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Die ZEIT erhebt schwere Vorwürfe gegen Kollegen im GEZ-TV. Die seien bei dem Versuch gescheitert, „journalistisch angemessen über die AfD zu berichten“. Eine Anschuldigung, die schwer wiegt, vor allem innerhalb eines medialen Meinungskartells, das die AfD in die braune Ecke verdammt hat. Das Ziel der Kritik in der ZEIT ist die Sendung der ARD am Wahlabend, die ohnehin wegen dem Auftritt der MDR-Moderatorin Wiebke Binder enorme Aufmerksamkeit bekam (siehe vorheriges Video).

Die ZEIT ist mit ihrer herben Kritik jedoch nicht allein. „Haben ARD und ZDF den Erfolg der AfD herbeigesendet?“, fragt zum Beispiel der Tagesspiegel. Der Blogger Hadmut Danisch wittert gar eine „Fernsehwende aus blanker Angst“. Seine – durchaus nachvollziehbare – Vermutung: in den Funkhäusern könnte angesichts der Erfolge der AfD in Sachsen und Brandenburg bereits die Angst vor „blauen“ Rundfunkräten grassieren.
Auch in manchen Print-Publikationen wird die bislang meist stramme Anti-AfD-Linie etwas aufgeweicht. Im Handelsblatt lesen wir, dass die wenigsten AfD-Wähler „kahlrasierte Bomberjackenträger“ seien. Mit der AfD selbst würden durch Abschottung und Dauer-Empörung auch deren Wähler ausgegrenzt. Hier herrscht wohl eher die Angst, der schon länger zu beobachtende Publikumsschwund könne noch eine ganze Weile anhalten, angesichts der Tatsache, dass die AfD in den beiden Ländern jede vierte Stimme auf sich gezogen hat.

Die Frage, die hier nicht offen ausgesprochen wird, lautet: ab welcher Größe für die AfD dürfen wir noch andauernd auf die blaue Partei eindreschen, ohne mit deren Wählern auch eine größere Zahl von Lesern zu verprellen?

Ob hinter den genannten Schlagzeilen eine Kehrtwende im Mainstream steckt oder lauert, oder ob es sich hier um wenige Ausnahmen handelt, kann vielleicht erst nach der Landtagswahl in Thüringen beantwortet werden. Bis dahin sind mehr als 7 Mio. Stimmen ausgezählt worden, wenn man Brandenburg und Sachsen mitzählt.

Und so viele Wähler lassen sich dann doch nicht mehr ohne weiteres ignorieren. Irgendwann wird die Angst vor dem medialen Untergang im deutschen Blätterwald größer sein als die Angst, zum Nazi gestempelt zu werden. Diesem Punkt scheinen wir uns jetzt zu nähern.


Quelle: Privatinvestor Politik Spezial