Der Nikolaus bringt den WordPress-Nutzern das lang ersehnte Update auf Version 5. Darin enthalten ist das umstrittene Plugin “Gutenberg”, das als Core-Element nun den alten Editor ablöst. Immer wieder war das Update verschoben worden, bei der WordPress-Gemeinde kommt der neue Editor gar nicht gut an. Bislang war Gutenberg als Plugin zum Testen verfügbar und bekam überwiegend negative Bewertungen.

Anders sieht es beim Classic Editor aus, den man sich vorerst noch als Plugin installieren kann, um Gutenberg nach dem Update auf WordPress 5 gleich wieder zu deaktivieren.

Die Zahlen sprechen für sich, aber WordPress-Gründer Mullenberg hat an Gutenberg festgehalten, dem Widerstand der breiten Gemeinde zum Trotz. Wie klug diese Entscheidung war, wird sich in Zukunft zeigen, schließlich gibt es Alternativen zu WordPress, das im Augenblick jedoch das meist installierte Open Source CMS ist.

Für die meisten Blogger ist WordPress erste Wahl und mit der Aktivierung des Classic Editors wird sich an der gewohnten Bedienung nichts ändern. Die zwei größten Konkurrenten von WordPress sind nach wie vor Joomla und Drupal, die aber wesentlich mehr Einarbeitungszeit benötigen, da sie weitaus flexibler sind.

Der bekannte Entwickler Themecoder schreibt: “Ein so großes Update mit zwei Tagen Vorlaufzeit anzukündigen ist meiner Meinung nach unverantwortlich und einfach schlechtes Projektmanagement. Leider wird sich daran trotz Aufschrei der Community nichts ändern lassen, es ist wie es ist.”

Laut Statista liegt WordPress bei einem Marktanteil von 59,5 Prozent, Joomla bei 5,5 Prozent und Drupal schafft es mit 3,6 Prozent auf den dritten Platz.

Drupal ist bei professionellen Webentwicklern sehr beliebt, taugt aber auch für Einsteiger zum Aufsetzen eines einfachen Blogs. Die neuesten Nachrichten schrecken aber eher ab, falls man mit einem Umstieg von WordPress auf Drupal liebäugelt. In diversen Pressemitteilungen hieß es im Herbst:

Drupal 9 erscheint 2020, und schon ein Jahr später endet der Support für die aktuelle Version 8. Ist Drupal 8 nun eine „lame duck“ geworden, auf die man nicht mehr setzen sollte?

Noch laufen zahlreiche Webseiten auf den Drupal Versionen 6 und 7. Ein Update auf Drupal 8 ist aufwändig, in manchen Fällen gar unmöglich, da nicht alle Module mit der neuen Version funktionieren. Auf Knopfdruck im Dashboard, wie es bei WordPress Standard ist, lässt sich das bei Drupal nicht machen. Schon mit der Einführung von Version 8 hatten Anwender auf dieses Feature gehofft, wurden aber bitter enttäuscht – bei Drupal 9 soll es dann endlich soweit sein. Den Erfahrungen aus der Vergangenheit nach zu urteilen, werden es die WordPress-Konkurrenten auch dieses Mal verpassen, dem großen Platzhirsch ein paar Prozente abzunehmen. Dabei liefert das Gutenberg-Desaster eine Steilvorlage. Schade!

1 KOMMENTAR

  1. Ja, wenn man es denn so vereinfachen könnte, dann …

    Link zum drupal-8-Modul Gutenberg mit Live-Demo: drupal.org/project/Gutenberg

    Hintergrund: Seit 2009 installierte ich drupal 6, die meiste Erfahrung sammelte ich mit drupal 7 und seit einigen Monaten installiere ich nur noch drupal 8.
    kolpak.de/referenzen

    Migriert habe ich nie, weil es immer noch ein Unternehmen gibt, das die Version 6 unterstützt.

    Statt zu migrieren und daran zu scheitern, habe ich einfach mit einer neuen Version weitergemacht. Bei mehr als 1.000 Unterseiten ist das Projekt einfach zu komplex!
    DZiG.de
    neu.DZiG.de

    Für große Unternehmen und Behörden ist drupal aus Sicherheitsgründen nach wie vor erste Wahl. Hacker konzentrieren sich auf WordPress.

    Meine WordPress-Erfahrung beschränkt sich auf die Funktion eines Autoren. Die für mich ungewohnte Philosophie geht mir mächtig auf den Sack! Aber das dürfte ein typischer Effekt im Umgang mit Software sein.

    Seit 1987 arbeite ich beruflich und privat mit Personal Computern unter VP/M, DOS und Windows. Beim Mac stehe ich völlig auf dem Schlauch und kommte damit überhaupt nicht klar.

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