Heult doch: Youtube hat mein Lieblingsvideo gelöscht und das böse Facebook schon wieder …

Wer wurde denn nun schon wieder gelöscht? Nach der gefühlt 666sten Meldung dieser Art in den letzten Tagen will sich bei mir einfach keine Empörung mehr einstellen. Heult nicht, handelt!

Natürlich lassen die Herrschaften zensieren, das haben sie schon immer so gemacht, ganz besonders wenn der Wind sich dreht. Man kann die Zensurschwemme auch einfach umdeuten und als ein positives Zeichen sehen. Die Herrschaften würden nicht so handeln, wenn es keinen Bedarf dazu gäbe. Es regt sich also was, das ist doch gut. Was nicht passt, wird passend gemacht, aber wo gehobelt wird, fallen Späne. Die Zeiten der subtilen Beeinflussung sind vorbei, jetzt werden schwere Geschütze aufgefahren und zwar weltweit. Die wenigen angeblich privaten Unternehmen, die das Internet dominieren, hat man über ein paar Gesetze und vorauseilenden Gehorsam bei den Eiern gepackt. So einfach ist das – weltweit, seit Jahrhunderten. Zentralisierung diente noch nie dem Vorteil der Mehrheit, sondern dem Machtausbau der Lenker über die Denker. Das passiert gerade in den USA, trotz oder wegen eines Präsidenten Donald Trump, in Russland, wo das deutsche NetzDG von Zensurminister Maas freudig übernommen wurde, in der Türkei, in allen kommunistischen und islamischen Ländern sowieso und auch bei uns war es in Wirklichkeit nie anders. Das ganze Internet ist nichts weiter als eine Simulation, ein Fanggerät, ein Netz.

Ist wirklich erst jetzt die Meinungsfreiheit zu Ende, wie manche Blogger, Youtuber und sogar manche Mainstreamjournalisten beklagen? Hey, das richtige Leben findet nicht, zum Glück noch nicht, im Internet statt. Und da draußen geht es ziemlich rau zur Sache, die Zeiten sind härter geworden. Wer mit einer nonkonformen Meinung auf die Straße geht, eine Veranstaltung besucht oder auch nur ein politisch nicht korrektes Buch kaufen will, muss damit rechnen, ein paar Schläge abzubekommen und dass sein Auto abgefackelt wird. Linkshirnies behaupten immer noch, dass Frauen wegen ihrer islamischen Gewandung diskriminiert würden, ich persönlich habe im Laufe meines Lebens meist beruflich bedingt die andere Variante mitbekommen. Prügel, blaue Flecken, Psychoterror bis hin zu Morddrohungen, weil ein Kopftuch nicht getragen wurde und irgendein Cousin dieses schlimme Vergehen der Familie gemeldet hat, die dann gegen diese Schande vorgehen „musste.“ Das spielt sich nicht erst seit kurzem im Internet, sondern seit Jahrzehnten mitten in Deutschland ab  – im richtigen Leben – und war schon immer um Lichtjahre von so etwas wie Meinungsfreiheit entfernt. Aber nicht nur dort, wo man es hätte sehen können, wenn man gewollt hätte, gab und gibt es heute erst recht keine Meinungsfreiheit, sie ist fast in allen Bereichen unseres Lebens nicht existent, nur richtig gemerkt haben will es keiner.

Wie viele Leute kennt ihr, die ihrem Chef schon mehr als einmal die Meinung gegeigt haben? Und wenn ja, gehört ihr auch dazu?

Die Wahrheit kennen wir alle. Wir halten den Mund, wenn es uns Nachteile bringt, wenn wir die Konsequenzen nicht tragen können oder glauben, dass es so ist. Wir alle lassen sehr viel mit uns machen, bevor uns der Kragen platzt. Damit wir einen schlecht bezahlten Job bei McDonalds nicht verlieren, erklären wir uns bereit, alberne Papierhütchen zu tragen. Den Job bei McDonalds machen wir, weil dann die Dame im Jobcenter etwas freundlicher zu uns ist, wenn wir unser Gehalt aufstocken lassen. Dabei bekommt die arrogante Schnepfe hinter dem Schreibtisch ihren gesamten Lohn, der mindestens dreimal so hoch ist wie unser, aus dem gleichen Steuertopf finanziert wie unser Aufstockbetrag. Sie trägt nicht im Geringsten zur Wertschöpfung bei, hat aber die Macht, Sanktionen zu verhängen. Ist es klug, der Dame die Meinung zu sagen?

