[caption id="attachment_458866" align="alignnone" width="1280"]Symbolbild: Forschung. Labor, Medizin Symbolbild: Forschung. Labor, Medizin[/caption] Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz entdecken neue Eigenschaften eines menschlichen Proteins: es wirkt gegen Virusinfektionen und Krebs Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz haben einen neuen Faktor der körpereigenen Immunabwehr identifiziert: MYPOP – ein bislang wenig bekanntesProtein. MYPOP unterdrückt die Bildung neuer viraler Bausteine und wirkt als Tumorsuppressor. Es verhindert die Teilung  der Tumorzelle und tötet Krebszellen ab. Dies stellten die Mainzer Forscher im Rahmen von Untersuchungen zur Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) fest. Onkogene HPV-Typen sind ein wichtiger Faktor für das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs und weiteren Tumoren im Genital-, Mund- und Rachenbereich. Die Ergebnisse sind nachzulesen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Oncogene“ der Nature Publishing Group. Die Arbeitsgruppe von PD Dr. Luise Florin vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universitätsmedizin Mainz untersucht, wie eine Infektion durch Humane Papillomviren (HPV) abläuft. Humane Papillomviren vom Typ 16 (HPV16) sind der gefährlichste Auslöser für Gebärmutterhalskrebs. Wie die Wissenschaftler im Rahmen ihrer jüngsten Studie feststellten, besitzt MYPOP, ein Myb-verwandter Transkriptionsfaktor, zentrale antivirale Eigenschaften: Es erkennt eindringende Papillomviren inklusive ihrer DNA. Daraufhin bindet es sich an das virale Kapsidprotein und die virale Kontrollregion der DNA. Dies hat eine verminderte Expression der viralen Gene zur Folge, wodurch wiederum sowohl die Infektion der Schleimhautzellen blockiert als auch langfristig die Tumorentstehung verhindert werden. MYPOP besitzt somit antivirale und antitumor Eigenschaften. Damit haben die Mainzer Forscher einen neuen Faktor der zellulären intrinsischen Immunabwehr, einen sogenannten Restriktionsfaktor, identifiziert. Wie die Forscher im Rahmen ihrer Studie zudem feststellten, fehlt den HPV-Tumorzellen das normalerweise in Hautzellen in hohen Mengen vorhandene MYPOP. Grund dafür ist ein virales, krebserzeugendes Protein, das den Abbau von MYPOP induziert. Wenn die Wissenschaftler allerdings MYPOP in die Tumorzellen wieder einbrachten, konnten sich die Zellen nicht mehr ungehemmt teilen. Auch in anderen Krebszellen beobachteten die Wissenschaftler diesen Effekt. Ob MYPOP als Ansatzpunkt für Therapien gegen Virusinfektionen und/oder Krebs dienen kann, werden zukünftige Forschungsarbeiten zeigen müssen. Informationen zur Original Publikation: “The Myb-related protein MYPOP is a novel intrinsic host restriction factor of oncogenic human papillomaviruses”; Elena Wüstenhagen, Fatima Boukhallouk, Inka Negwer, Krishnaraj Rajalingam, Frank Stubenrauch und Luise Florin; Oncogene; https://doi.org/10.1038/s41388-018-0398-6https://rdcu.be/26e4 Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.400 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
Es gibt wohl keine Branche, die nicht von dem Irrsinn betroffen ist, den die Brüsseler Lobbykraten angerichtet haben. Die neue Datenschutzgrundverordnung sorgt nicht nur bei Ärzten für rollende Augen, sondern auch bei Patienten, berichtet Medical Tribune. In der aktuellen Kolumne beschäftigt sich eine Ärztin mit der Frage, ob es wirklich wahr sei, dass man nun die Unterschrift jedes einzelnen Patienten bräuchte, um weiterhin wissen zu dürfen, wie er heiße, wann er geboren wurde und was ihn krank mache. Die Kassenärztliche Vereinigung habe darauf mit "Ja" geantwortet und mitgeteilt, dass diese Unterschriften im Original vorliegen und abgeheftet werden müssten. Quelle: Medical Tribune  
