Liebe Unternehmer,

liebe Arbeitslose und jene die es durch die Regierung noch werden,

liebe Frauen und Männer,

liebe Alte und Junge!

Lieber Österreicher!

Das ist ein Rolle Klopapier, des Österreichers teuerstes Gut in diesen Zeiten. Um 59 Cent sind Sie dabei, Millionär zu werden. Denn jedes feine Blatt ist kaum in Gold und Silber aufzuwiegen. Ja es ist geschmeidig und nützlich, liegt weich neben dem Donnerbalken und angesichts der Weltkriegs- und Horrormeldungen unserer obersten Seuchenkämpfer sind sie notwendiger denn je.

Und das ist die Kronen Zeitung, gerade eine Sonderpresseförderung von 2,72 Millionen Euro eingestreift. Während Sie, liebe Unternehmer, auf Entschädigungen durch den Staat wie auf Godot warten, ihre Nummern beim Konkursrichter ziehen müssen. Während Sie, liebe Arbeitslose, nicht mehr wissen, wie Sie ihre Tage bestreiten. Während Sie, liebe Junge und Alte, in der Legebatterie ihres häuslichen Kerker langsam aber sicher vor sich hin modern, haben es sich die Kriegsgewinnler, die ökonomischen Streikbrecher, die Unsolidarischen still und heimlich hinter den aufgezogenen Kulissen des kollektiven Notstandes gerichtet. Die Kronen Zeitung, brav für 2,72 Mio das Händchen aufgehalten, wie die billigen Bordsteinschwalben am Gürtel. Kriechend, kniend vor den Mächtigen, sich in gefälliger Haus- und Hofberichterstattung ergehend, die Panikmache der Seuchenapokalypse ja fast apportierend, wie Bello begleitend. Und nun für wenige Euros die Jubelmeldungen und vorgezogenen Heiligsprechungen unters leicht steuerbare Volk gebracht. Joseph, der alte Klumpfuß, hätte es nicht besser hingebracht. Für ein wenig Bakschisch aus den offenen Kassen der Steuerzahler, still und heimlich ausbezahlt. Der Spalt unter der Kanzleramtstür ist hoch genug, dass die gesamte Redaktion aufrecht durchkriechen kann.

So meine lieben Österreicherinnen und Österreicher! Das ist die Klopapierrolle, 59 Cent kostet Sie und sie ist nützlich. In der Endkonsequenz, nach verrichteter Tätigkeit, birgt sie denselben Inhalt wie dieses Modell. Und nun können Sie sich entscheiden: 59 Cent für Wohlbefinden oder 1,30 plus 2,72 Mio für steuergeldfinanzierte Depressionen. Gut Schiss, wie man so schön sagt.