Glücklich, wer kein Türke ist

Türkenfledderei ist plötzlich Mainstream. Aus ehemals politisch korrekt benannten Deutsch-Türken oder “ausländischen Mitbürgern” sind seit dem Aufruhr um Erdogans geplante Verfassungsreform auf einmal “in Deutschland lebende Türken” geworden. Eine solche Sarrazinisierung der öffentlichen “Berichterstattung” war noch vor wenigen Wochen vollkommen undenkbar. Der neue Sprachgebrauch ist vielleicht nur eine vorübergehende Zeiterscheinung, aber näher an der Realität. Glücklich ist der, der in diesen Tagen kein Türke ist, denn er kann sich nirgends mehr sicher sein.

Erdogan hat über Europäer etwas Ähnliches verlautbart, aber das ist nichts Neues, besonders für weiße, heterosexuelle Männer, die ihren von Geburt an bestehenden Rassismusverdacht gegen sie nur mit linksdrehenden Mantras und archaischen Willkommenstänzen wegklatschen können. Der Exorzismus gelingt nicht immer und überall, besonders in Sachsen, der Heimat der Dunkeldeutschen, auch von manchen “Kaltland” genannt. Bisher galt es in Deutschland als politisch korrekt, Müll nach Farben zu trennen und schädliche Autos mit besonderen Etiketten zu versehen. Dass die gelbe Plakette für schädliche Pkw gewisse Ähnlichkeiten mit einer anderen geometrischen Form aufweist, die mal bestimmte Menschen auf ihrer Kleidung tragen mussten, damit man sie besser identifizieren konnte, obwohl sie doch, gewissen Lehren nach, für jedermann hätten deutlich erkennbar sein müssen, ist der öffentlichen Aufmerksamkeit entgangen.

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Die schleichende Etikettierung der Gesellschaft hat mittlerweile diejenigen erreicht, die man ganz besonders davor schützen wollte. Gute Türken treten bei Erdogan-Minnesänger “Böhmi” auf und dürfen dort fordern, dass böse Türken Deutschland verlassen sollen. Bösen Türken droht man in Deutschland mit Einreise- und Auftrittsverbot. Kein Türke ist mehr sicher vor den Etikettierern. Alle werden sie bespitzelt, die guten Türken von den bösen Türken und die bösen Türken vom Verfassungsschutz.

„Ich bin Türke, ehrlich und fleißig. Mein Gesetz ist es, meine Jüngeren zu schützen, meine Älteren zu achten, meine Heimat und meine Nation mehr zu lieben als mich selbst. Mein Ideal ist es aufzusteigen, voranzugehen. O großer Atatürk! Ich schwöre, dass ich unaufhaltsam auf dem von dir eröffneten Weg zu dem von dir gezeigten Ziel streben werde. Mein Dasein soll der türkischen Existenz ein Geschenk sein. Wie glücklich derjenige, der sagt ,Ich bin Türke‘!“Photo by Atmaca Istanbul

Glücklich ist nur, wer kein Türke ist. Erdogan lässt in der Türkei den Schöpfer dieses Leitgedankens allmählich aus der Öffentlichkeit entfernen. Ein Osmanenführer muss größer sein als der Vater aller Türken, Atatürk landet dort, wo er einst den Islam sah, auf dem Müllhaufen der Geschichte. Dort soll er vermodern, wie die moderne Türkei, damit die Vergangenheit wieder auferstehen kann. Erdogan aber hat die Türken gespalten, alle wollen sie haben, für sich vereinnahmen, als Beute-Bürger für die multikulturelle Gesellschaft oder als Soldaten des Islams – es wird sie zerreißen, je begehrter sie sind. Wie jede Spekulationsblase wird auch der Türkenhype zerplatzen und nichts als Chaos und zerstörte Träume hinterlassen.

Die Türken können schon mal von den Deutschen lernen für die Zeit nach Erdogan. Sie werden nie wieder ein Volk sein und nie wieder glücklich. Wurzeln, die Halt geben und nähren sind in der Welt von Morgen nicht erlaubt, nur Fesseln, die am Boden halten.

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Wolfgang van de Rydt
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4 Kommentare

  1. Von allem Lesenswerten einmal abgesehen: Es gibt keine homogene “türkische” Kultur im Staatsgebiet der Türkei! Die Unterschiede und Eigenheiten sind vergleichbar krass im deutschen Sprachraum. Die Mohammedaner ziehen genausowenig an einem Strang wie die Juden oder die Christen. Aber überall gibt es verrückte Kriegstreiber. Schade, einfach nur schade, wie die Gedanken von Atatürk von den “christlichen” US-Kriegstreibern unterwandert wurden! JESUITEN MISSBRAUCHEN ALLE!

    Warum ich gerne türkische Musik höre? Ich stamme aus einem Turkvolk, meine Vorfahren waren Nomaden im Großraum des ehemaligen Aralsees: Karakalpaken heißen sie. Auch Klezmer strahlt ähnlich und fasziniert mich total. Allein das Jiddische ist ein Ding für sich. Deshalb wird mich niemand mit den Begriffen “Rassist” oder “Antisemit” erschüttern können. Zu allem Überfluss sind meine Eltern aus Masuren geflohen, das heute von Polen verwaltet wird. ISCH BINN MIGRAND !!! Die Informationen meiner Vorfahren befinden sich in meinen Genen und wirken dort mächtig! Ich brauche deshalb nicht auf Konstrukte wie die Reinkarnation zurückzugreifen. Mein Leben funktioniert auch so …

    Das Totalitäre der Mohammedaner entspricht dem Totalitären der Juden und Christen, weswegen ich mich nach 30 Jahren Gemeindeleben von 2000 bis 2007 aus diesem geistigen Sumpf herausgezogen habe.

    http://www.dzig.de/Mohammedaner-und-Mohammedanismus

  2. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man die Sandneger aus dem Land jagd. Bin dabei.

  3. Teile und Herrsche Prinzip – weltweit an allen Ecken und Kanten. Die Bevölkerung fällt immer wieder auf jeden Schwachsinn rein. Schade. Ich fände es besser, wenn sich die Bevölkerung dieser Welt (Masse) alle gemeinsam als MENSCHEN betrachten und miteinander kooperieren für Nachhaltigkeit, Natur und Menschheit. Zur Zeit ist JEDER ein Strohmann. Darüber sollten sich ALLE – weltweit – mal Gedanken machen.

    http://www.atx-netzteile.de/strohmann.html

  4. Dann sollte man aber auch voraussetzen, dass sich ein jeder,
    der wie in Mensch behandelt und angesehen werden will,
    auch wie einer benimmt.
    Das ist im heutigen Germoney die Ausnahme.
    Woran das nur liegen mag ? Am PI$$LAM vielleicht ?

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