Es muss nicht immer so ein extremes Beispiel sein. Es gibt nicht nur in Comedy-Shows diese Leute, die jedes Mal Bilder aufhängen, wenn die Schwiegermutter zu Besuch kommt oder bei Heimatbesuchen Tattoos und Piercings abdecken, weil der Opa sonst Magenkrämpfe bekommt, Leute, die ihrem Ehepartner zwanzig Jahre und mehr nicht sagen können, dass sie das Lieblingsessen eigentlich gar nicht mögen und es der Großtante einfach nicht verbieten können, die kleinen Sprößlinge nicht ständig an ihre Ledertitten zu drücken. Das sind Standards aus der Arbeit mit Familien, wie man sie in jedem Lehrbuch nachlesen kann, nur zieht kaum einer eine Lehre daraus. Eine solche verkorkste Gesellschaft kann alles Mögliche, nur keinen freiheitsliebenden Staat bilden. An die Spitze gelangen unweigerlich Psychopathen, wie man sie im Berliner Reichskäfig besichtigen kann. Ist wirklich jedem Betrachter klar, auf welcher Seite vom Zaun er dabei steht?

Das Geheule über die Internetzensur ist kein Jammern auf hohem Niveau, sondern der Abgesang auf „demokratische“ Werte, die es so nie gegeben hat. Das Recht auf freie Wahlen wurde blutig erkämpft, unblutig wurde es zurückerobert von denen, die keine andere Meinung als die ihre akzeptieren und alles, was ihnen nicht zum Vorteil gerät, bekämpfen. Man kann weiter Jammern, Autoritäten wie Gerichte bemühen, hochbezahlte Anwälte ins Schlachtfeld schicken, die einem genau erklären, wie man sich vor Gericht verhält, damit der Richter … alles klar? Freiheit ist grenzenlos oder gar nicht.

Die Mehrheit will auch keine totale Freiheit, nicht weil die Masse dumm ist, sondern weil jeder instinktiv die Wahrheit kennt. Der Mensch braucht Grenzen, um existieren zu können. Eine dieser Begrenzungen ist der menschliche Körper ohne den der menschliche Geist sich nicht in unserer Sphäre des Daseins bewegen kann. Es braucht weitere Grenzen, die das Überleben sichern, wie Kleidung, die vier Wände, Territorien, Regionen, Schutzräume, Rückzugsorte. Ohne all das ist der Mensch ausgeliefert und verloren. Je näher sich eine Grenze am eigenen Organismus befindet, desto bedrohlicher ist ihr Verfall. Sich frei fühlen und frei sein, sind zwei verschiedene Dinge. Wer die Hoheit über die Grenzen hat, genießt in diesem Rahmen Freizügigkeit, die schnell ihr Ende findet, wenn die eigenen vier Wände nur gemietet sind, der Gesetzgeber eine neue Wärmedämmverordnung erlässt oder die Grundsteuern anhebt.

  • Wo befinden wir uns auf der Skala, wenn es so etwas wie eine Maßeinheit für Freiheit gibt?
  • Und wo befinden wir uns auf der Zeitleiste, wenn es so etwas wie eine Evolution der Freiheit gibt? Gehen wir vorwärts oder zurück?

Aber zurück zu den Grenzen. Die „sozialen Netzwerke“ gehören uns nicht, die Hoheit über diese digitalen Räume haben andere. Darum geht es, um Deutungshoheit. Viele kennen noch den Spruch: „Solange du die Füße unter meinen Tisch stellst …“ Dagegen half nur erwachsen und flügge werden, sich auf eigene Beine zu stellen. Das Kostenlos-Internet mit der Garantie auf unbeschränkte Meinungsäußerung ist vorbei – und das ist gut so. Heult nicht rum, handelt! Freiheit gibt es nicht umsonst. Baut kleine geile Firmen auf!

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Wolfgang van de Rydt
Über Wolfgang van de Rydt 292 Artikel

Freier Journalist – Autor – Musiker

2 Kommentare

  1. Da vergebe ich jetzt mal mein Jahreslob. Ein Top Artikel.
    Man kann dieser Zeit nur ungemein dankbar sein, dass jetzt eine Integrität von uns verlangt wird, die einem Erwachsenwerden entspricht. Ich verstehe den Autor auf diese Weise.
    Aufstand, Revolution ist Morgen, Heute ist der Erwerb des Aufrechten Gang´s die wichtigste Tat, die wir begehen können.
    Jedes Rumheulen und Jammern gibt den Züchtigungsmitteln eine Gewalt über uns.
    Wir müssen uns individuell Frei machen.
    Der echte Wert eines Lebens, lag noch nie im Hausstand, es war und ist immer die Integrität über die wir verfügen dürfen.

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