[caption id="attachment_455779" align="alignnone" width="840"] Smartphone - Foto via pixabay[/caption] Unfassbare Meldung vom  In Deutschland wird inzwischen vom „Handy-Daumen“ gesprochen, in englischsprachigen Ländern von „WhatsAppitis“ oder „WhatsApp Disease“ – das Smartphone hat der Welt eine neue „orthopädische“ Zivilisationskrankheit gebracht. „Beim einhändigen Bedienen des Smartphones wird der Daumen überbeansprucht“, so Prof. Dr. Stefan Langer, Bereichsleiter Plastische, Ästhetische und spezielle Handchirurgie an der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Leipzig. „Das verstärkt sich mit zunehmender Größe der Handy-Displays – und mit dem Drang, ununterbrochen in den sozialen Netzen unterwegs zu sein.“ Der Daumen ist „von der Konstruktion her“ dazu gedacht, das Greifen der Hand zu unterstützen. Der Faustschluss ist eine typische Bewegung für den stärksten Finger der menschlichen Hand; eine Dehn- oder Abspreiz-Bewegung auf Dauer aber nicht. „Die fortgesetzte Daumenbewegung in Richtung kleiner Finger strengt an und führt zu Schmerzen im daumenseitigen Handgelenk“, so Prof. Langer. „Der typische Patient heute ist 15 bis 25 Jahre, eigentlich kerngesund und natürlich total vernetzt. Früher war der typische Patient eine 65-jährige Frau, die ihr ganzes Leben gearbeitet hat. Sie litt unter Verschleißerkrankungen, zu denen dann auch eine klassische Sehnenscheidenentzündung im Daumenbereich gehörte.“ Der Unterschied von heute zu früher im Patientenalter und in der körperlichen Konstitution ist nicht nur statistisch interessant, sondern raubt den Medizinern Therapieoptionen. „Die ältere Dame bekam oft eine Kortisonspritze, die Schmerzen ließen nach, die Entzündung klang ab. Nur zur Not mussten wir operieren und das Sehnenfach öffnen. Dem jungen Handy-User kann ich guten Gewissens kein Kortison geben: Der Patient beziehungsweise die Sehne hat noch das ganze Leben vor sich. Da kann es noch echte medizinische Probleme geben, bei denen Kortison unverzichtbar ist. Auch für eine OP gibt es keinen wirklichen Anlass. Ich kann den jungen Patienten nur raten: Handy weglassen. Mit etwas Geduld lassen die Schmerzen nach eine Woche nach.“ Natürlich können auch Ergotherapeuten helfen, wie Norina Weisenbilder von der Zentralen Einrichtung Physikalische Therapie und Rehabilitation am UKL. Die 34-Jährige kennt das Problem: „An jeder Haltestelle sehe ich meine künftigen Patienten stehen – Kopf geneigt, Rundrücken und den Daumen immer in Bewegung. Auf Dauer sind dann Muskelverspannungen die logische Folge. Erst der große Daumenbeuger, dann der Unterarm, die Schulter, der Nacken.“ Ergo- und Physiotherapeuten beherrschen Techniken, mit denen Faszien, Muskeln und Bindegewebe gelöst werden. Auch ein Kinesio-Tape am Daumensattelgelenk und an der Daumenseite des Unterarms hilft, den langen Daumenbeuger zu stabilisieren. „Ich rate den Handy-Tippern, beide Daumen zugleich einzusetzen“, rät die Ergo- und Physiotherapeutin. „Damit müssen die Daumen keine großen Entfernungen auf dem Display zurücklegen, werden also nicht überdehnt. Und generell sollte die Spielerei am Handy im Rahmen bleiben. Dann tut auch der Daumen nicht weh.“ Prof. Langer macht indes noch darauf aufmerksam, dass die Handy-Sucht und ihre medizinischen Folgen auch von Allgemeinärzten einkalkuliert werden. „Ich möchte vermeiden, dass schnell übertherapiert wird. Kommt also ein junger Mensch mit Schmerzen in der Hand, muss man nicht sofort eine Röntgenaufnahme, ein CT oder gar ein MRT veranlassen. Eine preiswerte Ultraschallaufnahme macht meist die geschwollene Sehne sichtbar. Auch die manuellen Therapiemöglichkeiten müssen nicht gleich durchdekliniert werden. Ruhe reicht manchmal schon aus. Am besten wäre es“, schmunzelt der Leipziger Chirurg, „wenn der Arzt ein zeitweises Handyverbot aussprechen könnte, wie bei den eigenen Kindern.“
[caption id="attachment_455111" align="alignnone" width="840"] DNA - foto via pixabay[/caption] Sie sind der neueste Hit auf dem Impfstoffsektor, schreibt Angelika Müller im neuen Impf-Report: Genetische Impfstoffe, auch DNA-Impfstoffe genannt. Sie sollen menschliche Körperzellen zu Impfstofffabriken umprogrammieren und giftige Verstärkerstoffe überflüssig machen. Doch trotz zweier Jahrzehnte intensiver Forschung blieben echte Erfolge bisher aus. Zudem hat man das Risiko einer Entartung der Zellen und der Gefahr neuer Autoimmunerkrankungen keineswegs im Griff. Nicht zuletzt könnte der künstlich eingebrachte DNA-Code auch in Stamm- und Keimzellen eindringen – und z. B. Krebs vererbbar machen. Doch statt strengste Auflagen durchzusetzen, tut die europäische Zulassungsbehörde EMA das, was sie offenbar am besten kann: Gar nichts. Und das deutsche Gegenstück, das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), hilft nach Kräften dabei. Quelle und mehr dazu: in der vollständigen Ausgabe des Impf-Reports
