Heiko Maas über Jenseitskontakte: Sie sind der Quell meiner Inspiration

Nicht erst seit den populären US-Serien wie „Ghost Whisperer“ mit der charmanten Jennifer Love Hewitt glauben viele Menschen in Deutschland an ein Leben nach dem Tod, Jenseitskontakte oder Wahrsagerei. Schon vor dem Boom des Esoterikmarkts erfreuten sich Wahrsager besonders bei Prominenten und Politikern großer Beliebtheit. So sollen unter den Kunden der legendären Madame Buchela auch mehrere Kanzler gewesen sein.

Auch der beliebte Justizminister Heiko Maas hat einen Hang zum Übersinnlichen, wie er uns im Exklusiv-Interview verriet.

Aus Zeitmangel haben wir ihm die Fragen telepathisch übermittelt und die Antworten durch ein Medium channeln lassen.

Herr Maas, stimmt es, dass Sie auch hin und wieder den Rat von Medien für Ihre politische Arbeit in Anspruch nehmen?

Ja, aber das ist nicht ganz richtig. Ich bin selbst ein Channel-Medium und habe regelmäßig Kontakt zu verstorbenen historischen Persönlichkeiten, die mir immer wieder hilfreich zur Seite stehen und mich beraten.

Da sind wir aber neugierig. Können Sie uns ein paar Namen nennen?

Da ist zum Beispiel Napoleon, der große Feldherr. Einmal hat sich sogar Adolf Eichmann bei mir gemeldet.

Das klingt aber sehr spooky, was haben Ihnen die Herren denn geraten?

(Hüstelt, ähm) Na ja, es ging eher so um Style-Beratung statt um Politik. Die Herren sind ja schon etwas länger tot und kommen mit der heutigen Zeit nicht so zurecht. Ich sollte mir eine neue Gardarobe zulegen, meinte Napoleon beispielsweise, mit schwarzen Hemden würde ich nicht ganz so klein wirken. Eichmann hat gesagt, mit Brille würde ich intelligenter aussehen.

Na ja, ob Ihnen das die Leute abkaufen? In Ihrer Position sollte man vielleicht nicht öffentlich über solche Dinge sprechen. 

Aber was denn, Schauspielerinnen, wie diese Ruth Maria-Kubitschek, die auch noch denselben Nachnamen trägt, wie dieser rechte Verleger von diesem Rittergut, gehen damit sogar durch sämtliche Talkshows und kriegen trotzdem noch Angebote.

Aber zwischen Politikern und Schauspielern herrscht doch noch ein ziemlicher Unterschied, meinen Sie nicht?

Ach, Papperlapp. Ich bin schließlich mit einer Schauspielerin zusammen, daher weiß ich das besser als Sie. Wir haben sehr viel gemeinsam.

Was hält man denn in Ihrem Umfeld von Ihrer Fähigkeit zum Channeln?

Ah, das nervt. Ich werde immer wieder von Kollegen gebeten, mal Kontakt mit irgendwelchen Opas und Omas aufzunehmen. Ich bin aber kein Telefon. Die sollen sich selber ausbilden lassen, so wie ich.

Sie haben das gelernt?

Ja, bei einem Fernkurs von Astro-TV24 für 2,70 Euro die Minute. War dann insgesamt ziemlich teuer, hat aber der Steuerzahler finanziert.

Und haben denn die Steuerzahler von dieser Fortbildung und Ihren dadurch neu erworbenen Kompetenzen auch profitiert?

Und wie! Das kann ich Ihnen verraten. Eines Abends erschien mir der große Erich Mielke in meiner Glaskugel und er hat mir Wort für Wort dieses Netzwerkdurchsetzungsgesetz diktiert, mit dem ich in die Geschichtsbücher eingehen werde. Und dann hat er mir noch geraten, diesen ganzen Internet-Konzernen die Algorithmen gesetzlich zu regulieren, damit nichts mehr daneben gehen kann.

Das ist ja ziemlich starker Tobak. Noch mal zu unserer Frage von vorhin, haben Sie denn keine Angst, sich mit solchen Aussagen selbst ins Lächerliche zu ziehen und dass die Leute dann über Sie reden?

Genau das hat Mielke auch gesagt, und mir deshalb geraten, ich soll dieses Hatespeech einfach verbieten. Sehen Sie, ich kann also ganz auf meine geistigen Führer aus dem Jenseits vertrauen. Noch Fragen?

Nein, aber vielen Dank für das Gespräch!

 

Originaldatei von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons bearbeitet von O24

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