Der sogenannte Hirntod, der als Voraussetzung für die Organspende gilt, gehört auf den wissenschaftlichen Prüfstand. Längst haben sich Zweifel unter Medizinern gemehrt, die eine neue Ethikdiskussion fordern. Die Organspendelobby kümmert das wenig. Breite mediale Wirkung ist durch die Beteiligung prominenter Unterstützung gesichert. In Berlin hat sich eine neue gemeinnützige Initiative zum Thema Organspende gegründet. "Leben Spenden - Bündnis für Organspenden" setzt sich dafür ein, dass in Deutschland die Zahl für lebensrettende Organspenden deutlich steigt. Eine wichtige Bedingung dafür seien Verbesserungen in Infrastruktur und Abläufen in den Kliniken. Die Politik müsse dafür sorgen, dass die notwendigen Beschlüsse verbindlich und nachprüfbar umgesetzt werden. "Leben Spenden" unterstützt ausdrücklich die überparteiliche Initiative zur Einführung der Widerspruchsregelung. Gründungsmitglieder und Unterstützer von "Leben Spenden - Bündnis für Organspenden" sind u.a. der Chefchirurg der Charité, Prof. Dr. Johann Pratschke, der Direktor der Klinik für Nephrologie/ Intensivmedizin Prof. Dr. Kai-Uwe Eckardt, der frühere Bundesarbeitsminister Dr. Norbert Blüm, Bundestagsabgeordnete verschiedener Parteien wie Prof. Dr. Claudia Schmidtke (CDU) und Michael Link (FDP), sowie der Sozialethiker Prof. Dr. Gerhard Kruip von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Mainz, der ehemalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel, betroffene Patienten und Patientenvertreter, der herztransplantierter Olympiasieger Hartwig Gauder, der auch "Sportler für Organspende" mitbegründet hat sowie der Autor David Wagner, Träger des Leipziger Buchpreises und lebertransplantiert. Zu den Unterstützern gehören ausserdem die Verlegerin Friede Springer sowie der stellvertretende Vorsitzende der Friedrich-Ebert-Stiftung (und frühere DGB-Chef) Michael Sommer, der seiner Frau eine Niere gespendet hat. Folgende Behauptung widerspricht früheren Schlagzeilen, nach denen die Deutschen Organspendemuffel seien. So hatte laut BILD die Organspendebereitschaft 2017 einen Tiefstand erreicht, den es zu beheben gelte: "84 Prozent der Deutschen stehen dem Thema Organspende positiv gegenüber. Ein gesetzliches Widerspruchsmodell greift die grundsätzliche zustimmende Haltung der Bevölkerung auf - jede Person kann aber jederzeit ohne Angabe von Gründe einen Widerspruch zur Organentnahme hinterlegen. Selbstbestimmung und Freiwilligkeit bleiben gewahrt. So sah es auch der Nationale Ethikrat in seiner Stellungnahme 2007." Und die umgehend als gemeinnützig anerkannte NGO, was im Falle der Vereinigung der Freien Medien e.V. (i.Gr) abgelehnt wurde, rührt weiter die Werbetrommel: "Ein Widerspruchsmodell allein ist zwar keine Garantie für eine schnelle Erhöhung der Spenderzahlen", sagt dazu die Initiatorin und Vorsitzende der neuen Initiative, Jutta Falke-Ischinger, "doch kann eine solche Regelung die allgemeine Wahrnehmung nachhaltig verändern. Gedanken an Organspende werden mehr und mehr zum Normalfall - bei den Bürgerinnen und Bürgern und - ganz wichtig - bei den Ärtzeteams und dem Pflegepersonal auf den Intensivstationen." So war es auch in Spanien, das vielen als Vorbild gilt. "Die Steigerung der Organspenderzahlen lag dort nicht primär an der Widerspruchslösung, sie ist aber ein wichtiges Fundament für den