[caption id="attachment_443825" align="alignnone" width="840"]Symbolbild Spritze / Medikamente via pixabay Symbolbild Spritze / Medikamente via pixabay[/caption] Seit dem 1. Juli hat Australien sein Programm gegen impfkritische Eltern verschärft, berichtet Newshub.  "Keine Impfung - kein Geld (No jab, no pay)" wird sich nun alle zwei Wochen bemerkbar machen, wenn jeweils 28 Dollar Steuervorteile gestrichen werden. Zuvor wurden Impfgegnern nur einmal jährlich 737 Dollar gestrichen, nun hofft Sozialminister Dan Tehan  auf einen deutlicheren Umerziehungseffekt durch die 14-tägige "Erinnerung." In Italien hat die Impflobby mit der neuen Regierung eine deutliche Schlappe errungen. Gesundheitsministerin Giulia Grillo von der Fünf-Sterne Bewegung befürwortet zwar Impfungen, will aber die im letzten Jahr eingeführte Verschärfung wieder zurücknehmen. In Deutschland haben sich vor allem FDP-Politiker für eine Verschärfung bis hin zu Zwangsimpfungen ausgesprochen. "Gesundheitsminister" Gröhe sprach sich für Überwachung von Impfgegnern aus. Kitas sollen seither impfkritische Eltern bei den Gesundheitsämtern melden, die dann zu Kooperationsgesprächen geladen werden.
[caption id="attachment_450890" align="alignnone" width="840"]Zahnarzt - Foto via pixabay Zahnarzt - Foto via pixabay[/caption] Dentalamalgam darf nach der EU-Quecksilberverordnung ab 1. Juli 2018 grundsätzlich nicht mehr für zahnärztliche Behandlungen von Milchzähnen, von Kindern unter 15 Jahren und von schwangeren oder stillenden Patientinnen verwendet werden. Eine Ausnahme von der Regelung besteht nur dann, wenn der Zahnarzt eine solche Behandlung wegen spezifischer medizinischer Erfordernisse als zwingend notwendig erachtet. Hintergrund der neuen Bestimmung ist das Übereinkommen von Minamata, das Gesundheit und Umwelt vor Emissionen und Freisetzungen von Quecksilber und Quecksilberverbindungen schützen soll. "Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf eine qualitativ hochwertige und zuzahlungsfreie Zahnfüllung. Jedoch darf Amalgam in den Praxen entsprechend der EU-Verordnung für die genannten Patientengruppen ab jetzt regelhaft nicht mehr verwendet werden. Deshalb haben wir uns mit den Krankenkassen darauf verständigt, dass in diesen Fällen stattdessen künftig ein alternatives Füllungsmaterial gewählt werden muss. Dafür können auch aufwändigere Kunststofffüllungen in Frage kommen", sagte Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV). Patienten sowie Zahnärzte können grundsätzlich zwischen allen verfügbaren Materialien wählen. Als kostenfreie Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stehen jetzt auch Kunststofffüllungen im Seitenzahnbereich zur Verfügung, die bislang auf Fälle beschränkt waren, in denen eine Amalgam-Allergie festgestellt wurde oder Patienten an einer schweren Niereninsuffizienz litten. Hierzu wurde die bisherige Sonderregelung für Amalgam-Allergiker durch die KZBV und den GKV-Spitzenverband erweitert. Den Austausch intakter Füllungen übernehmen gesetzliche Kassen grundsätzlich nicht. Zahnärzte müssen jedoch immer genau prüfen, welches Material im konkreten Fall verwendet werden kann und inwieweit der Verwendung eventuell begründete Kontraindikationen entgegenstehen. Unabhängig von der Frage der Versorgung der genannten Patienten wurde im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA) die Nummer 13h für mehr als dreiflächige Füllungen eingeführt, die bereits auch bei plastischen Füllungsmaterialien der BEMA-Nummer 13d vorgesehen sind. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland etwa 50,8 Millionen Füllungen innerhalb der GKV abgerechnet. Ihre Zahl ist seit Jahren rückläufig - ein Indiz für die weitere Verbesserung der Mundgesundheit und das Ergebnis der erfolgreichen Umorientierung hin zu einer präventionsorientierten Versorgung. Dentalamalgam ist in den Praxen zuletzt immer seltener verwendet worden. Das Material entspricht oftmals nicht mehr den Wünschen der Patienten. Aus ästhetischen Gründen werden häufig zahnfarbene Füllungen bevorzugt.

