Gesundheitsschädlich: diagnose:funk startet Kampagne für WLAN-freie Schulen

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Alternativen zu WLAN: verkabelte Exzellenz-Räume oder Datenübertragung per Licht (VLC)

Stuttgart: Die Umwelt- und Verbraucherorganisation diagnose:funk fordert zum Schulbeginn WLAN-freie Schulen: Die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von WLAN-Strahlung sind in über 100 wissenschaftlichen Studien eindrücklich belegt. Daher ruft diagnose:funk die Städte und Kommunen als Schulträger auf, im Rahmen des DigitalPakts Schule, bei dem 5,5 Mrd. EUR aus Bundes- und Ländermitteln für Digitalisierung zur Verfügung stehen, auf WLAN-Ausstattung zu verzichten und statt dessen unschädliche Alternativen zu WLAN einzusetzen: verkabelte Computer-Räume als technologische Exzellenzräume ausstatten oder mobile Datenübertragung per LED-Licht im Klassenzimmer einrichten. Diese Licht-Übertragung nennt sich Visual Light Communication, ist inzwischen marktreif und bietet höhere Übertragungsraten als WLAN. Der menschliche Körper ist dank der Evolution auf Licht angepasst, auf elektromagnetische Strahlung im WLAN-Frequenzbereich jedoch nicht.

„Unsere Schulen müssen WLAN-frei bleiben“, fordert Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk. „Wer die Sorgfaltspflicht der Schulen gegenüber Schülern und Lehrern ernst nimmt, darf in den Schulen kein WLAN installieren. Die Länder haben sich zum Vorrang des Gesundheitsschutzes bei Maßnahmen der Digitalisierung verpflichtet, daher kommt WLAN in Schulgebäuden schlicht und einfach nicht in Frage – zumal Verkabelung oder Lichtübertragung als Alternativen verfügbar sind.“

diagnose:funk startet zum neuen Schuljahr eine bundesweite Kampagne für WLAN-freie Schulen. Dabei werden Eltern, Lehrer und Schulleiter informiert über die klaren Aussagen aus der Forschung bezüglich der Gesundheitsgefahren, die von WLAN-Strahlung ausgehen. Die Schulträger und die Kultusministerien fordert diagnose:funk auf, die Gelder aus dem DigitalPakt Schule nicht für WLAN-Router, sondern für verkabelte Exzellenzräume oder für Datenübertragung per Licht einzusetzen.

Der bisher umfassendste Studienüberblick zu den Auswirkungen von WLAN auf die Gesundheit von Dipl.-Biol. Isabel Wilke kommt zu folgenden Ergebnissen:
„Analysiert wurden mehr als 100 Studien zur Frequenz 2,45 GHz, die meist unterhalb der ICNIRP-Sicherheitsrichtlinien (in Deutschland als Grenzwerte in der 26. BImSchV festgelegt) Veränderungen gegenüber unbestrahlten Gruppen gefunden haben. Dokumentiert sind Studien zur Schädigung der Fruchtbarkeit, zur Einwirkung auf das EEG und Gehirnfunktionen, auf die DNA und die Krebsentwicklung, zu Wirkungen auf Herz, Leber, Schilddrüse, Genexpression, Zellzyklus, Zellmembran, Bakterien und Pflanzen. Als Wirkmechanismus identifizieren viele Studien oxidativen Zellstress. Negative Auswirkungen auf Lernen, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Verhalten sind Ergebnis zelltoxischer Effekte.“

Auf die Kritik, dass WLAN gesundheitsschädlich sei, wird gerne mit dem Argument gekontert, es sei sinnvoll, WLAN an der Schule zu nutzen, weil es sehr viel strahlungsärmer sei, als wenn die Schüler ihr Smartphone im Klassenzimmer über die Mobilfunknetze (GSM, UMTS, LTE) nutzen würden. Die Aussage ist eine typische Halbwahrheit, problematisch und irreführend in vier Punkten, siehe Behauptungen und Scheinargumente: „WLAN an Schulen senkt die Strahlenbelastung der Schüler!“