Erfolg der Strukturmaßnahmen und die anhaltend große Akzeptanz in der Bevölkerung," erklärt Dr. Thomas Breidenbach, Leiter der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Bayern und ebenfalls Gründungsmitglied von "Leben Spenden". Dass umgekehrt strukturelle Veränderungen allein auch nicht genügen, zeigt der Blick auf die Erfahrungen unserer niederländischen Nachbarn. Dort wurden in den letzten zehn Jahren Abläufe und Infrastruktur in den Kliniken in einem nationalen Masterplan erheblich verbessert - und dennoch stiegen die Spenderzahlen nicht im erwarteten Maße. Nach bisheriger Regelung muss dort ähnlich wie in Deutschland die Zustimmung zur Organspende hinterlegt sein, das ist allerdings bei weniger als einem Drittel der Bevölkerung der Fall. Obwohl auch die Niederländer insgesamt positiv zur Organspende stehen, legten im Einzelfall die Angehörigen die fehlende Zustimmung des Verstorbenen mehrheitlich als Ablehnung aus und versagten die Einwilligung zur Organspende ( vgl. https://journals.lww.com/transplantjournal/toc/2018/08000 Vol 102, Issue 8, August 2018). Eine Gesetzesänderung soll nun die bereits funktionierenden Klinikstrukturen mit einem neuen gesellschaftlichen Konsens verbinden: Das Parlament in Den Haag beschloss Anfang 2018 die Widerspruchsregelung. Vor wenigen Wochen folgte das britische Unterhaus. Die Widerspruchsregelung gilt unterdessen in mehr als zwanzig Ländern Europas, die nahezu alle höhere Spenderzahlen aufweisen als Deutschland. Deutlich für die Widerspruchsregelung hat sich kürzlich auch die Deutsche Transplantationsgesellschaft ausgesprochen, ebenso wie der Verband der niedergelassenen Ärzte. Dazu "Leben-Spenden" Vorsitzende Falke-Ischinger: "Das wichtigste Ziel muss sein, mehr Menschen durch eine Transplantation zu retten. Dazu brauchen wir beides: die notwendigen strukturellen Maßnahmen und - als gesellschaftliches Bekenntnis für Organspende - die Widerspruchsregelung. Der hinhaltende Verweis auf die nun beschlossenen Strukurreformen mag der Politik Zeit verschaffen. Nicht aber den in Ungewissheit wartenden Patienten!" http://opposition24.com/organspende-fragwuerdige-grenze-hirntod/
[caption id="attachment_468706" align="alignnone" width="1800"] Symbolbild[/caption] Vor einer kurzsichtigen Weichenstellung in der Gesundheitspolitik warnt die Psychotherapeutenkammer Hessen. "Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen und bekommen keine langfristig wirksame Therapie, sondern lediglich Psychopharmaka verschrieben. Dieser gefährliche Trend, die Symptome mit angstlösenden und stimmungsaufhellenden Präparaten wegzudosieren, wird sich 2019 weiter verstärken, wenn die Gesundheitspolitik für Menschen mit psychischen Erkrankungen neue Hürden aufbauen und den Zugang zu Psychotherapie weiter erschweren sollte", erklärt die Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hessen, Dr. Heike Winter. Mit Blick auf den "Tag der seelischen Gesundheit" (weltweit am 10. Oktober) fordert die Präsidentin der Kammer Gesundheitspolitiker im Bund und den Ländern auf, sich über die Versorgung von psychisch kranken Menschen zu informieren und die "Woche der Seelischen Gesundheit" (10. bis 20. Oktober 2018) "für Gespräche mit weitsichtigen Beratern zu nutzen, die für die Lösung der wachsenden Probleme nicht nur Pharmakotherapien im Blick haben".