Zahnfüllungen: Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Füllungen und den entsprechenden Leistungen der GKV können auf der Website der KZBV abgerufen werden, darunter eine Infobroschüre für Patienten. Die gedruckte Publikation kann unter www.kzbv.de/informationsmaterial bestellt und als kostenlose PDF-Datei abgerufen werden. Neben einer Ausgabe in Deutsch ist die Information auch in den Sprachen Türkisch und Russisch verfügbar.

Hintergrund: Das Übereinkommen von Minamata

90 Länder hatten im Jahr 2013 im japanischen Minamata Maßnahmen vereinbart, die vom Quecksilberabbau über die Verarbeitung in Produkten bis zur Freisetzung und Behandlung von Altlasten Gefahren für Mensch und Umwelt reduzieren sollen. Zu den Produkten gehört auch Dentalamalgam. Die EU-Kommission wird bis Juni 2020 eine Machbarkeitsstudie zu der Frage vorlegen, ob die Verwendung von Dentalamalgam auf lange Sicht - vorzugsweise bis 2030 - auslaufen kann.
Seit Monaten hört man von Spitzenpolitikern zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nur noch Nachrichten, die ihr Ende einläuten könnten. "Wurde das Projekt einst als Leuchtturmprojekt des Gesundheitswesens bezeichnet, so stellt man heute fest, dass daran nichts leuchtet und Milliarden Euro Versichertengelder in den Sand gesetzt wurden", sagte Dr. Silke Lüder, Vizevorsitzende der Freien Ärzteschaft, am Dienstag in Hamburg. Obwohl die eGK nach Vorstellung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn nur noch für Menschen ohne Smartphone eingesetzt werden soll, sollen Arztpraxen, Kliniken und Apotheken zum Anschluss an die Telematik-Infrastruktur (TI) gezwungen werden. Die Freie Ärzteschaft kündigt Klagen gegen das eGK-Projekt an. "Wir akzeptieren weder die Strafzahlungen, noch den Anschluss an eine Infrastruktur, die den Anforderungen der EU-Datenschutzgrundverordnung widerspricht, noch die Behinderung der Praxisabläufe durch diesen Zwangsanschluss", erläutert Lüder. "Arztpraxen, die schon am Netz hängen, berichten von Systemabstürzen, Behinderungen der Abläufe und der Unlesbarkeit älterer Versichertenkarten." Laut E-Health-Gesetz sind Arztpraxen, Kliniken und Apotheken verpflichtet, sich bis zum 1. Januar 2019 an die Telematik-Infrastruktur anzuschließen. Wer das nicht macht, soll 1 Prozent von seinem Honorar abgezogen bekommen. Dennoch ist die übergroße Mehrheit der Arzt- und Zahnarztpraxen bisher nicht an die TI angebunden. Lüder betont: "Viele Ärzte und Zahnärzte sind eher bereit, die finanziellen Einbußen in Kauf zu geben, als sich an ein System anzuschließen, dessen Zukunft selbst von Regierungsvertretern in Frage gestellt wird." Die eGK wurde ursprünglich damit beworben, dass mit dem Projekt Qualität, Transparenz und Wirtschaftlichkeit der Medizin in Deutschland verbessert würden. Ziel einer elektronischen Patientenakte sollte sein, dass Ärzte in Kliniken und Praxen durch Kommunikation über das Internet die Patienten besser behandeln könnten. "Nichts hat sich verbessert, wir Ärzte beobachten das Gegenteil", stellt Lüder fest. Die FÄ-Vizevorsitzende erläutert auch, was die jüngsten Ideen von Krankenkassen, Versicherungskonzernen und IT-Unternehmen bedeuten, die den Versicherten Apps für Smartphones zur Verfügung stellen wollen. "Indirekt werden hier mehrere Ziele verfolgt: die Versicherten zu steuern, ihre Daten zu sammeln und ihnen anschließend beispielsweise zu sagen, wie sie sich verhalten oder in welchem Krankenhaus sie sich behandeln lassen sollten. Das alles hat nichts mit einer Verbesserung der Kommunikation zwischen Arztpraxen, Kliniken oder Pflegediensten zu tun." Nach Aussagen von Spezialisten der IT-Sicherheit könnten App-Daten gar nicht sicher geschützt werden. Alle Sicherheitsversprechen für die angekündigten Regierungspläne zur Digitalisierung der Medizin seien damit nichts wert. Quelle: Freie Ärzteschaft
