Höchst unqualifiziert: Lauterbach schlägt mal wieder zu

Die Bertelsmannstudie zur Beihilfe bei Beamten, Opposition24 und Bündnis13 berichteten, schlägt Wellen; nicht sehr hoch, da es zunächst nur bei wenig bewegenden Äußerungen von Heiner Lauterbach (SPD) und F. Ulrich Montgomery (Präsident der Bundesärztekammer) bleibt.

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Photo by Metropolico.org

Lauterbach will die Beamten in die Bürgerversicherung zwingen und verspricht sich damit einen entscheidenden Vorteil für eine Rot-Rot-Grün-Regierung. Allerdings plane er für die SPD, auch bei einer Fortsetzung der großen Koalition unter allen Umständen (!!) daran festzuhalten und dann gegenüber der CDU auf die Durchsetzung zu bestehen.


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Es ist ein offenes Geheimnis, dass jener „Herr der Fliegen“ zu den meist gehassten Politikern bei der Deutschen Ärzteschaft gehört. Ergo: Frank Ulrich Montgomery kontert prompt.
„Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass sich die Autoren hier ein Szenario zurechtgezimmert haben, das jeglichem rechtlichen, politischen und gesellschaftlichen Realitätssinn entbehrt.“ Die Autoren der Studie achteten peinlich genau darauf, den Begriff „Bürgerversicherung“ zu meiden. „Ihr Modell ist aber nichts anderes, als der Totengräber des dualen Krankenversicherungssystems in Deutschland und der Wegbereiter der Einheitskasse.“
Wo er Recht hat, hat er Recht, und das ist leider viel zu selten der Fall, wodurch auch er auf recht wenig Akzeptanz in der Ärzteschaft stößt (siehe auch GOÄ-Verhandlungen unter seiner Herrschaft!).
Vom Berufsverband Deutscher Internisten ist zu vernehmen – und dem muss man klar ins Auge sehen – dass ein von Lauterbach propagiertes Unterfangen die Finanzierung des Deutschen Gesundheitswesens enorm gefährde und in erster Linie die Beamten, insbesondere die niedrig dotierten, in nicht unerheblichem Maße in die Bredouillen bringt. Sie würden deutlich weniger Leistungen erhalten, als bisher die Beihilfe abgedeckt hat: Einkommenseinbußen und Minderung der Gesundheitsleistungen. Würde man auf die Idee kommen, dies durch Anhebung der Besoldung auszugleichen, würde das für den Staat, respektive den Steuerzahler, die Bereitstellung von nicht unbeträchtlichen Mitteln bedeuten und ein Mehr gegenüber der Beihilfe.
Bleibt die Frage offen: Wie viele Böcke werden in Berlin eigentlich tatsächlich zum Gärtner gemacht? Wenn es nur nicht so furchtbar gefährlich und peinlich wäre…..



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Dr. Lothar Löser
Über Dr. Lothar Löser 10 Artikel
Selbstständiger Notfallmediziner - Initiator von Bündnis 13 - Die Weißen

4 Kommentare

  1. Dem kann ich in keiner Weise beipflichten.
    Beamte zahlen keine KV. Wieso eigentlich? Sind die was “besseres”? Würden sie einbezahlen, könnte der Beitragssatz gesenkt werden für “Normalbürger”. Und: Wieso sollte der Besoldungssatz dann angehoben werden? Mit welchem Recht? Wenn sich mein Kassenbeitrag erhöht, erhöht sich auch nicht mein Gehalt!
    Alle sollten einbezahlen, ebenso wie alle in die Rentenversicherung einzahlen sollten (Selbstständige müüsen ja nicht, aber für deren Hartz4 muss die Allgemeinheit aufkommen!).
    Ist auch eine Frage des Gleichbehandlungsgrundsatzes.
    Klar, dass die Ärzteschaft sich dagegen sperrt, könnten sie dann ja nicht mehr teure Medikamente verschreiben, teurere Operstionen durchführen, da sie dann nur noch den Regelsatz erstattet bekämen.

  2. Dies ist der x-te Versuch die maroden gesetzlichen Krankenkassen auf Kosten der PKV zu sanieren. Die PKV hat Rücklagen gebildet auf die die GKV spekuliert. Nach einigen Jahren ist auch dies aufgegessen und das Spielchen (Beitragserhöhung, Senkung der Leistungen)beginnt von vorne.

  3. DEr Beamtenadel zahlt schon nichts für seine fürstliche Altersversorgung.
    Die 2-Klasssen Medizin ist eine Anachronie.
    Die Österreicher waren konsequent. Nach 1945 wurde dort der Adel abgeschafft.
    Zeit dafür ist es hier schon lange.

  4. So einen schwachsinnigen Artikel, der sich nur auf einer Neiddebatte gründet.
    Wahrscheinlich fußt der auf dieser unprofessionell erstellten Studie der Bertelsmann Stiftung, die kürzlich erschienen ist. Die Beihilfe ist letztendlich nämlich nichts anderes, als der Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung bei Beschäftigten in der freien Wirtschaft. Nur das unser “Arbeitgeber” der Staat ist und es halt Beihilfe heißt. Für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst wird im übrigen der Arbeitgeberanteil zur GKV gleichermaßen fällig. Das kostet den Steuerzahler auch Geld – im übrigen mehr als für einen Beamten -, darüber regt sich aber nie jemand auf. Nur den bösen Beamten neidet man ihre scheinbaren Privilegien Jahr ein Jahr aus. Normalerweise ist das ja immer ein beliebtes Thema für das Sommerloch, dieses Jahr fängt man wohl anscheinend schon Anfang des Jahres mit dem üblichen Gesülze an.

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