"Gesteuerte Versorgung könnte gefährlichen Trend beschleunigen"

"Die Steigerungsraten sind besorgniserregend: Es werden immer mehr Psychopharmaka verschrieben - inzwischen nimmt etwa jeder sechste Beschäftigte Antidepressiva. Wie Zahlen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) belegen, haben sich die Verordnungen von Antidepressiva in den zurückliegenden 25 Jahren bereits versiebenfacht", so die Psychotherapeutenkammer. Nach Überzeugung von Präsidentin Heike Winter sollte diese Entwicklung gestoppt und nicht durch eine "gestufte und gesteuerte Versorgung" über Hausärzte und Allgemeinmediziner weiter beschleunigt werden. Für die Patienten wichtig sei eine engere Zusammenarbeit von Hausärzten und Psychotherapeuten, damit die Behandlung von Depressionen künftig nicht mehr durch Medikamente dominiert, sondern im Einklang mit den Leitlinien professionalisiert werde (für leichte Depressionen ist in den Leitlinien eine Behandlung mit Antidepressiva grundsätzlich nicht mehr vorgesehen - selbst bei mittelschweren Depressionen muss mit den Patienten überlegt werden, ob eine Pharmakotherapie wirklich notwendig und sinnvoll ist). Für ein optimales Behandlungsergebnis bei psychischen und psychosomatischen Störungen sei deshalb wichtig, möglichst früh einen Psychotherapeuten oder einen Facharzt für Psychotherapie hinzuzuziehen. Die Psychotherapeutenkammer Hessen verweist dabei auch auf ein aktuelles Gutachten des Sachverständigenrates Gesundheit, in dem es heißt: "Zugleich ist kritisch zu sehen, wenn Psychopharmaka lediglich substitutiv für eine eigentlich indizierte Psychotherapie zum Einsatz kommen, etwa bei bestimmten Fällen leichter Depression. Dies könnte etwa aufgrund von mangelndem Zugang zu psychotherapeutischen Leistungen geschehen und sollte dann Anlass sein, den Zugang zu entsprechenden Angeboten zu verbessern."

"Psychotherapie ist langfristig wirksamer - aber ohne Sponsoren"

"Eine Psychotherapie reduziert nicht nur die Symptome der Patienten, sondern aktiviert auch ihre eigenen Ressourcen: Psychotherapie stärkt ihre Fähigkeit, Konflikte und Probleme zu lösen, also schwierige Lebenssituationen zu meistern. Diese Lernprozesse brauchen Zeit, sind dann im Vergleich zur pharmakologischen Behandlung aber langfristig wirksamer", erläutert Dr. Heike Winter unter Hinweis auf zahlreiche Studien. Im Gegensatz zur Pharmakotherapie gebe es für die Psychotherapie jedoch keine Sponsoren, was Weichenstellungen in der Gesundheitspolitik nicht mehr länger prägen dürfe. Denn die Effekte der Psychotherapie seien dauerhafter - auch wenn sie zunächst mehr koste als das Verschreiben von Psychopharmaka. Eine langfristig am Patienteninteresse orientierte Gesundheitspolitik müsse deshalb gemeinsam mit den Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten nach Wegen für eine verbesserte Versorgung suchen. Die Psychotherapeutenkammer Hessen biete dabei ihre Mithilfe an.
"Schulmedizin und Homöopathie gehören gleichermaßen zu den Therapiemöglichkeiten der ärztlichen Versorgung", betont Henning Fahrenkamp. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) appelliert an die schwarz-rote Koalition, homöopathische Arzneimittel als Teil einer integrativen Medizin anzuerkennen. Über 7000 zugelassene Ärzte, darunter auch Notfallmediziner und Onkologen, tragen die Zusatzbezeichnung "Homöopathie" und setzen diese Arzneimittel wirkungsvoll in der Versorgung der Patienten ein. Der BPI fordert, dass homöopathische Arzneimittel auch in Zukunft als Satzungsleistungen von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden können und die Arzneimittel selbstverständlich apothekenpflichtig bleiben müssen. Der G-BA-Vorsitzende Prof. Josef Hecken hatte sich erneut in den Medien dafür ausgesprochen, homöopathische Therapien künftig als freiwillige Kassenleistungen zu verbieten, da es für sie angeblich keine Evidenz gäbe. "Wer die Homöopathie als ergänzende und in der Regel nebenwirkungsarme Behandlung verbieten will, beschneidet die Therapievielfalt und bevormundet zahlreiche Patienten in Deutschland, die davon profitieren können. Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungen, bei denen homöopathische Arzneimittel erfolgreich eingesetzt werden", sagt BPI-Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp. Studien aus der Versorgungsforschung zeigen übereinstimmend, dass von einem Nutzen der Homöopathie für Patienten und Gesundheitssystem ausgegangen werden kann. Klinische Studien belegen zudem relevante Verbesserungen bei verschiedenen Indikationen. Fahrenkamp: "Wenn Behandler und Patienten sie richtig und verantwortungsvoll einsetzen, können Homöopathika den Therapieerfolg unterstützen. Das rechtfertigt auch eine Erstattung als Satzungsleistung der Kassen."