[caption id="attachment_446062" align="alignnone" width="840"]Kapseln - Foto via pixabay Kapseln - Foto via pixabay[/caption] Depression betrifft weltweit ca. 350 Millionen Menschen und belastet nicht nur die Patienten, sondern auch Angehörige und die gesamte Gesellschaft. Traditionelle Behandlungsansätze wie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) helfen dabei allerdings nicht nur, sondern sind für sich genommen auch eine Belastung – finanziell, aber auch aufgrund ihrer Nebenwirkungen. Ein alternativer oder zumindest komplementärer Ansatz wurde bereits in früheren Studien als potentiell hilfreich bei Depressionen gefunden: Magnesium. Allerdings gab es bisher nur wenige kontrollierte klinische Studien zu seiner Wirksamkeit. Die Ernährungswissenschaftlerin und Forschungsmanagerin des Bionutrition-Labors des klinischen Forschungszentrums der Universität von Vermont, Frau Tarleton, untersuchte in ihrer Doktorarbeit mit Prof. Daley und Kollegen den Effekt von Magnesium auf Depression. In einer klinischen Studie wurden Patienten in einem Block zufällig einer Magnesiumbehandlung zugewiesen und in einem weiteren Block nicht behandelt (randomisiertes, überkreuzendes Blockdesign). Die Patienten waren dabei über ihre Behandlung informiert (offene Studie). Somit erhielt jeder Patient mal eine Magnesiumbehandlung, und mal nicht. 126 Erwachsene im mittleren Alter von 52 Jahren (38 % männlich) wurden rekrutiert. Mit Hilfe des Fragebogens zur Patientengesundheit (patient health questionnaire-9, PHQ-9) wurden leichte bis moderate depressive Symptome (PHQ-9 Werte zwischen 5 und 19) festgestellt. Die Patienten wurden 6 Wochen lang aktiv behandelt (248 mg Magnesiumchlorid pro Tag), im Vergleich zu 6 Wochen Kontrollbehandlung (keiner Behandlung). Die depressiven Symptome wurden zweimal wöchentlich in Telefonaten ermittelt. Vorrangig war die Frage, ob sich die Depressionssymptome vom Beginn der Studie zum Ende jeder Behandlungsphase veränderten. Die zweite Frage betraf sowohl Angstgefühle als auch die generelle Kooperation der Patienten, ob sie regelmäßig ihre Behandlung durchführten, ob unerwünschte Nebenwirkungen auftraten und ob die Patienten die Magnesiumbehandlung auch in Zukunft fortführen wollten. Zwischen Juni 2015 und Mai 2016 erhielten die Forscher von 112 der ursprünglich 126 Teilnehmer verwertbare Daten. Die zusätzliche Aufnahme von Magnesium über 6 Wochen verbesserte deutlich die Depressionssymptome (PHQ-9 Werte sanken um 6,0 Punkte, p < 0,001). Auch Ängste der Patienten wurden abgemildert: die Werte im Angst-Fragebogen (generalized anxiety disorders-7) fielen um 4,5 Punkte (p < 0,001). Die Patienten folgten zu 83 % (Zahl der Tabletten) verlässlich den Behandlungsvorgaben. Die Nahrungsergänzung mit Magnesium wurde allgemein gut vertragen. 61 % der Teilnehmer gaben an, auch weiter Magnesium einnehmen zu wollen. Die Wirksamkeit der Behandlung schien dabei unabhängig von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Schweregrad der Depression zu Beginn der Studie, Anfangswerten der Magnesiumkonzentration im Blut oder gleichzeitigem Einsatz von Antidepressiva zu sein. Die Wirkung des Minerals trat dabei im Allgemeinen innerhalb von 2 Wochen ein. Magnesium zeigte damit eine gute Wirksamkeit bei leichter bis moderater Depression bei erwachsenen Patienten. Es wirkte schnell und wurde gut vertragen. Es ist bisher unklar, wie die Wirkung zustande kommt, jedoch spielt das Mineral unter anderem eine wesentliche Rolle bei Blutdruckkontrolle, Herzrhythmus und der Bekämpfung von Entzündungen im Körper, alles auch Faktoren bei Stress, Ängsten und erhöhter Belastung. Weitere Studien müssen nun auch die Wirksamkeit im Blindverfahren (bei dem die Patienten nicht wissen, ob sie einen Wirkstoff oder Placebo erhalten) testen und mögliche Mechanismen der Wirkung untersuchen. Grundsätzlich scheint Magnesium allerdings schon jetzt eine sinnvolle Nahrungsergänzung bei Depressionen zu sein. Quelle: Beilit
