewusstsein ein.
      Das sind nicht wirklich Tests, was die da anbieten.
      Das sind Konditionierungsprogramme. Nebenbei werden auch noch Daten gesammelt, die verkauft werden und dazu genutzt werden die vorhandenen Konditionierungprogramme zu verfeinern.

  3. Schöner Text. So geht es vielen Lotharingiern. Als 823 mit dem Vertrag von Verdun das Frankenreich aufgeteilt wurde, bekamen die Franzosen des westlichen, die Deutschen den östlichen und wir Lotharingier den Mittelteil. Das ist keineswegs nur Lothringen, sondern dazu gehören die ganzen heutigen Niederlande, Belgien und auch der deutsche Niederrhein, überhaupt die linke Rheinseite. Auch Norditalien, aber darum geht es mir hier nicht; denn das Zwischenreich Lothars war nur von kurzer Dauer, weil schwer zu verteidigen und von West und Ost stets bedroht. Aber eine gewisse Identität bestand lange fort, und es gibt sie noch heute. Der Raum zwischen Rhein und Maas ist ein einheitlicher Kulturraum, wenn man von den verschiedenen Sprachen absieht, die sich aber erst im Zuge des 19. Jahrhundert über die niederfränkischen Dialekte legte. Die Kontinuität dieser Dialekte diesseit und jenseits der noch jungen Grenze (auch 19. Jhdt) zeigt es. Auch ich habe zahlreiche Niederländer im Stammbaum. So ist das hier normal. So gilt es umgekehrt auch für die niederländische Seite. Natürlich hatte ich auch Niederländisch als Abiturfach. Ist ja viel leichter als Englisch oder gar Französisch, jedenfalls für einen Deutschen.

    Eine etwas zu innige Verknüpfung zeigt indes der Ortsname „Nijmwegen“ im Text. So gibt es ihn eigentlich gar nicht, sondern der Autor hat hier offenbar die deutsche und die niederländische Schreibweise miteinander konfundiert. Deutsch: Nimwegen, niderländisch: Nijmegen. Zwischen Rhein und Maas kann das schon mal passieren.

      • Wenn es besser ist als so manche Geistesblitze, die sich zum schlauen Kommentar aufblasen, lasse ich mir die Knutschen Gedichte stattdessen gern gefallen.

        • Deine Geistesblitze lassen sich leider nicht von einem Eimer Hundescheiße unterscheiden.

        • Es gibt Leute die lesen Gedichte, es gibt Leute die schreiben Gedichte. Es gibt Leute, die tun beides.
          Dann gibt es anscheinend noch Leute, die Hundescheiße in Eimern sammeln.

  4. Die 100% können Die leicht erreichen, die aus puren vorsätzlichem Rassismus einen ausländischen Partner / Partnerin heiraten. Nur Solche können Ihren Rassismus auch tätsächlich 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr wirklich voll ausleben. Dass sind die wahren Rassisten.Es ist halt fein, ein Rassist zu sein und die Quadratur des Rassismus ;o)) Noch Fragen ?

  5. @Eugen Schlau

    Welche Trottel haben diese „Sozialnationalen“ eigentlich gewählt, über die sich deinereiner und andere Schlauberger permanent beklagen? Bildlich gesprochen habt ihr euch höchstpersönlich ins eigene Bett geschissen, versucht es aber auf die Zahnfee zu schieben (Mutti glaubt euch! 😉 ).

    Kann natürlich auch sein, dass du selber kein AFD Wähler bist. Nur warum engagierst du dich dann beflissen als deren Expansionsberater? Bildlich gesprochen wärst du dann ein Obdachloser, der versucht Selfmade-Multimillionären totsichere Geldanlagetips aufzudrägen.

    Egal welche Variante, so oder so ein Fall für frau Dr. Klapper.

  6. Man muss immer danach streben, mehr zu sein, als man ist. Üben Sie weiter, dann schaffen Sie die 100%.

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