Verbraucherschutz ist behördlich garantiert

Homöopathika sind Arzneimittel und unterliegen damit den Kontroll- und Überwachungsmechanismen des europäischen und deutschen Arzneimittel- sowie des deutschen Heilmittelwerberechts. In Deutschland und der Europäischen Union dürfen homöopathische Arzneimittel mithin erst dann in Verkehr gebracht werden, wenn sie zuvor vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder der European Medicines Agency (EMA) zugelassen beziehungsweise registriert worden sind. Herstellungs-, Qualitäts- und Sicherheitsstandards werden von den Behörden wie bei allen Arzneimitteln überprüft. Homöopathische Arzneimittel müssen als solche klar gekennzeichnet sein. Durch die arzneimittelrechtlichen Regelungen ist sichergestellt, dass homöopathische Arzneimittel auch nach Inverkehrbringen fortlaufend und systematisch überwacht werden. Oberstes Ziel aller Maßnahmen des BfArM ist es, auch nach Inverkehrbringen Arzneimittel fortlaufend und systematisch zu überwachen und die Arzneimittel- und damit die Patientensicherheit zu gewährleisten. Ferner unterliegen homöopathische Arzneimittel in Deutschland der Apothekenpflicht. In Deutschland werden Arzneimittel ausschließlich über Apotheken an Patienten ausgegeben, so dass Patienten auf pharmazeutisch qualifizierte Beratung zurückgreifen können.
Die BILD hat den erneuten Vorstoß des "Gesundheitsministers" hinter der Paywall versteckt. Was Jens Spahn da von sich gibt, ist ein alter Hut und in einigen Nachbarstaaten bereits Standard. Das macht es nicht besser, denn die sogenannte Widerspruchslösung ist ein weiterer Schritt in die totalitäre, absolut materialistische Gesellschaft und sie spricht dem Menschen das Recht auf den eigenen Körper ab. Die Deutschen sind "Organspendemuffel", angeblich aber ist dennoch eine Mehrheit für die Widerspruchslösung, behaupten gewisse Umfrageinstitute. Dass beides nicht zusammenpasst, interessiert dabei nicht. Hauptsache ein Lobbyminister setzt endlich den Zugriff auf begehrenswerte Körperteile der Lebenden durch. Sie können sich nur wehren, wenn sie sich dagegen aussprechen und dies im Falle eines Falles, den Organentnehmern vor die Nase gehalten wird, damit sie ihr Skalpell zur Seite legen. Auch, wenn diese Regelung tatsächlich zu 100 Prozent eingehalten werden würde - sie ist das Gegenteil von Kennzeichen einer freiheitlichen Gesellschaft. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche andere Gründe, die gegen Organspende und Transplantationen sprechen. Der Jurist Dr.  Georg Meinecke hat sich in einer medizinisch-theologischen Betrachtung ausführlich dazu geäußert. Er spricht darin  „Vom Frevel der Organtransplantation“. https://youtu.be/TgGkuD0wUJE
Apotheken Umschau: In einer Vorsorgevollmacht kann jeder festlegen, wer im Ernstfall für einen entscheiden soll, wenn man selbst nicht mehr in der Lage dazu ist. "Sie kann alle Lebensbereiche umfassen, auch medizinische Angelegenheiten", sagt Kristjan Diehl, Vorsorgeberater bei der Deutschen Stiftung Patientenschutz, im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Der Bevollmächtigte darf selbstständig und unkompliziert alle wesentlichen Angelegenheiten regeln - falls notwendig auch den Umzug in ein Pflegeheim. In der Vollmacht sollte nach Möglichkeit aber nicht nur eine