[caption id="attachment_444180" align="alignnone" width="840"]Gesundheitskarte / Symbolbild via pixabay Gesundheitskarte / Symbolbild via pixabay[/caption] rbb-inforadio exklusiv: Der ehemalige Datenschutzbeauftrage der Bundesregierung, Peter Schaar, warnt vor einem Missbrauch von sensiblen Gesundheitsdaten. Im Inforadio vom rbb forderte Schaar am Mittwoch insbesondere Nutzer von Fitness-Apps auf, verantwortungsvoll mit persönlichen Aufzeichnungen umzugehen. Solche Apps zu nutzen, sei kein Problem, solange die Daten wirklich im Smartphone blieben. Im Regelfall würden sie aber ins Internet oder an eine Cloud übertragen. "Und dann habe ich im Grunde keine Kontrolle mehr", so Schaar. Werden solche Daten dann mit Profilen aus anderen Quellen zusammengeführt, könnten Schlüsse gezogen werden - "zum Beispiel darüber, wie kreditwürdig wir sind, für was wir uns interessieren oder - was ganz schlimm wäre - wenn es darum geht zu entscheiden, wen lade ich zu einem Bewerbungsgespräch ein". Zwar gebe es die neue Datenschutzverordnung, die gelte aber nur für Europa. "Ganz praktisch wird das sicherlich noch ein ganz schönes Problem werden, wenn die Daten gegebenenfalls außerhalb Europas gespeichert sind (...) Da ist die Frage, ob man wirklich die volle Kontrolle darüber hat."
[caption id="attachment_443825" align="alignnone" width="840"]Symbolbild Spritze / Medikamente via pixabay Symbolbild Spritze / Medikamente via pixabay[/caption]

Kanzlei prüft rechtliche Schritte gegen weiteren Anti-Methadon-Vortrag

Sozietät Poppe: Für unsere Mandantin, Frau Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Claudia Friesen, Leiterin des Forschungslabors am Universitätsklinikum Ulm zum Thema Methadon in der Krebstherapie, teilen wir das Folgende mit: Der Streit zwischen Medizinern und Wissenschaftlern zur Frage, ob das als Heroin-Ersatzstoff bekannte Methadon zur Unterstützung und Verstärkung in der konventionellen Krebstherapie eingesetzt werden kann, besteht nach wie vor. Eine aufrichtige, faktenbasierte Diskussion ist im Interesse aller Beteiligten und vor allem der Patienten wünschenswert und wichtig. Seit einigen Monaten werden jedoch bundesweit regelmäßig Vorträge veranstaltet, in denen Unwahrheiten in Bezug auf unsere Mandantin geäußert werden, die geeignet sind, den guten Ruf unserer Mandantin zu beschädigen. Vor kurzem ist unsere Kanzlei bereits für Frau Dr. Friesen erfolgreich gerichtlich gegen einen Arzt aus Ludwigsburg vorgegangen. Dieser hatte am 10. März 2018 einen Vortrag für Krebserkrankte, Angehörige und Ärzte gehalten und dabei wahrheitswidrig behauptet, unsere Mandantin habe ihre Forschungsergebnisse, welche die Wirksamkeit von Methadon bei der Krebsbekämpfung nachgewiesen haben, einige Jahre später bei gleichem Untersuchungsaufbau nicht reproduzieren können. Ferner habe sie bei der Publikation ihrer Forschungen abweichende Informationen im "Kleingedruckten" versteckt. Darüber hinaus habe sie angeblich hohe Beträge zur Durchführung einer Studie abgelehnt. Diese Aussagen legten mithin den Eindruck nahe, Frau Dr. Friesens Forschungsergebnisse seien unzutreffend, sie habe bei deren Veröffentlichung Informationen zurückgehalten und sei nicht daran interessiert, eine weitergehende Studie durchzuführen. Das Landgericht Hamburg hat dem vortragenden Arzt am 25. April 2018 per einstweiliger Verfügung unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000 Euro oder Ordnungshaft verboten, diese unwahren Tatsachenbehauptungen aufzustellen. Diese einstweilige Verfügung wurde von der Gegenseite kurz darauf auch als endgültig verbindlich anerkannt. Nun wurde unsere Mandantin