Berliner Amtsarzt fordert "Maskenpflicht im Freien aufheben!"

Der Amtsarzt von Berlin-Reinickendorf, Patrick Larscheid, hat sich dafür ausgesprochen, die Maskenpflicht im Freien grundsätzlich aufzuheben.

Larscheid sagte am Dienstag im Inforadio vom rbb, er sei froh, "dass mit vielen Widersprüchlichkeiten und Unsinnigkeiten aufgeräumt wird". So sei es gut, wenn im Tierpark oder in Einkaufsstraßen künftig keine Masken mehr getragen werden müssten.

Diese Regel sei für eine bestimmte Phase der Pandemie politisch sinnvoll gewesen, sagte der Amtsarzt. "Es hat jedem Einzelnen die Möglichkeit gegeben, etwas zu tun und auch zu demonstrieren, dass er etwas tut, dass er Verantwortung trägt." Das habe sich jetzt überholt, so Larscheid. "Aber es war nicht nur einfach Unsinn. [...] Obwohl es inhaltlich nutzlos war, ist es im Sinne eines allgemeinen Gefühls gar keine schlechte Sache. Und Politik ist eben immer auch ein bisschen Gefühl und ein bisschen Stimmung."

Die Überlegung, in bestimmten Bereichen von FFP2-Masken auf medizinische Masken umzusteigen, sieht der Reinickendorfer Amtsarzt kritisch: "Das Ganze wird auf einem fachlichen Niveau diskutiert, dass es zum Davonlaufen ist", sagte er. Es sei nicht entscheidend, ob die Menschen im Bus eine medizinische oder eine FFP2-Maske tragen, so Larscheid, da viele das Tragen dieser Masken ohnehin nicht gewöhnt seien und keinen Tragetest machen würden. Dann könnten auch Stoffmasken wieder zum Einsatz kommen: "Stoffmasken sind durchaus auf ihrem Schutzniveau vergleichbar mit den sogenannten medizinischen Masken."

Zu einer potenziellen Aufhebung der Maskenpflicht an Berliner Schulen äußerte sich Larscheid skeptisch: "Wir wollen jetzt erst mal schauen, was nach den Schulferien losgeht." Er rechne damit, dass einige Infektionen aus den Ferien mitgebracht werden - wenn auch nicht so viele wie im vergangenen Jahr, so der Amtsarzt.