Person genannt werden. "Denn fällt diese aus, brauche ich unbedingt einen Ersatz", erklärt Diehl. Auch muss geklärt sein, wann die Vollmacht in Kraft tritt - sofort oder erst, wenn medizinisch festgestellt wurde, dass der Patient einwilligungs- und geschäftsunfähig ist, etwa bei einer Demenzerkrankung. Gültig wird das Dokument durch die Unterschrift des Verfassers. Soll der Bevollmächtigte auch Immobilien veräußern dürfen, muss die Vollmacht beim Landratsamt oder der Betreuungsstelle öffentlich beglaubigt werden. Eine notarielle Beglaubigung benötigt er nur für Firmenangelegenheiten. Geht es um Leben und Tod, ist außerdem eine Patientenverfügung empfehlenswert. Sie erklärt zusätzlich, in welchen Situationen noch lebenserhaltende Maßnahmen gewünscht sind. Was bei der Erstellung beachtet werden sollte, erläutern Experten in der aktuellen "Apotheken Umschau". Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 8/2018 B liegt aktuell in den meisten Apotheken aus.
[caption id="attachment_465107" align="alignnone" width="1800"] Symbolbild: Zecke[/caption] Ein Team der Uni Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr bestätigt 7 Funde der Gattung Hyalomma / eine Zecke trug Zecken-Fleckfieber-Erreger in sich. Der heiße, trockene Sommer macht ihnen gar nichts aus, ganz im Gegenteil: Die tropischen Zeckenarten der Gattung Hyalomma fühlen sich bei dieser Witterung pudelwohl – und könnten sich künftig möglicherweise auch in Deutschland ausbreiten. Sieben Exemplare haben Zeckenforscher an der Universität Hohenheim in Stuttgart und ihre Kollegen am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München in diesem Jahr nachgewiesen. Die Zahl klingt überschaubar, doch bei den Forschern lässt sie die Alarmglocken schrillen. Sie befürchten, dass sich die Blutsauger hier etablieren könnten. Und ein weiterer Punkt beunruhigt sie: Ein Exemplar trug ein gefährliches Bakterium in sich, Rickettsia aeschlimannii, einen bekannten Erreger des Zecken-Fleckfiebers. Drei an einem einzigen Pferd, eine an einem Schaf und drei weitere auch an drei einzelnen Pferden: Insgesamt sieben Zecken sind es, die derzeit die Zeckenexpertinnen und -experten an der Universität Hohenheim und am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB) in München beschäftigen. Das Brisante an den Funden: Es handelt sich um tropische Zeckenarten der Gattung Hyalomma. „Fünf der sieben Zecken haben wir zweifelsfrei bestimmen können, vier sind der Art Hyalomma marginatum und eine der Art Hyalomma rufipes zuzurechnen. Die beiden restlichen hatte der Pferdebesitzer beim Einsammeln verloren“, erklärt Dr. Lidia Chitimia-Dobler, Zeckenexpertin am IMB. „Hyalomma-Zecken haben wir hier in Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwartet. Bisher gab es lediglich zwei Einzelfunde in den Jahren 2015 bis 2017.“ Die vergleichsweise großen Tiere mit den auffällig gestreiften Beinen waren in diesem Jahr im Raum Hannover, in Osnabrück und in der Wetterau aufgetaucht, vermutlich über Vögel eingeschleppt. „Diese Zeckenarten könnten in Deutschland Einzug halten“, befürchtet Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim. „Wir werden sie in diesem Jahr verstärkt im Auge behalten und bereiten uns darauf vor, ihr in den nächsten Monaten womöglich noch öfters zu begegnen.“