darüber informiert, dass am 30. Mai 2018 in Marburg ein ähnlicher Vortrag mit dem Titel "Methadon - Das neue Wundermittel in der Krebstherapie?" gehalten wurde. Vortragender war diesmal Priv. Doz. Dr. med. Ulrich Schuler, der Direktor des Universitäts PalliativCentrums des Universitätsklinikums Dresden. Diesem öffentlichen Vortrag wohnte unsere Mandantin quasi "inkognito" bei und auch unsere Kanzlei sandte zum Zwecke der Beweissicherung einen weiteren Zeugen nach Marburg. Auffällig war zunächst, dass die verwendeten Vortragsfolien teilweise identisch waren mit jenen, die oben genannter Arzt für seinen Vortrag in Ludwigsburg verwendet hatte. Es besteht also offenbar eine Verbindung zwischen den einzelnen Vorträgen und die Mediziner, die gegen den Einsatz von Methadon argumentieren, sprechen sich untereinander ab. Und wie befürchtet wurden auch bei diesem aktuellen Vortrag Unwahrheiten verbreitet. So leitete Dr. Schuler seinen Vortrag damit ein, dass er Bezug zu der dargestellten einstweiligen Verfügung des Landgerichts Hamburg nahm. Dr. Schuler stellte es jedoch so dar, als sei es strittig gewesen, ob das, was dem vortragenden Arzt seinerzeit vorgeworfen wurde, tatsächlich so von diesem gesagt worden war, da es sich um eine Transkription (also eine Abschrift des Gesprochenen) gehandelt habe. Beim Publikum konnte also der Eindruck entstehen, dass der Gerichtsbeschluss nicht ordnungsgemäß gewesen sei oder dass es zumindest möglich sei, dass die gerichtlich verbotenen Aussagen gar nicht so getätigt worden waren. Dies ist nachweislich die Unwahrheit. Dem von unserer Kanzlei eingereichten Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung lag ein Videomitschnitt des damaligen Vortrages bei, sodass jeder (und auch das Gericht) genau nachvollziehen konnte, was darin geäußert wurde. Auch wurde der Wortlaut nie von der Gegenseite im Rahmen des Gerichtsverfahrens bestritten. Damit nicht genug, unterstellte auch Dr. Schuler unserer Mandantin inhaltliche Mängel bei der Durchführung ihrer Forschungen und verdächtigte sie gar, "Dinge zu beschönigen". In Bezug auf ein Experiment von Frau Dr. Friesen zum Nachweis von Methadon bei der Behandlung von Mäusen stellte er die Frage auf, warum dieses Experiment 33 Tage lang gedauert hat. Als mögliche Antworten auf diese Frage gab er vor, dass das Experiment entweder für genau 33 Tage geplant gewesen sei, was für Dr. Schuler aber keinen Sinn ergeben würde, dass alternativ das Experiment zum dem Zeitpunkt abgebrochen worden sein könnte, als man das erreicht habe, was man habe zeigen wollen, oder dass schließlich nicht alle Daten gezeigt worden seien. An späterer Stelle sprach er davon, dass der Verdacht bestünde, es seien Dinge beschönigt und Nichtpassendes sei ausgeblendet worden. Dr. Schuler stellte somit die Möglichkeit in den Raum, dass unsere Mandantin die Ergebnisse ihrer Forschungen manipuliert bzw. falsch dargestellt haben könnte, was für eine Wissenschaftlerin der wohl schlimmste Vorwurf ist, den man erheben kann. Auch dies ist jedoch nachweislich falsch. Die Wahrheit ist, dass das Experiment gemäß den angewendeten Ethik-Regeln nach 33 Tagen abgebrochen werden musste, weil im Tierversuch eine krebskranke (tumortransplantierte) Maus in der Gruppe der unbehandelten krebskranken Mäuse, die als Kontrolle zu den mit Methadon behandelten Mäusen dienten, im Sterben lag. In einem solchen Fall ist das Experiment insgesamt zu beenden. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus den dazugehörigen Informationen der Studie selbst, die man schlicht hätte nachlesen können - Raum für Spekulationen bestand danach nicht. Es wurde also weder etwas beschönigt, noch ausgeblendet. Auch diese jüngsten Falschbehauptungen lässt unsere Mandantin nun durch unsere Kanzlei einer genauen rechtlichen Überprüfung unterziehen.