Gefährlicher Krankheitserreger in einer aufgefundenen Hyalomma-Zecke

In Deutschland sind Zecken vielen Menschen bekannt als Überträger gefährlicher Krankheiten wie der Lyme-Borreliose oder der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Diese Krankheitserreger sind bislang nicht in Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes nachgewiesen worden. Doch auch diese Blutsauger bergen Risiken. Beide Arten gelten insbesondere als wichtige Überträger des Krim-Kongo Hämorrhagischen Fiebers, des Arabisch Hämorrhagischen Fiebers und einer Form des Zecken-Fleckfiebers. Daneben sind sie wichtige Überträger tropischer Erkrankungen der Nutztiere. PD Dr. Gerhard Dobler, Mediziner und Mikrobiologe am IMB, hat hierzu keine guten Nachrichten: „In einem der gefundenen Exemplare konnten wir den Erreger einer tropischen Form des Zecken-Fleckfiebers nachweisen. Doch zumindest gefährliche Viren als Erreger von hämorrhagischen Fieber-Formen wurden bisher nicht entdeckt.“

Steckbrief Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes

Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes sind ursprünglich in den Trocken- und Halbtrockengebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas beheimatet. In Mittel- und Nordeuropa kamen sie bisher nicht vor. Mit ihren gestreiften Beinen sind sie eine auffällige Erscheinung, viel größer als der normale Holzbock, und sie tragen ein völlig anderes Pathogenspektrum als dieser. Im eurasischen Raum gelten beide Arten als wichtige Überträger des Virus, das das Hämorrhagische Krim-Kongo-Fieber verursacht und des Alkhumra-Virus, den Erreger des Arabisch Hämorrhagischen Fiebers. Auch das Bakterium Rickettsia aeschlimannii, das eine Form des Zecken-Fleckfiebers auslöst, kann durch diese Zecken übertragen werden. Die erwachsenen Zecken saugen Blut vor allem an großen Tieren. Die Tiere können sich aktiv auf ihren Wirt zubewegen und legen dabei eine Strecke von bis zu 100 Metern zurück. Auch der Mensch ist ein potenzieller Wirt der Tiere. Larven und Nymphen dagegen sind vor allem an Vögeln und Kleinsäugetieren zu finden. Sie benutzen das gleiche Tier zum Blutsaugen und bleiben bis zu 28 Tage auf ihrem Wirt und können so mit Zugvögeln nach Deutschland eingeschleppt werden.
Quelle: Universität Hohenheim via Deutsches Gesundheitsportal
WIESBADEN – Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 17,2 Milliarden Euro (netto) für die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen nach dem Sechsten Kapitel Zwölftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) ausgegeben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, entsprach dies einer Steigerung um 4,4 % gegenüber 2016. In die Hilfe zur Pflege nach dem Siebten Kapitel SGB XII flossen 3,4 Milliarden Euro (-10,7 %) und in die Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Dritten Kapitel 1,5 Milliarden Euro (+3,8 %). Die Nettoausgaben für die Hilfen zur Gesundheit, die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten sowie die Hilfe in anderen Lebenslagen nach dem Fünften, Achten und Neunten Kapitel SGB XII lagen zusammen bei 1,3 Milliarden Euro (+4,7 %). Die Ausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Vierten Kapitel SGB XII, die vollständig aus Erstattungsmitteln des Bundes an die Länder finanziert wurden, beliefen sich nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Jahr 2017 auf 6,3 Milliarden Euro (+7,0 %). Die Nettoausgaben für Sozialhilfeleistungen nach dem Dritten bis Neunten Kapitel SGB XII betrugen im Jahr 2017 insgesamt 29,7 Milliarden Euro (+2,9 %).

Basisdaten und lange Zeitreihen zur Statistik der Ausgaben und Einnahmen der Sozialhilfe nach § 121 SGB (ab dem Berichtsjahr 2017 ohne Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung) können über die Tabellen "Ausgaben und Einnahmen der Sozialhilfe" (22111) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.

http://opposition24.com/das-geschaeft-mit-der-inklusion/
Symbolbild Spritze / Medikamente via pixabay
Symbolbild Spritze / Medikamente via pixabay

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, bietet FAQ zum aktuellen Impfstoffskandal in China an.

Kann es sein, dass das Unternehmen Changchun Changsheng Impfstoffe nach Deutschland exportiert hat?

Nein. Alle Impfstoffe, die in Deutschland verkehrsfähig sind, haben entweder eine nationale Zulassung vom Paul-Ehrlich-Institut (PEAI) oder eine so genannte zentrale Zulassung von der EU-Kommission, die nach einem Verfahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA erteilt wurde und in allen EU-Mitgliedstaaten (sowie Norwegen und Island) gültig ist. Das chinesische Unternehmen Changchun Changsheng hat weder eine nationale noch eine EU-weite Zulassung für Impfstoffe.

Besteht die Möglichkeit, dass Zulassungsinhaber, die Impfstoffe in Deutschland auf den Markt bringen, Herstellungsstätten in China haben?

Nein. Keiner der Zulassungsinhaber hat eine Herstellungsstätte in China oder bezieht von dort Antigenkomponenten für die in Deutschland und der EU zugelassenen Impfstoffe.

Wie kann ich sicher sein, dass der Impfstoff, den ich bekomme, eine wirksame Komponente enthält?

Impfstoffe unterliegen der staatlichen Chargenprüfungspflicht. Nach der In-house-Kontrolle beim Hersteller untersucht auch das PEI oder ein anerkanntes amtliches Unter­suchungslabor zur Untersuchung und unabhängigen Qualitätskontrolle von Arzneimitteln aus einem anderen europäischen Staat Prüfmuster der Impfstoffchargen experimentell. Das PEI würde Impfstoffe ohne Antigenkomponente, d.h. ohne Wirkstoff (wie beispielsweise die chinesischen Tollwut-Impfstoffe, über die die Medien berichten), dabei entdecken. Patientinnen und Patienten in Deutschland und der EU können sich darauf verlassen, dass die in Deutschland und der EU verabreichten Impfstoffe wirksam und sicher sind.

Weitere Informationen:

[caption id="attachment_462790" align="alignnone" width="1800"] MRT[/caption] Geht es um die sogenannte Künstliche Intelligenz, vermelden Wissenschaftler derzeit einen Durchbruch nach dem anderen. Vor wenigen Jahrzehnten bedeutete die Kernspintomografie einen solchen Durchbruch. Viele Patienten fühlen sich unwohl, wenn sie in die Röhre geschoben werden. Die Apparatemedizin liefert präzise Diagnosen, was menschlichen Augen verborgen bleibt, fördert sie zutage. Doch es geht nicht mehr nur um Einblicke in den Körper, aus MRT-Bilddaten lassen sich Informationen über Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen gewinnen. Gezeigt haben das Wissenschaftler vom Forschungszentrum Jülich und von der Universität Düsseldorf in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift „Brain Structure and Function“, berichtet das Deutsche Gesundheitsportal. In ihrer Studie identifizierten die Forscher Netzwerke im menschlichen Gehirn, die bei verschiedenen Aufgaben besonders aktiv waren. Sie trainierten dann eine Software darauf, diese Aktivität spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen zuzuordnen. Wie die Forscher in einer weiteren Studie nachgewiesen haben, kann auf diese Weise aus MRT-Daten auch gut erkannt werden, ob ein Mensch etwa unter Schizophrenie oder Parkinson leidet. Die funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT) macht sichtbar, wenn sich die Sauerstoffsättigung in den Blutgefäßen des Gehirns innerhalb von Sekunden ändert. Wissenschaftler nutzen fMRT-Aufnahmen, um zu erforschen, welche Gehirnareale bei den verschiedensten Denkaufgaben oder Anweisungen aktiviert werden. Doch auch während Menschen ihren Gedanken freien Lauf lassen, können ihre Gehirne mit dieser Methode gescannt werden. Genau diese Aufnahmen nutzten die Jülicher und Düsseldorfer Wissenschaftler, um die Persönlichkeit von Probanden einzuschätzen, beispielsweise, wie emotional labil oder gewissenhaft er vermutlich ist. In der Pressemitteilung der Uni wird das noch etwas genauer formuliert: Die Hirnforscher entwickelten ein Computerprogramm, das sie dann darauf trainierten, aus den fMRT-Daten abzuleiten, wie der Proband wahrscheinlich bei einem weit verbreiteten Persönlichkeitstest abschneiden wird. Dieser Test mit dem Kürzel NEO-FFI besteht aus 60 Aussagen wie etwa "Ich versuche, zu jedem freundlich zu sein". Der Proband kreuzt auf einer Skala von "Starke Ablehnung" bis "Starke Zustimmung" an, wie er zu der jeweiligen Aussage steht. Auf diese Weise erfassen Psychologen fünf Merkmale, in denen sich die Persönlichkeit eines Menschen widerspiegelt. Die sogenannten "Big Five" sind: Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Geselligkeit, Verträglichkeit und emotionale Labilität. Und noch etwas haben die Wissenschaftler herausgefunden: Interessanterweise lassen sich mit weiteren Netzwerken weitere Persönlichkeitsmerkmale abschätzen, wenn man die Daten von weiblichen und männlichen Probanden trennt – und die lernende Software getrennt füttert und trainiert. "Offensichtlich sind die Muster der Verbindungsstärken in den funktionellen Netzwerken zumeist geschlechtsspezifisch", folgert Prof. Simon Eickhoff. Neben dieser gar nicht so mit dem herrschenden Zeitgeist konform gehenden Aussage, sehen die Wissenschaftler auch die Schattenseiten der neuen Technologie "von der Gefahr des gläsernen Menschen bis hin zu ökonomischen Folgen oder dem möglichen Missbrauch von Patientendaten."