[caption id="attachment_439939" align="alignnone" width="1920"]Ingwerwurzeln - via pixabay Ingwerwurzeln - via pixabay[/caption] Bei Migräneattacken ist man als betroffene Person dankbar für alles, was hilft. Ingwer wird zwar als Hausmittel in manchen Foren empfohlen, auch haben frühere Studien die schmerzlindernde Wirkung der Wurzel bei verschiedenen Erkrankungen demonstriert – ob es aber messbar einen Unterschied bei akuter Migräne machen kann, wurde bisher kaum vertrauenswürdig getestet. Ernährungswissenschaftlerin Prof. Ferreira von der Universidade Federal de Minas Gerais in Brasilien untersuchte daher mit ihren Kollegen, ob Ingwer (Zingiber officinale Roscoe) als Ergänzung zur akuten Migränebehandlung die Symptome der Attacke lindern kann. Lindert ergänzender Ingwer eine Migräne? Dazu führten sie eine randomisierte klinische Studie im Doppelblind-Verfahren durch – die Patienten und behandelnden Ärzte wussten also nicht, ob die zufällig zugeteilte Ergänzung zur Therapie Ingwer enthielt oder ein Placebo. Die Studie wurde in der Notaufnahme eines Krankenhauses durchgeführt, in die Patienten mit einer akuten Migräneattacke aufgenommen wurden. Für die Studie wurden ausschließlich Erwachsene mit episodischer Migräne, also mit bis zu sechs Anfällen pro Monat, entweder mit oder ohne Aura, als Teilnehmer gewonnen. 60 Studienteilnehmer: Placebo oder Ingwer, ergänzend zu Ketoprofen Die Teilnehmer wurden zufällig einer von zwei Gruppen zugeordnet: einer Behandlungsgruppe, die 400 mg Ingwerextrakt erhielt und eine Kontrollgruppe, die ein Placebo (Zellulose) erhielt. Diese Mittel wurden jeweils zusätzlich zu einem intravenös verabreichten nicht steroidalen Schmerzmittel (100 mg Ketoprofen) zur Behandlung der Migräne gegeben. Die Patienten füllten ein Kopfschmerztagebuch nach einer halben und einer Stunde sowie anderthalb und zwei Stunden nach der Behandlung aus. Zusätzlich wurden die Stärke der Schmerzen, die Funktionalität der Betroffenen, Migränesymptome und die Zufriedenheit mit der Behandlung aufgezeichnet. Klarer Unterschied nach einer Stunde Was brachte die Zusatzbehandlung? Patienten, die den Ingwerextrakt erhalten hatten, sprachen deutlich besser auf die Behandlung an – der Unterschied zum Placebo war nach 1, 1,5 und 2 Stunden messbar. Dies wirkte sich vor allem lindernd auf den Schmerz und die Funktionalität der Patienten aus – Betroffene waren also beispielsweise besser ansprechbar, wenn sie Ingwer halten hatten, als die Betroffenen, die ausschließlich mit Ketoprofen und Placebo ihre Migräneattacke durchstanden. Ingwer-Zusatz kann die Akuttherapie messbar verbessern Zusammenfassend fand diese Studie mit 60 Teilnehmern also, dass Ingwer als ergänzende Behandlung einer akuten Migräne einen wertvollen Beitrag leisten kann: stärkere Schmerzlinderung und bessere Erholung vom Anfall. Auch eine weitere typische Wirkung von Ingwer kann bei Migränepatienten für große Erleichterung sorgen: er wirkt gut gegen Übelkeit und besänftigt damit auch den aufgewühlten Magen, der Migränebetroffenen nicht nur das Leben schwer macht, sondern auch die Behandlung deutlich erschwert. Damit könnte diese pflanzliche Hilfe auch die Akutbehandlung zuhause deutlich verbessern. Eventuell könnte Ingwer auch als frühes Mittel den ersten Symptomen der kommenden Migräne begegnen. Dies müsste nun aber in weiteren Studien konkret untersucht werden.
Quelle: www.deutschesgesundheitsportal.de